Claim der Baugenossenschaften
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Liebe Mitglieder,

Veränderungen gehören zum Leben dazu. Wir berichten in diesem Heft darüber, wie sich die nächste Generation von Hamburger Immobilienfachleuten beim Azubi-Day der Genossenschaften über Weiterbildungsmöglichkeiten und Quartiersmanagement informiert hat. In dem Bericht über das Pergolenviertel in Winterhude können Sie lesen, wie mitten in der Stadt ein ganz neues Quartier entstanden ist, das Tradition und Innovation miteinander verbindet und Gemeinschaft im genossenschaftlichen Sinne lebt. Zudem finden Sie in dieser Ausgabe viele Tipps für Sport und Spaß an der frischen Luft, die Körper, Geist und Seele in der kalten Jahreszeit guttun.

Genießen Sie diese besondere Zeit! Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Jahr 2025!

Anna Lietz, Charlotte Knipping & Julia Eble Redaktionsteam „bei uns“ redaktion@schiffszimmerer.de

Anna Lietz, Charlotte Knipping 
& Julia Eble

Redaktionsteam „bei uns“
redaktion@schiffszimmerer.de

Inhalt

Hamburger Grün

Der Römische Garten
in Blankenese

Vertreterwahl 2025

So läuft sie ab

Meldungen

Neues aus Hamburg und von den Genossenschaften

Vermischtes

Save the date und Neuigkeiten aus der Vermietung

Ein neues Viertel im
Herzen der Stadt

Zu Besuch im Pergolen-
viertel in Winterhude

Klare Worte

Über die Not einer Familie auf Wohnungssuche

Hamburg grafisch

Straßen, Kreuzungen,
Ampeln und Kreisverkehre

Winteraktivitäten

Spaß und Sport in der
kalten Jahreszeit

Knobeln und gewinnen

Rätselspaß für die ganze
Familie

Hamburg? Die mit Gärtnerkunst wohlfrisierten Hecken schenken uns italienische Momente.

Italien über der Elbe

Terrassen, Thujahecken und ein Freilichttheater: Der Römische Garten in Blankenese verbreitet mediterranes Flair und ist ein Stück hamburgische Geschichte.

128 Steinstufen führen vom Falkensteiner Ufer hoch zum Römischen Garten. Belohnt wird man für den anstrengenden Aufstieg mit einem herrlichen Blick auf den Fluss bis hinüber zu den Harburger Bergen. Inspiriert von Reisen nach Italien hatte der Hamburger Kaufmann Anton Julius Richter den etwa 6.700 m² großen Garten 30 Meter oberhalb der Elbe ab 1880 anlegen lassen. Doch erst die Hamburger Bankiersfamilie Warburg verlieh dem kleinen Park ein Vierteljahrhundert später sein endgültiges Erscheinungsbild. Dafür engagierte sie die Landschaftsgärtnerin Else Hoffa. In mehrjähriger Arbeit legte sie unter anderem mithilfe von norwegischen Fjordpferden die Terrassen am Hang an. In den 1920er- und 1930er-Jahren erlebte der Garten seine Blütezeit als Treffpunkt der Hamburger Gesellschaft, die sich dort auf Sommerfesten mit Tanz in der Kapelle und Aufführungen im Freilicht-Hecken-Theater vergnügte. Während der NS-Zeit musste die Familie Warburg emigrieren, der Garten verfiel, zeitweise wurden Flakgeschütze aufgestellt. Nach dem Krieg erhielt die Familie das Grundstück zurück. 1951 schenkte sie den Garten der Stadt Hamburg. Doch erst zu Beginn der 1990er-Jahre restaurierte die Stadt Teile des gänzlich verwilderten Römischen Gartens und öffnete ihn für Besucher. Inzwischen finden in den Sommermonaten sogar wieder Theatervorführungen am Elbhang statt. Wie hinkommen? Mit der S1 bis Blankenese, dann weiter mit dem Bus 48 oder 488 bis zur Station Falkentaler Weg, von dort ist der (bequemere) Weg zum Park ausgeschildert. Extra-Tipp: Rund um den Römischen Garten lässt sich wunderbar durch waldiges Gelände wandern. Falls das Wetter jetzt noch zu ungemütlich für einen Ausflug nach Blankenese ist, kann man sich zu Hause gemütlich einlesen: In „Ein Garten über der Elbe“ (C. Bertelsmann) erzählt die Hamburger Autorin Marion Lagoda romanhaft verdichtet die Lebensgeschichte von Deutschlands erster Oberbaugärtnerin, die den Park ab 1913 gestaltet hat.

Vertreterwahl 2025

Gemeinsam wohnen,
gemeinsam gestalten!

Nutzen Sie als Mitglied die Chance, unsere Genossenschaft aktiv zu stärken! Denn Genossenschaften sind für alle da: Wir sichern bezahlbaren Wohnraum, setzen Ihre Nutzungsgebühren für die Gemeinschaft ein und bieten Ihnen einen Dauernutzungsvertrag.

Möchten Sie diese wichtigen Rahmenbedingungen auch in Zukunft sichern? Wollen Sie mehr über die Entscheidungen von Vorstand und Aufsichtsrat erfahren? Und möchten Sie Ihre Stimme in der jährlichen Vertreterversammlung einbringen?

Dann kandidieren Sie als Vertreterin oder Vertreter! Im Frühjahr 2025 ist es wieder so weit: Alle Mitglieder wählen in ihrem Wahlbezirk ihre Vertreterinnen und Vertreter sowie Ersatzvertreterinnen und Ersatzvertreter – in diesem Jahr ist dies erstmals online oder per Brief möglich. Diese neue Vertreterversammlung trifft wichtige Entscheidungen für die Schiffszimmerer-Genossenschaft, bestimmt unter anderem über die Gewinnverwendung, den Jahresabschluss und wählt den Aufsichtsrat.

Ist das ein Amt für Sie?

Auf unserer Website finden Sie das Online-Formular zur Kandidatur und weitere Informationen zum Vertreteramt:

Ihre Ansprechpartnerin:

Viola L’Hommedieu
v.lhommedieu@schiffszimmerer.de
040 63800-167

Foto: evgeniia_1010 – stock.adobe.com, privat; Illustration: Format Design Visual Identities

Warum sich eine Kandidatur lohnt?

Foto: PicturePeople

Dr. Sebastian Neumann-Böhme, Vertreter im Buekweg 

„Als Vertreter lernt man die Menschen aus dem Quartier und die Engagierten kennen und schätzen. Es ist toll zu sehen, wie unser Engagement sofort positive Auswirkungen hat. Zum Beispiel, wenn wir Quartiersfeste mitorganisieren oder Aktivitäten von Engagierten unterstützen.“

Manuel Ruoff – Auswärtiger Vertreter 

„Das genossenschaftliche Prinzip ist eine großartige Idee, die es wert ist, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ich schätze das Wohlfühlklima in unserer Genossenschaft und die bereichernden Veranstaltungen mit Gleichgesinnten!“

Verena Blix, Vertreterin aus Dulsberg 

„Genossenschaft mitgestalten – gemeinsam gegen Anonymität
und Einsamkeit in der Nachbarschaft. Macht mit!“ 

Andreas Durek – Auswärtiger Vertreter 

„Für mich ist genossenschaftliches Wohnen die ideale Wohnform – es gewährleistet  bezahlbaren Wohnraum und stärkt den Zusammenhalt sowie das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft. Als Vertreter habe ich die Möglichkeit, mich aktiv für die Belange unserer  Mitglieder einzusetzen und meine demokratischen Rechte durch Mitbestimmung zu nutzen.“

Regina Hastedt, Vertreterin aus Stellingen 

„Als Vertreterin der Genossenschaft habe ich die Möglichkeit, mit meinem Engagement etwas Sinnvolles für unsere Gemeinschaft zu tun und unseren Bewohnerinnen und Bewohnern mit Spiel und Spaß einen schönen Tag zu bereiten.“ 

So läuft sie ab

Dezember

Vorbereitung der Wahlunterlagen,
Prüfung der Wählerlisten

7. Januar

Wahlbekanntmachung, Beginn der Frist zur Einreichung der Kandidatur

Mitte Januar

Auslage der Wählerlisten

bis 24. Januar

Prüfung der Wählerlisten,
Ende der Einspruchsfrist

4. Februar

Ende der Frist zur
Einreichung der Kandidatur

5. Februar

Sitzung des Wahlvorstands:
Prüfung und Freigabe der
Kandidatenlisten

6. Februar

Aushang der Kandidatenlisten

Ende Februar

Versand der Wahlunterlagen mit
Stimmzettel

Mitte März

Wahlschluss und Stimmenauszählung

Ende März

Bekanntgabe der Endergebnisse

Straßengeschichten

Der Hammaburg-Platz

Seit August 2024 heißt die Grünfläche an der Domstraße in der Hamburger Innenstadt Hammaburg-Platz. Hier lag ab dem 8. Jahrhundert die Keimzelle der Hansestadt. Im Schutz der Hammaburg errichtete der Missionar Ansgar im Jahr 834 die erste Holzkirche als Missionsstützpunkt für die Christianisierung der Wikinger und Slawen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die ursprüngliche Burg aufgegeben, und an ihrer Stelle entstanden bedeutende Bauwerke wie der erste steinerne Dom Hamburgs, der Mariendom. Dieser prägte bis zu seinem Abbruch im Jahr 1807 das Stadtbild. Heute zeichnet eine Stahlskulptur auf dem Platz den Verlauf der alten Wallanlagen der Hammaburg nach, während ein Raster aus weißen Sitzelementen den Grundriss des Mariendoms markiert. Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums und Hamburger Landesarchäologe, sagte anlässlich der Einweihung: „Ich bin sehr glücklich über dieses Bekenntnis Hamburgs zu seiner Vergangenheit. 1.000 Jahre nach ihrem Untergang und zehn Jahre nach ihrer zweifelsfreien Wiederentdeckung soll die Hammaburg nun endlich an ihrem einstigen Standort im Herzen Hamburgs ihren Namen zurückerhalten.“

klingt kompliziert?
ist es nicht

Das Informations­freiheitsgesetz (IFG)

von 2006 sichert allen interessierten Personen das Recht zu, Zugang zu amtlichen Informationen (etwa Akten, Pläne oder Schriftstücke) zu bekommen. Das „Amtsgeheimnis“ ist damit de facto abgeschafft. Auskunftspflichtig sind zum Beispiel Behörden, Ministerien, Gerichte, öffentliche Unternehmen, Handels- und Berufskammern, Krankenkassen und Schulen. Man muss nicht begründen, warum man sich für etwas interessiert. Es gibt nur einige wenige Einschränkungen bei der Auskunftspflicht, etwa wenn es um personenbezogene Daten Dritter geht, um Geheimdienstinformationen oder geistiges Eigentum. Unter der Überschrift „Wir bringen Licht ins Dunkel der Behörden“ hilft Ihnen das Online-Portal fragdenstaat.de, Ihr Recht durchzusetzen. Dort können Sie Ihre Anfragen stellen. Analog zum IFG gilt in der Hansestadt seit 2012 das Hamburgische Transparenzgesetz (HmbTG). Wenn Sie Daten oder Informationen aus der Hamburger Verwaltung erhalten möchten, können Sie Ihren Suchbegriff bei dem Portal transparenz.hamburg.de eingeben.

Stadtkalender

Kultur- und Natur-Highlights im Winter

Achtsam und bewegt ins neue Jahr

Hilfsbereite
Raubkatze

Foto: Morris Mac Matzen,

Er und gefährlich? So ein Quatsch, findet der achtsame Tiger. Schließlich hat er alle Pfoten voll zu tun, um seinen tierischen Freunden zu helfen! „Der achtsame Tiger“, das Musical für alle von 4 bis 99 Jahren nach dem gleichnamigen Kinderbuch-Bestseller, läuft im Tivoli bis Februar 2025.
Mehr Infos: tivoli.de

Gemeinsam
aktiv sein

Foto: Kerstin Bittner

„Fit im Park“ – Der Bewegungstreff für Ältere in Planten un Blomen findet jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr statt, kostenfrei und ohne Anmeldung. Vorerfahrungen oder besondere Fitness sind nicht erforderlich. Treffpunkt ist das Teehaus in den Wallanlagen. Bei schlechtem Wetter wird drinnen geturnt.
Mehr Infos: plantenunblomen.hamburg.de/

Essen
verbindet

Foto: Paul Schimweg

Anlässlich der Ausstellungseröffnung von „Tausend Töpfe. Was Essen uns angeht“, lädt das Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in der Rothenbaumchaussee am 14./15. Dezember 2024 zu einem vielfältigen Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene rund um das Thema Essen und seine vielfältigen kulturellen Bedeutungen ein. Mehr Infos: markk-hamburg.de/

ENGAGEMENT

Wie kann ich die Stadt und mein Quartier mitgestalten?

Die Gesellschaft, das sind wir alle. Jeder und jede Einzelne zählt. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Foto: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Gute Planung
Interessierte Runde bei der Hamburger Stadtwerkstatt.

Stadtteilbeiräte:
Demokratie von unten

In den sieben Hamburger Bezirken tagen regelmäßig 17 Stadtteilbeiräte – eigenständige, parteipolitisch unabhängige Gremien. Zu den regelmäßigen, öffentlichen Treffen kommen Anwohner, Vereine, Initiativen und Gewerbetreibende. Diskutiert werden Themen, die konkret das Viertel betreffen, etwa der Auto- und Radverkehr oder geplante (Bau-)Vorhaben – und alles, was die Menschen vor Ort bewegt. Zudem erhält man dort Infos aus den Bezirksämtern. Und umgekehrt können Probleme und Fragen aus dem Viertel auf diesem Wege an die Bezirkspolitik und das zuständige Bezirksamt adressiert werden. Mehr Infos: stadtteilbeiraete-hamburg.de/

Stadtteilbeiräte:
Demokratie von unten

In den sieben Hamburger Bezirken tagen regelmäßig 17 Stadtteilbeiräte – eigenständige, parteipolitisch unabhängige Gremien. Zu den regelmäßigen, öffentlichen Treffen kommen Anwohner, Vereine, Initiativen und Gewerbetreibende. Diskutiert werden Themen, die konkret das Viertel betreffen, etwa der Auto- und Radverkehr oder geplante (Bau-)Vorhaben – und alles, was die Menschen vor Ort bewegt. Zudem erhält man dort Infos aus den Bezirksämtern. Und umgekehrt können Probleme und Fragen aus dem Viertel auf diesem Wege an die Bezirkspolitik und das zuständige Bezirksamt adressiert werden. Mehr Infos: stadtteilbeiraete-hamburg.de/

Bürgerbeteiligung:
informiert sein und mitmachen

Die Hamburger Stadtwerkstatt ist die Plattform für Information und Bürgerbeteiligung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Nach dem Motto „Die Zukunft Hamburgs geht alle an“ will die Stadtwerkstatt Bürgerbeteiligung auf breitere Füße stellen – mehr Information, mehr Transparenz, mehr Mitwirkung, mehr Akzeptanz und bessere Ergebnisse für Planungsprojekte. Mit dem Dipas-Navigator erfahren Sie zum Beispiel bequem und einfach, welche Bürgerbeteiligungsverfahren in Ihrem Umfeld stattfinden und wie Sie teilnehmen können. Regelmäßig finden zudem Live-Veranstaltungen zu Themen rund um die Stadtentwicklung statt. Mehr Infos: hamburg.de, Stichwort: Stadtwerkstatt oder beteiligung.hamburg/navigator

Vertreterversammlung:
aktiv sein als Genossenschaftsmitglied

Genossenschaften funktionieren nach demokratischen Regeln. Alle fünf Jahre werden die Vertreter und Vertreterinnen von allen Genossenschaftsmitgliedern (per Brief- und Onlinewahl) neu gewählt. Zur Wahl stellen kann sich jedes volljährige Genossenschaftsmitglied. Die Hauptaufgabe eines Vertreters oder einer Vertreterin besteht in der jährlichen Teilnahme an der Vertreterversammlung, um dort den Aufsichtsrat zu wählen und über Gewinnverwendung und Satzungsänderungen mitzubestimmen. Ein interessantes Amt, das viele Einblicke verschafft und die Chance gibt, die genossenschaftliche Gemeinschaft mitzugestalten. Lust mitzumachen? 

Kandidieren Sie für die Vertreterversammlung 2025

Grosser Andrang

Azubi-Day

64 Auszubildende aus 23 Hamburger Genossenschaften nahmen im September 2024 am Azubi-Day teil, der in diesem Jahr von der Hanseatischen Baugenossenschaft Hamburg (HBH) ausgerichtet wurde. Das Motto lautete: „Wo will ich hin – Genossenschaften im Wandel.“ Zwei Bildungsträger stellten berufsbegleitende Studiengänge vor, HBH-Mitarbeiter ergänzten mit anschaulichen Eindrücken aus ihrer eigenen Studienzeit. Auf dem Programm standen dazu: IHK-Weiterbildungen im Bereich Rechnungswesen und Controlling sowie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als Zukunftsthemen. Die Gruppe besuchte anschließend eine Quartiersentwicklung der Hanseatischen Baugenossenschaft. Anhand dieses umfangreichen Neubau- und Sanierungsprojektes erhielten die Auszubildenden einen Einblick, was gutes Quartiersmanagement leistet, um mit Beteiligung und Informationen bei den Mitgliedern für Akzeptanz für solche Maßnahmen zu werben. „Der Tag war eine Einladung, über den Tellerrand der eigenen Ausbildung hinauszublicken“, sagte HBH-Vorstand Alexander Schubert. „Es ist zudem wichtig, dass sich die Auszubildenden aus den verschiedenen Genossenschaften bei solchen Gelegenheiten kennenlernen können, um auf diese Weise ihr berufliches Netzwerk für die Zukunft aufzubauen.“

ÜBRIGENS: Wir suchen jedes Jahr neue Auszubildende – hast Du Lust? Informationen findest Du auf unserer Website: www.schiffszimmerer.de. Wir freuen uns auf Dich!

Gut zu wissen

Viacheslav Yakobchuk – stock.adobe.com

Akute Überforderung, unerwarteter Ausfall der pflegenden Person, plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands: Die Hamburger Sozialbehörde bietet in solchen Fällen schnelle Hilfe über das Pflege-Notfalltelefon an. Unter der Nummer 040/4 28 99 10 00 erreichen volljährige Pflegebedürftige und pflegende Angehörige rund um die Uhr kompetente Ansprechpartner. In der Zeit von 9 bis 17 Uhr (Mo bis Fr) beantwortet das Team zusätzlich E-Mails an: pflegenottelefon@soziales.hamburg.de. Bei allgemeinen Fragen zur Pflege oder für Beratung sind weiterhin die Pflegestützpunkte in den Bezirken zuständig.

Viacheslav Yakobchuk – stock.adobe.com

Akute Überforderung, unerwarteter Ausfall der pflegenden Person, plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands: Die Hamburger Sozialbehörde bietet in solchen Fällen schnelle Hilfe über das Pflege-Notfalltelefon an. Unter der Nummer 040/4 28 99 10 00 erreichen volljährige Pflegebedürftige und pflegende Angehörige rund um die Uhr kompetente Ansprechpartner. In der Zeit von 9 bis 17 Uhr (Mo bis Fr) beantwortet das Team zusätzlich E-Mails an: pflegenottelefon@soziales.hamburg.de. Bei allgemeinen Fragen zur Pflege oder für Beratung sind weiterhin die Pflegestützpunkte in den Bezirken zuständig.

Zahlen erzählen

1,89

Millionen Menschen im Jahr 2022

Viacheslav Yakobchuk – stock.adobe.com

2,03

Millionen Menschen im Jahr 2035

Wachsende Stadt

Ende 2022 lebten über 1,89 Millionen Menschen in Hamburg. In seiner Vorausberechnung geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass Hamburgs Bevölkerung bis zum Jahr 2035 auf rund 2,03 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen wird – das sind 140.000 Menschen mehr als heute. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,8 Personen bedeutet das einen Zuwachs von etwa 77.000 Haushalten.

Als Konzept wurde die Wachsende Stadt in Hamburg bereits 2002 von der Regierung von Ole von Beust vorgestellt. Es zielte darauf ab, Hamburg als Stadt mit internationaler Ausstrahlung zu positionieren, und stellte eine Abkehr von der bis dahin umgesetzten Anpassungspolitik dar.

Darin wurden vier zentrale Ziele definiert:

1.

Erhöhung der Einwohnerzahl durch einen Fokus auf Familien und junge, kreative Menschen.

2.

Überdurchschnittliches Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum durch eine Clusterstrategie, die auf Branchen wie Life Sciences, Nanotechnologie, Informationstechnologie und Medien, Luftfahrtindustrie, Hafen und Logistik setzt.

3.

Steigerung der internationalen Attraktivität durch den Ausbau der Metropolfunktion Hamburgs.

4.

Sicherung der Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit durch mehr Wohnbau- und Gewerbeflächen.

Das Wachstum ist eine Chance – und gleichzeitig eine große Herausforderung. Klar ist: Die Infrastruktur muss entsprechend ausgebaut und der Wohnungsbau vorangebracht werden, damit alle heutigen und zukünftigen Einwohnerinnen und Einwohner eine lebenswerte Stadt vorfinden.

Extremwetter
Foto: Hamburg Wasser

Platz für Regen

Durch den Klimawandel erleben wir immer häufiger Starkregenereignisse, verbunden mit Sturzfluten. Auch das beste Kanalnetz kommt dabei an seine Grenzen. Deshalb soll Hamburg zur Schwammstadt werden und der Regen dort versickern und verdunsten, wo er gefallen ist. Die Initiative der RegenInfraStrukturAnpassung, kurz RISA, entwickelt derzeit die notwendigen Strategien dafür. Dazu Matthias Saß, Vorstand der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V.: „Die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften beschäftigen sich schon länger intensiv mit den Auswirkungen von Starkregenereignissen. Die unmittelbaren Folgen waren zuletzt zum Beispiel in Mümmelmannsberg zu spüren. Überflutete Keller und Tiefgaragen hatten hier schon drastische Folgen für unsere Mitglieder. Die von Hamburg Wasser und der BUKEA angestrebte Strategie ist mit Sicherheit der richtige Ansatz. Die Genossenschaften werden in Zukunft allein schon aus ihrem eigenen Interesse heraus eine tragende Rolle bei der Umsetzung übernehmen. Insbesondere in den großen Quartieren aus den 50er- und 60er-Jahren bestehen Potenziale in den großzügig angelegten Außenanlagen, um zur Schwammstadt beizutragen. Wie immer werden wir die Gelder unserer Mitglieder mit Augenmaß einsetzen und dennoch einen spürbaren Beitrag zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt leisten.“ Mehr Infos: hamburgwasser.de/umwelt/vorsorge/schwammstadt

Ausstellungen

Unser Leben im Museum

Drei aktuelle Ausstellungen beschäftigen sich mit unserem Alltag: spannend, kreativ und überraschend!

Foto: Hermes

Bequem

Sich Wünsche erfüllen und dafür nicht einmal das Haus verlassen müssen? Die Ausstellung „Dein Paket ist da! Shoppen auf Bestellung“ erzählt die Geschichte des Versandhandels vom ersten OTTO-Katalog von 1950 (14 Seiten und eine Auflage von 300 Stück) bis zum Online-Shopping von heute (Jahresumsatz in Deutschland bis zu 75 Milliarden Euro). Bis zum 28. April 2025 im Museum der Arbeit.

Foto: Katrin Engelking

Festlich

Zu kommerziell, zu wenig künstlerisch? Dabei erzählt Hochzeitsfotografie so viel über eine Gesellschaft, ihre Werte und ihr Verständnis von Partnerschaft. Der Kurator Paolo Woods hat für diese Ausstellung Werke von Hochzeitsfotografen aus vier Kontinenten ausgewählt. „Ja, ich will. Die Kunst der Hochzeitsfotografie“. Bis zum 24. Februar 2025 im Jenisch Haus.

Foto: Focus & Blur

Gemütlich

Die erste Ausstellung im neuen Kinderbuchhaus im Altonaer Museum stellt Fragen: Was bedeutet es, ein Zuhause zu haben? Was kann ein Zuhause sein? Erinnerungen, Familie, Sprache, Nachbarschaften, Freunde? „ZUHAUSE. Ansichten eines phantastischen Ortes“ zeigt Arbeiten von 24 Illustratoren und Illustratorinnen zu diesem Thema. Bis zum 30. Juni 2025 im Altonaer Museum.

Extra-Tipp: Der Eintritt in alle staatlich getragenen Hamburger Museen ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei.

Save the Date

Wir feiern
150 Jahre!

Am 18. November 2025 wird unsere Genossenschaft stolze 150 Jahre alt.
Diesen besonderen Anlass möchten wir gemeinsam mit Ihnen feiern – und
haben viele spannende Aktionen für das gesamte Jubiläumsjahr geplant.

Merken Sie sich schon jetzt ein Highlight vor:

Am Samstag, den 12. Juli 2025, laden wir Sie herzlich zu unserem großen ganztägigen Mitglieder-Sommerfest ein!

Mehr wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Tragen Sie sich den Termin aber unbedingt in Ihren Kalender ein – alle weiteren Informationen folgen rechtzeitig.

Kindermitgliedschaften

Im Jubiläumsjahr 2025 bieten wir den Kindern und Enkelkindern unserer Mitglieder die einmalige Gelegenheit, Teil unserer Genossenschaft zu werden. Kinder und Enkelkinder können bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahrs  (1. Januar bis 31. Dezember 2025) aufgenommen werden. Die Antragsstellung ist befristet vom 1. April bis zum 30. November 2025 ausschließlich online über unsere Website möglich. Für die Zeichnung der Anteile gilt die aktuelle Regelung: Es dürfen maximal zehn Anteile erworben werden – davon vier Pflichtanteile und bis zu sechs freiwillige Anteile.

Foto: Dennis Reher

WICHTIG:
Bitte sehen Sie derzeit von Rückfragen ab.  Ihre Anträge nehmen wir erst ab dem 1. April 2025 entgegen. Alles, was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie rechtzeitig von uns.

Dürfen wir vorstellen?
Foto: Dennis Reher

Unsere neue Abteilungsleiterin für Vermietung

Seit dem 1. September 2024 verstärkt Maj-Britt Larsen unser Team als neue Leiterin der Abteilung Vermietung. Sie tritt die Nachfolge von Norman Motl an, der seit dem  1. März 2024 den neuen Stabsbereich Unternehmensentwicklung und IT verantwortet.

Maj-Britt Larsen bringt umfangreiche Erfahrung aus ihrer vorherigen Position als Prokuristin und Standortleiterin einer Immobilienverwaltung in Hamburg mit. Nun freut sie sich auf ihre neuen Aufgaben bei uns, insbesondere auf den Austausch mit den Kolleginnen, Kollegen und Mitgliedern.

Wir heißen sie herzlich willkommen und wünschen ihr einen erfolgreichen Start!

Wir haben Maj-Britt Larsen ein paar Fragen gestellt:

Hamburgerin oder Zugezogene?

Zugezogen. Vor 19 Jahren bin ich mit meinem Mann aus Aarhus in Dänemark nach Hamburg gezogen.

Elbphilharmonie oder Michel?

Michel. Wenn ich mit meiner Familie verreise, besuchen wir immer Kirchen in den Städten, die wir erkunden. Obwohl ich nicht religiös bin, übt der Michel eine magische Anziehungskraft auf mich aus und strahlt eine besondere Ruhe aus.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Hamburg?

Ich bin sehr gerne in der Natur und im Wald.

Gibt es etwas, das wir Schiffszimmerer noch über Sie wissen sollten?

Ich bin ein absoluter Familienmensch. In meiner Freizeit unternehme ich viel mit Freunden und Freundinnen und engagiere mich gerne in den Sportvereinen meiner Kinder.

Quartiere im Wandel

Der Beerbuschring in Bergstedt

Für Naturbegeisterte hat Bergstedt einiges zu bieten: Wer hier dem Alsterwanderweg von Norden nach Süden folgt, stößt auf die abwechslungsreiche Landschaft des Rodenbeker Quellentals und landet schließlich im Naturschutzgebiet Hainesch Iland. Vorbei an Wiesen, Weiden und Wäldern schlängeln sich Bach- und Wasserläufe durch eine idyllische Naturkulisse mit grünen Hügeln, Tälern, Sumpfwiesen und einer beeindruckenden Pflanzen- und Tierwelt.

Foto: Markus Tollhopf, privat

Unsere Wohnanlage im Beerbuschring 1–23, 2–18

1937: Eingemeindung von Bergstedt

Zwischen den vielfältigen Naturräumen liegt der besiedelte Teil von Bergstedt, in dem heute rund 11.000 Menschen leben. Der nordöstlich gelegene Stadtteil zählt zu den Hamburger Walddörfern und gehört inzwischen zum Bezirk Wandsbek. Das ehemalige sächsische Runddorf wurde im Verlauf seiner Geschichte, die mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, mehrmals an Hamburg verpfändet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die Gemeinde allerdings dem preußischen Kreis Stormarn zugeordnet. Erst 1937 wurde die Ortschaft eingemeindet. Zu dieser Zeit lebten in Bergstedt noch rund 1.300 Einwohnerinnen und Einwohner. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Bevölkerungszahl aber deutlich: Während des Zweiten Weltkriegs flohen zahlreiche Hamburgerinnen und Hamburger vor den Bombardements und der Wohnungsnot aus der teilzerstörten Innenstadt hierher. In den frühen 1950er-Jahren lebten über 4.000 Menschen in Bergstedt – Tendenz steigend. Als die Hamburger Bürgerschaft 1960 einen neuen Aufbauplan für Hamburg verabschiedete, wurde sogar davon ausgegangen, dass die Zahl der Bergstedterinnen und Bergstedter bald auf 17.000 steigen würde.

Diese Prognosen haben sich bislang nicht bestätigt. Aber die Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte schien damals offenkundig: Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, musste neuer Wohnraum geschaffen werden. Daran hatte die Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft beträchtlichen Anteil. In den späten 1950er- und 1960er-Jahren baute sie über 700 Wohnungen, Reihenhäuser und Eigenheime in Bergstedt.

Foto: Markus Tollhopf, privat

Das Engagement unserer Mitglieder in Bergstedt ist innerhalb und außerhalb der Wohnanlage außergewöhnlich hoch – sie initiierten unter anderem die Arbeitsgemeinschaft „Gute Nachbarschaft Rodenbeker Straße“.

Schwierigkeiten beim Wohnungsbau

Auch wir bemühten uns, der grassierenden Wohnungsnot in der Hansestadt zu begegnen. Geeignete Baugrundstücke waren in den 1960er-Jahren allerdings Mangelware. In Bergstedt wurden wir schließlich fündig: In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre erwarben wir ein unbebautes Grundstück im Umfang von zunächst rund 68.580 Quadratmetern. Wir zahlten dafür knapp 1,3 Millionen DM. Das war selbst für die damaligen Verhältnisse überaus preiswert! Die Sache hatte allerdings einen Haken: Eine Bebauung kam vorläufig nicht infrage, da kein Anschluss an das städtische Entwässerungsnetz bestand.

Zunächst war angedacht, das Gelände bis zur Erweiterung des Hamburger Stammsiels als „Vorratsgrundstück“ zu halten. Um der steigenden Nachfrage nach Wohnraum entgegenzuwirken, fassten wir jedoch bald den Entschluss, dennoch einen Bebauungsplanentwurf einzureichen. Unsere Lösung für das Abwasserproblem? Eine vollbiologische Kläranlage! Zumindest vorübergehend hätten wir das Grundstück damit ohne besondere Schwierigkeiten entwässern können. Die Freie und Hansestadt Hamburg konnten wir von unserer Idee allerdings nicht überzeugen. Versuche, das Grundstück in ein größeres Bauprogramm zu integrieren, scheiterten ebenfalls. In den 1980er-Jahren war an eine Bebauung immer noch nicht zu denken. Zwar galt das Grundstück weiterhin als „Bauerwartungsland“, wir hegten jedoch inzwischen Pläne, das Gelände wieder zu verkaufen.

In Anbetracht der steigenden Nachfrage nach Wohnungen in der Hansestadt kam nun aber doch Bewegung in die Sache. Von städtischer Seite wurde uns 1989 in Aussicht gestellt, einen Teil des Geländes mit etwa 100 Wohnungen zu bebauen. Das übrige Gebiet sollte aus Umweltschutzgründen aber aus den Planungen ausgespart bleiben. Dennoch regte sich Widerspruch vonseiten einiger Anwohnerinnen und Anwohner. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und klagten vor dem Verwaltungsgericht. Ihre Einsprüche wurden dort zwar verworfen. Wir fühlten uns jedoch verpflichtet, Lösungen zu finden, um die berechtigten Anliegen nach Naturschutz mit der dringend erforderlichen Wohnraumerweiterung in Einklang zu bringen. Im Herbst 1990 begannen wir mit den Arbeiten, die wir über den zweiten Förderweg finanzierten. In der Zeit zwischen April und November 1992 entstanden exakt 100 Wohnungen. Sie alle liegen im Beerbuschring, der eigens für die neuen Wohnbauten angelegt wurde. Einen Abschluss fand das Bauprojekt, als wir im Frühjahr 1993 auch die Außenanlagen fertigstellten.

Genossenschaftliches Miteinander

Das Engagement unserer Mitglieder inner- und außerhalb der Wohnanlage ist außergewöhnlich hoch. Als 2015 in unmittelbarer Nachbarschaft eine Unterkunft für Geflüchtete entstand, gründeten einige unserer Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Beerbuschring mit weiteren Anwohnerinnen und Anwohnern die Arbeitsgemeinschaft „Gute Nachbarschaft Rodenbeker Straße“ im Verein Freundeskreis Asyl & Wohnen in Bergstedt und initiierten unter anderem einen regelmäßigen Nachbarschaftstreff.

SCHIFFSZIMMERER-WEBSITE​

Im neuen Look

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt: Unsere Schiffszimmerer-Website erstrahlt in neuem Glanz. Mit einer aufgeräumten Struktur, klarer Navigation und den wichtigsten Dokumenten auf einen Blick möchten wir Ihnen ein optimales Nutzungserlebnis bieten. Gefällt es Ihnen? Ein besonderer Dank gilt unseren Mitgliedern und Mitarbeitenden, die uns als Fotomodels unterstützt haben. Ihre Freude und Begeisterung am Set haben die Bilder erst richtig lebendig gemacht! Schauen Sie doch vorbei – wir freuen uns auf Ihr Feedback und sind für Anregungen und Anmerkungen ebenso dankbar wie für Lob und Kritik: redaktion@schiffszimmerer.de Hier gehts zur neuen Website: www.schiffszimmerer.de

Unsere Mitarbeitenden und Mitglieder im Einsatz beim Fotoshooting für die neue Website vielen Dank für die Unterstützung!

Tipps zum Stöbern

Unter der Rubrik „Formulare und Publikationen“ finden Sie wichtige Dokumente rund um Ihre Mitgliedschaft – zum Beispiel unseren Flyer zum Heizen und Lüften, der in der kalten Jahreszeit sehr hilfreich ist:

Format Design Visual Identities

Was ist los in Ihrer Nachbarschaft?
Werfen Sie einen Blick auf Ihre Quartiersseite – dort finden Sie alles Wissenswerte zu Veranstaltungen in Ihrem Quartier:

In Ihrer Nachbarschaft finden noch keine Veranstaltungen statt? Fangen Sie an und initiieren Sie erste Angebote.

Keine Ausgabe des Onlinemagazins „bei uns“ mehr verpassen? Melden Sie sich zu unserem Mitgliedermagazin-Newsletter an 

Per E-Mail informieren wir Sie über jede Neuerscheinung!

Aufgepasst:

Der Umwelt zuliebe und aufgrund Ihrer Rückmeldungen aus der Mitgliederbefragung werden wir ab August 2025 unser Magazin nur noch auf Wunsch drucken. 

Möchten Sie die „bei uns“ weiterhin als Printausgabe erhalten? Wenn Sie es nicht schon getan haben, melden Sie sich bis zum 30. Juni 2025 per E-Mail an unter redaktion@schiffszimmerer.de oder telefonisch unter 040 63800-165.

Zu Besuch im …

Pergolenviertel

Preisgekrönte Architektur, viel Grün und 1.700 neue Wohnungen – davon fast 300 genossenschaftliche. Mit Experimentierfreude, Entschlossenheit und Engagement ist in Winterhude ein neues Viertel entstanden.

Stilprägendes Element
Die beeindruckenden Rundbogendurchgänge öffnen im ganzen Viertel die Innenhöfe des Quartiers.

Fast könnte man meinen, die Wohnblocks mit den einheitlichen Fassaden aus hartgebrannten Klinkern, umgeben von großen Bäumen, hätten schon immer hier gestanden. Städtebaulich erinnert der neue Stadtteil mit seinen eindrucksvollen Rundbogendurchgängen und den öffentlichen Innenhöfen tatsächlich an die typischen Barmbeker Backsteinbauten der 1920er-Jahre. Und das ist auch so gewollt. Man habe „an hamburgische Traditionen angeknüpft und sie modern interpretiert“, sagte Hans-Peter Boltres, Baudezernent in Hamburg-Nord, anlässlich der Belobigung beim Deutschen Städtebaupreis 2023. Bei der Auszeichnung zum „Bauwerk des Jahres“ durch den Architekten- und Ingenieurverein Hamburg schwärmte wiederum Laudator Mathias Hein: „ENDLICH! Mit dem Pergolenviertel gibt es wieder ein Wohnquartier, das mit seiner städtebaulichen, architektonischen, freiräumlichen und sozialen Qualität an die glorreichen Zeiten des Wohnungsbaus unter Fritz Schumacher und Gustav Oelsner anknüpft.“

Barbara Acke-136

Begeisterte Genossin
Barbara Acke schätzt und engagiert sich für die Vielfalt im neuen Viertel.

Bezahlbar, vielfältig und familienfreundlich

Noch etwas ist auf dem 27 Hektar großen Viertel zwischen Stadtpark und Barmbek besonders: Anders als beim sonst in Hamburg üblichen Drittelmix realisierten die ausgewählten Bauherren, darunter sechs Baugenossenschaften und acht Baugemeinschaften, im Pergolenviertel zu 60 Prozent geförderte Wohnungen – und „nur“ zu 27 Prozent frei finanzierte Miet- und zu 13 Prozent Eigentumswohnungen. Für 4.000 Menschen wurde hier geplant. Das Viertel soll bezahlbar und vielfältig sein – und familienfreundlich. 65 Prozent der Wohnungen haben einen entsprechenden Grundriss, im Viertel gibt es drei Kitas. Im Pergolenviertel finden 200 Studierende und Auszubildende ein Zuhause, es gibt Wohnpflegegemeinschaften. Gemeinschaftsräume ermöglichen gelebte Nachbarschaft. Eine, die genau das zu diesem Ort hingezogen hat, ist Barbara Acke. Die Sozialpädagogin hat sich bereits in der Entstehungsphase für das Quartier interessiert und ist inzwischen begeisterte Bewohnerin. Als Genossenschaftsmitglied lebt sie in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Mitte des Viertels. „Der Kontakt im Haus war gleich da, wir duzen uns, es ist schnell ein Zusammenhalt entstanden, der über das Entgegennehmen von Paketen hinausgeht“, sagt sie. Acke ist nicht mehr erwerbstätig, dafür aber umso engagierter im Viertel: „Wie können wir als vielfältige Gemeinschaft gut in Kontakt sein? Ich suche das Gespräch mit anderen, um zu erfahren, was alltagstaugliche Ideen sein könnten.“ 

Es wäre jedoch ein Wunder, wenn der Weg von den ersten stadtplanerischen Überlegungen bis zu den fertigen Bauten nur einfach gewesen wäre. Dass zum Beispiel heute auch 171 Kleingärten Teil des Pergolenviertels sind und erheblich zum besonderen Charme und zur Lebensqualität dort beitragen, ist keine Selbstverständlichkeit. 

Uwe Puttfarcken kennt das Gelände zwischen Hebebrandstraße und Alte Wöhr seit seiner Kindheit. Als Fünfjähriger besuchte er 1956 dort das erste Mal seine Großmutter, die eine Parzelle im Schrebergartenverein „Heimat“ erworben hatte, 1984 übernahm der Chemiker den Garten von seinen Eltern, heute ist er Vorsitzender des Vereins. Als die Planung des Pergolenviertels begann, gab es auf dem Gelände insgesamt 317 Kleingärten. Spätestens ab 2010 war klar, dass sie dort nicht würden bleiben können. „Wir protestierten mit Slogans wie „Hebebrand bleibt grünes Land“ gegen die geplante Bebauung, sammelten Unterschriften und als Bürgerinitiative „Eden für Jeden“ haben wir Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht“, erzählt er. Am Ende wurde die Fläche neu aufgeteilt, ein Teil der Kleingärten konnte bleiben, andere fanden ein Zuhause an neuen Standorten. „Unter dem Strich sind 100 Parzellen in Winterhude verschwunden. Und viele der gekündigten Pächter haben den Wechsel aus Altersgründen nicht mehr mitgemacht.“ Puttfarcken hat seinen Frieden damit gemacht: „Ich bin bis heute der Überzeugung, dass wir in Zeiten des Klimawandels bestehendes innerstädtisches Grün um jeden Preis erhalten müssen. Aber ich freue mich für alle Menschen, die hier jetzt ein neues Zuhause gefunden haben. Unser Verein hat an die 30 neue Mitglieder direkt hier aus dem Pergolenviertel.“ 

Foto: Enver Hirsch

Urgestein im Quartier
Schrebergärtner Uwe Puttfarcken hat mit dem Bezirk eine Lösung erarbeitet.

Foto: Enver Hirsch

Zwei fürs Viertel
Eva Koch und Tobias Kulzer vom Quartiersmanagement vernetzen und organisieren

Ein Viertel, das sich entwickelt und seine Identität findet

Ein Großbauprojekt wie das Pergolenviertel braucht gute Planung von Anfang an. Dennoch bleibt das Entstehen ein Prozess – und unerwartete Probleme treten auf. Ein Beispiel: Mobilitätsangebote wie Carsharing, Lastenfahrräder und eine Fahrradwerkstatt sollen eigene Autos in dem sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebundenen Quartier möglichst unnötig machen. Das Carsharing hat den Praxistest noch nicht ganz bestanden. Die Flotte sollte in den Tiefgaragen zur Verfügung stehen, was derzeit noch nicht funktioniert. „Die Autos werden über das Mobiltelefon geöffnet – und in den Tiefgaragen gibt es keinen Empfang“, berichtet Tobias Kulzer, der gemeinsam mit Eva Koch (beide steg Hamburg) seit 2017 das Quartiersmanagement im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Nord leitet. Dass das Konzept des autoarmen Viertels noch konsequenter umgesetzt werden muss, davon ist auch Barbara Acke überzeugt: „Mir liegt am Herzen, dass dies wirklich ein Wohn- und kein Parkviertel wird und die Autos nicht über die Veloroute heizen.“ Dass die beiden Stadtplaner Kulzer und Koch die Bewohner und Bewohnerinnen des Viertels dabei unterstützen können, sich zu finden – ein Quartiersverein ist in Gründung – und gemeinsam die Identität des neuen Viertels zu entwickeln, liegt an einer Klausel in den Kaufverträgen der Grundstücke: Ein Prozent der Kaufsumme kommt unter anderem der Finanzierung des Quartiersmanagements zugute.

In diesem Sinne haben sich eine Anwohner-initiative, das Quartiersmanagement und der Bezirk in einem co-kreativen Prozess einem gestalterischen „Problemfall“ angenommen: dem zentral gelegenen Loki-Schmidt-Platz. „Zu viel Stein, zu wenig Grün!“ lautet die Kritik. Tatsächlich hat der zentrale Quartiersplatz von seiner Funktionalität her noch eine andere Aufgabe, als die Namensgeberin Loki Schmidt vermuten lässt, er dient auch als Regenrückstaufläche bei Starkregen. Ihn namentlich mit Hamburgs wohl bekanntester Blumen- und Pflanzenaktivistin zu verbinden, war vielleicht keine ganz glückliche Entscheidung. Gemeinsam konnte zumindest eine Verbesserung erarbeitet werden. Bei der Einweihung des Platzes im August 2024 wurde symbolisch ein erstes Hochbeet bepflanzt, das von Engagierten zukünftig betreut wird. Der Bezirk pflanzt auf der Nordseite noch einen Baumhain sowie Straßenbäume.

Seinen Namen hatte das Viertel übrigens nicht von Anfang an – der wurde erst später in einem „Namensfindungsworkshop“ ermittelt. Als Pergola wird ein Gartenweg bezeichnet, der mit einem offenen Gerüst überdacht ist. Der Bezirk Nord hat deshalb eigens Pergolen entwerfen lassen, von denen nun 170 dem Wegenetz sein charakteristisches Aussehen geben – und deren Form gekonnt mit den Torbögen der Häuser korrespondieren.

Foto: Enver Hirsch

Zentral gelegen
Treffpunkt Loki-Schmidt-Platz – im Haus der Hansa befindet sich das Swym.

Das Pergolenviertel

„Durch die Baugemeinschaften haben wir viele neue Impulse bekommen. Das Ergebnis ist mehr als gelungen.“

Wie ein schmales Handtuch liegt das Pergolenviertel in einer Länge von 1,2 Kilometern und einer maximalen Breite von 340 Metern zwischen City-Nord und Stadtpark auf der einen und der S-Bahn-Trasse, die die Bahnhöfe Alte Wöhr und Rübenkamp verbindet, auf der anderen Seite. Auf diesem etwa 27 Hektar großen Gelände, nahe Barmbek und doch zu Winterhude gehörend, haben auch sechs Hamburger Genossenschaften gebaut und können ihren Mitgliedern inzwischen insgesamt fast 300 neue Wohnungen anbieten. Kaifu Nordland, die Schiffszimmerer-Genossenschaft und die Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft teilen sich den Block im Winterlindenweg 51–67, unter dem Dach der fluwog sind mit verschiedenen Baugemeinschaften 69 Wohnungen im Feldahornweg entstanden, die Hansa hat sogar auf drei Baufeldern insgesamt 153 Wohnungen neu geschaffen, 37 davon gemeinsam mit dem Bauverein der Elbgemeinden.

Anna Jeß hatte sich mit ihrer Baugemeinschaft Stadtfreunde e. V. und vier anderen Baugemeinschaften gemeinsam mit der fluwog erfolgreich um ein Baufeld beworben. „Die Bauphase war eine aufregende, herausfordernde und gesprächsintensive Zeit. Die Mühe hat sich gelohnt. Hier zu wohnen, bedeutet einen enormen Gewinn an Lebensqualität. Es ist wie ein Dorf in der Stadt“, sagt sie. Die Elektroingenieurin und ihr Partner sind im Pergolenviertel angekommen. Sie sind Mitglied im Schrebergartenverein „Heimat“ und nutzen die vielen Angebote des Viertels, die über das von Pergolen überdachte Wegenetz fix zu erreichen sind, etwa das Schwimmbad am Loki-Schmidt-Platz, das wiederum zur Hansa Baugenossenschaft gehört. 

Foto: Enver Hirsch

Klinker trifft auf Kleingärten
Geschossbauten (hier Schifffszimmerer, Lehrerbau und Kaifu) und Schreberkultur prägen das Quartier.

Foto: Enver Hirsch

Einheitliche Form
Durch den Rundbogendurchgang blickt man auf die namensgebenden Pergolen im Viertel.

„Nicht nebeneinander wohnen, sondern gemeinsam leben.“

„Das genossenschaftliche Prinzip ermöglicht Menschen, deren Einkommen zwar über den Fördergrenzen liegt, die aber trotzdem nicht 18 Euro Kaltmiete bezahlen können, gutes Wohnen in der Großstadt. Das finde ich großartig“, sagt Jeß. Auch Jörg Tondt, Vorstand bei der fluwog, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Der Prozess war anstrengend und gleichzeitig sehr belebend. Durch die Baugemeinschaften haben wir viele neue Impulse bekommen. Das Ergebnis, unser erstes Projekt in Winterhude, ist mehr als gelungen. Und wir sind froh, dass wir hier noch einmal kaufen konnten, denn inzwischen vergibt die Stadt Hamburg Grundstücke fast nur noch im Erbbaurecht.“

Die Genossenschaften tragen mit Gemeinschaftsräumen, Werkstätten und Kooperationen die Idee des gemeinschaftlichen Lebens ins gesamte Viertel. Dazu Peter Hölzerkopf, Quartiersentwickler bei den Schiffszimmerern: „Im Pergolenviertel tummeln sich sechs Genossenschaften und viele soziale Träger – und alle kommunizieren miteinander und gestalten die Identität des Viertels mit.“ Jana Kilian, Vorständin bei der Hansa, fasste diese Haltung kurz so zusammen: „Nicht nebeneinander wohnen, sondern gemeinsam leben.“ Schon früh hatte auch die Hansa nach passenden Partnern Ausschau gehalten: Welche Angebote bereichern das Quartier? Wie lassen sie sich sinnvoll verbinden, sodass möglichst viele Menschen davon profitieren und ein echtes Miteinander entsteht? Heute gehören zu Hansa unter anderem eine bilinguale Kindertagesstätte, eine Tagesstätte für Menschen mit Assistenzbedarf und nicht zuletzt das Schwimmbad Swym, das zu bestimmten Zeiten vom ganzen Viertel genutzt werden kann.

Foto: Enver Hirsch

Platz für alle
Die öffentlichen Innenhöfe verbinden das Viertel, hier das Gebäude von Hansa und BVE im Feldahornweg.

Teststrecke für mehr Radfahr-Flow

Ohne ständige Ampelstopps durch die Stadt radeln können – das wäre ein Traum! Auf dem Pergolenradweg (Teil der Veloroute 5) wird seit Sommer 2024 ein System ausprobiert, das diesen „Flow“ herbeiführen soll. 18 Bodenleuchten geben Radfahrenden optisch eine Geschwindigkeitsempfehlung, damit sie passgenau die Grünphase der Ampel über die Saarlandstraße erreichen können. Befinden sich Radfahrende innerhalb des leuchtenden „Grünbandes“ und folgen diesem mit entsprechender Geschwindigkeit, erreichen sie die Ampel bei Grün. Die Bodenleuchten sind Teil des Projektes „PrioBike-HH“, das mit verschiedenen Maßnahmen den Radverkehr in Hamburg attraktiver und sicherer machen will.
Mehr Infos: hamburg.de, Stichwort „PrioBike-HH“

„Gemeinsam mit den Menschen
vor Ort geplant“

Mathias Buller ist Leiter Stadtgrün im Bezirk Hamburg-Nord. Er hat die Entwicklung des neuen Quartiers von Anfang an begleitet.

Was ist das Besondere an der Entstehungsgeschichte des Pergolenviertels?

Das Areal barg eine große Herausforderung. Auf der einen Seite gab es den Anspruch und die Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen. Auf der anderen Seite befanden sich auf dem Gelände des heutigen Pergolenviertels mehr als 300 Kleingärten mit ihren besonderen sozialen und ökologischen Qualitäten.

Wie ist die Einigung gelungen?

Es war eine Planung im Dialog. Es gab viele Gespräche, Arbeitsgruppen und Verhandlungen, um diesen Konflikt aufzulösen und zu gegenseitigem Verstehen und zu tragfähigen Einigungen zu gelangen. Am Ende wurden Molche und Insektenlarven umquartiert, Hecken versetzt und Kleingärten neu parzelliert.

Anders als üblich hat das Bezirksamt Hamburg-Nord bei diesem Großbauvorhaben keine externen Projektentwickler eingeschaltet, sondern es selbst in den Händen behalten.

Das hat vieles anders gemacht. Wir haben sehr konstruktiv und eng mit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, kurz LIG, zusammengearbeitet und konnten deshalb oft kreativer auf Herausforderungen reagieren, experimentieren und oftmals sogar schneller und kostengünstiger arbeiten.

Wie hat sich das noch ausgewirkt?

Die Stadt hatte unter diesen Voraussetzungen die Freiheit, im Pergolenviertel vom Drittelmix abzuweichen. Statt der sonst üblichen 30 Prozent sind hier 60 Prozent des neu entstandenen Wohnraums öffentlich gefördert – und das in dieser tollen Lage direkt am Stadtpark und mit der hervorragenden Verkehrsanbindung an den ÖPNV. Diese Entscheidung darf man als Statement und als Bekenntnis zum sozialen Wohnungsbau in Hamburg verstehen.

Sie haben das Quartier über viele Jahre mitgestaltet. Was ist Ihre schönste Erinnerung?

Ich bin ein Mensch, der Freude am Gelingen hat. Deshalb bin ich dankbar, dass ich Teil eines Teams, eines Prozesses sein durfte, der zu so einem guten Ergebnis geführt hat. Wenn ich heute sehe, wie das Quartier und die Kleingärten gedeihen und sich Menschen jeden Alters und mit ihren verschiedenen Bedürfnissen dort wiederfinden, dann macht mich das froh.

Tipp: Mehr über die historischen Anfänge, den Planungs- und Bauprozess und die Architektur des Pergolenviertels können Sie in der schön gestalteten Broschüre „Das Pergolenviertel“ nachlesen. Zum Runterladen auf hamburg.de

KLARE WORTE

„Es war beängstigend“

Kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist erhält die vierköpfige Familie Woitschig eine Eigenbedarfskündigung. Drei Monate hat sie Zeit für die Suche. Ein Interview über Gefühle, Widrigkeiten und Kritik am System.

Foto: Oliver Schirg

Mirko Woitschig
ist bei der KAIFU-NORDLAND für Marketing und Unternehmenskommunikation verantwortlich. Er ist froh, dass er nun eine Wohnung bei der Eisenbahnbauverein Harburg eG gefunden hat.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Wohnungssuche in Hamburg gemacht?

Die Wohnungssuche in Hamburg gestaltet sich als äußerst herausfordernd, insbesondere für Familien. Wir standen unter großem Zeitdruck und mussten kurzfristig eine passende Wohnung finden. Zudem konkurriert man mit sehr vielen Mitbewerbern um eine Wohnung.

Was war für Sie als Familie die größte Hürde bei der Wohnungssuche?

Viele private Vermieter lehnen Familien mit Kindern von vornherein grundsätzlich ab. Es kam sogar vor, dass bei Telefongesprächen nach der Frage, ob Kinder mit einziehen, einfach aufgelegt wurde, sobald wir dies bejahten. Selbst nach Besichtigungen haben wir oft die Rückmeldung erhalten, dass man sich letztlich für Bewerber ohne Kinder entschieden hat – das wurde uns auch offen und ehrlich so mitgeteilt.

Viele Familien ziehen ins Umland. Wäre das für Sie eine Option gewesen?

Tatsächlich ist ein Umzug ins Umland für die Zukunft eine Option. Aktuell hatten wir jedoch nicht die nötige Zeit für eine Suche. Zudem wäre wahrscheinlich die Kita in einem neuen Bundesland erforderlich gewesen, da Familien, die im Umland leben, den Hamburger Kitagutschein nicht mehr nutzen können. Das hätte bedeutet, dass uns die neue Wohnort-Gemeinde eine Kostenübernahmeerklärung hätte ausstellen oder wir die Kita in Hamburg privat hätten finanzieren müssen, was wirtschaftlich schwierig gewesen wäre. Darüber hinaus sind die Mieten im Umland ebenfalls gestiegen, und möglicherweise wäre ein zusätzliches Auto notwendig geworden, was weitere Kosten für uns mit sich gebracht hätte.

Viele Familien verdienen zu viel für staatliche Hilfen, aber zu wenig, um sich eine (teure) Wohnung leisten zu können. Welche speziellen Fördermaflnahmen für Familien halten Sie für sinnvoll?

Ich bin mir nicht sicher, ob es da von staatlicher Seite eine umfassende Lösung für dieses Problem gibt, außer das Bauen für Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen zu erleichtern. Sinnvoll wäre sicherlich die Schaffung von Förderkulissen, die auch Familien der mittleren Einkommensgruppen unterstützen. Mit dem 3. Förderweg in Hamburg ist da ein wichtiger erster Schritt getan. Bei der KAIFU haben wir zudem ein Projekt ins Leben gerufen, das darauf abzielt, vorhandenen Wohnraum für Familien verfügbar zu machen.

Welche Lösung bietet die KAIFU an?

Mitglieder können vom Programm „Groß gegen Klein“ profitieren. Wer von einer großen, familiengerechten Wohnung in eine kleinere Wohnung umziehen möchte, kann sich mit der KAIFU in Verbindung setzen. Die Genossenschaft unterstützt bei einem Umzug in eine passende kleinere Wohnung im Bestand, zum Beispiel mit einem pauschalen Zuschuss zu den Umzugskosten. Zudem wird diese renoviert übergeben. Ist die neue Wohnung vergleichbar ausgestattet, bleibt es bei der bisherigen Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Die Nutzungsgebühr wird unter diesen Umständen niedriger ausfallen, weil die Fläche kleiner ist.

Beschreiben Sie das Gefühl, als die Kündigung des Mietvertrages eingetroffen ist?

Es war ein sehr beängstigendes Gefühl. Meine Frau und ich tragen nicht mehr nur die Verantwortung für uns selbst, sondern auch für unsere beiden Kinder, um die wir uns große Sorgen gemacht haben. Zum Zeitpunkt der Kündigung waren wir im Urlaub, und der Vermieter hat den wirklich allerletzten Moment der Kündigungsfrist abgewartet, um uns die Kündigung zuzustellen. Die Stimmung war entsprechend gedrückt. Wir haben dann direkt Kontakt zu einem Anwalt gesucht, um die Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen. Das möchte man im Urlaub eigentlich auch nicht machen.

Es gibt in Deutschland unterschiedliche Gründe für eine Eigenbedarfskündigung. Wie bewerten Sie die Möglichkeiten der Vermieter dafür?

Mittlerweile gibt es einige Urteile, die die schwierige Lage der Mieterinnen und Mieter in engen Märkten der Ballungsräume berücksichtigen. Generell sind mir aus Mietersicht jedoch die gesetzlichen Regelungen zur Eigenbedarfskündigung zu vermieterfreundlich. In unserem Fall hatten wir lediglich eine dreimonatige Kündigungsfrist, was in einem angespannten Wohnungsmarkt wie Hamburg einfach zu kurz ist. Wir hatten uns nichts zuschulden kommen lassen, haben unsere Miete immer pünktlich bezahlt und die Wohnung gut in Schuss gehalten. Das spielt(e) aber letztlich keine Rolle.

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Winterspaß in
und um Hamburg

Tipps, Termine, Themen
Foto: Curling Club Hamburg e.V.

Curling

Ist das nicht das Gleiche wie Eisstockschießen? Nein. Curling stammt aus Schottland, und der Granitstein, der über das Eis gleitet, wiegt etwa 20 kg. Er muss über die 45,72 m lange Bahn ins eingezeichnete „Haus“ gebracht werden. Die Teams versuchen, durch „Wischen“ der Bahn den Weg des Steins noch zu beeinflussen. In einer Schnupperstunde des Curling Clubs Hamburg können Sie es unter Anleitung von Sabine Belkofer-Kröhnert (Teilnehmerin der Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City) ausprobieren.
Mehr Infos: curlingclub.hamburg

EisArena Hamburg Dämmerung -min

Open-Air-EisArena

Auf Deutschlands größter Freiluft-Eisbahn in „Planten un Blomen“ können Besucher auf 4.300 m2 von Ende Oktober bis März täglich Kurven laufen. Jeden Dienstag (außerhalb von Ferien und Feiertagen) ist ab 14 Uhr Familientag mit vergünstigtem Eintritt. Immer mittwochs findet von 16 bis 17 Uhr das Eislauftraining für jedermann statt, keine Anmeldung nötig! Plus: regelmäßig Konzerte während der Eispause.
Mehr Infos: eisarena-hamburg.de

Foto: Bäderland GmbH

Eisdisco

Auf der rund 1.800 m² großen Eisfläche in Farmsen können Sie von
Oktober bis März bei 11 °C Hallentemperatur zu schwungvoller Musik Pirouetten drehen. Jeden Samstag ist von 20–22 Uhr Eisdisco mit Licht- und Videoshow.
Mehr Infos: eisland-hamburg.de

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Winterliche Weiterbildung

Die Volkshochschule Hamburg bietet verschiedene Kurse zu winterlichen Aktivitäten an, ein Blick ins Programm lohnt sich. Zum Beispiel: „Skills für winterliche Mikroabenteuer entwickeln“, am 24. Januar 2025 im Boberger Dünenhaus. Mehr Infos: vhs-hamburg.de

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Vorsicht, Eis!

Einen zugefrorenen See zu betreten, ist verlockend, aber unter Umständen sehr gefährlich. Stehende Gewässer sind erst ab mindestens 15, fließende Gewässer ab 20 Zentimeter Eisdicke sicher. Solche kalten Winter gab es in Hamburg in den vergangenen Jahren kaum noch. Auf der Alster führt die Umweltbehörde bei andauerndem Frost Eismessungen durch, veröffentlicht die Ergebnisse im Eiszustandsbericht – und gab die Alster zuletzt 2012 frei.

S. 16 17 Winterspaß, Eisstockschießen 1

Eisstockschießen

Alpines Mannschaftsspiel für die Weihnachtszeit: Zwei Teams (max. 4 Personen) versuchen abwechselnd, auf der etwa 25 m langen Bahn ihre Eisstöcke (wiegen etwa 3,5 kg) so nahe wie möglich an den Zielstein („Daube“) zu manövrieren. Wo? In der EisArena in Planten un Blomen sowie vom Mitte November bis Weihnachten bei der Rindermarkthalle an der U-Bahn Feldstraße, in St. Pauli und in der HafenCity.
Mehr Infos: eisstock-hamburg.de

Winterwanderung

Bewegung an der frischen Luft stärkt in der kalten Jahreszeit das Immunsystem, macht den Kopf frei und sorgt für gute Gefühle. Wichtig: Atmen Sie bei Minusgraden bevorzugt durch die Nase ein. Auf diesem Weg wird die Luft besser aufgewärmt, bevor sie in die Bronchien gelangt. Schöne Strecken rund um Hamburg: Duvenstedter Brook, Naturschutzgebiet Raakmoor oder Fischbeker Heide.

Öko-Eislaufen

Die temporäre Schlittschuhbahn im Wandsbeker Winterdorf ist mit 240 Quadratmeter eher klein. Das Besondere an der „Like-Ice“-Bahn ist jedoch, dass sie aus Kunststoff besteht, welcher mit normalen Schlittschuhen befahren werden kann. Vom 1. November 2024 bis 1. Januar 2025 täglich von 12–22 Uhr.
Mehr Infos: wandsbekerwinterzauber.info

Kreekfahren

Einst transportierte man auf dem flachen Holzschlitten Fischkisten, Kartoffeln und andere Waren zu den Haushalten am Blankeneser Hang. Heute brausen bei Schneefall Wagemutige mit solch einer Kreek in hohem Tempo den rund 450 langen Abhang im Schinckels Park hinunter, gesteuert wird mit einer fünf Meter langen Stange. Besser nur zugucken!

Digitales Kreuzworträtsel​

Miträtseln und gewinnen

Foto: PR

Auf diesen Seite dürfen sich Groß und Klein amüsieren und gemeinsam knobeln. Mit ein bisschen Glück kann sogar etwas Tolles gewonnen werden. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir ein WMF-Lono-Raclette-Grill mit Pfännchen und Schiebern für 8 Personen – perfekt, um mit Freunden und Familie gemütliche Stunden zu genießen.
Viel Vergnügen beim Miträtseln!

So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.

Einsendeschluss ist der 28.02.2025