Frühling 2026
Quartiersübergreifend
Die OPTIS beim Treffen in der
Schiffszimmerer-Geschäftsstelle
Quartiersübergreifend Die OPTIS beim Treffen in der Schiffszimmerer-Geschäftsstelle
Unsere Titelthemen
Wissenswertes über Katastrophenschutz
Gute Quartiersarbeit langfristig finanzieren
Was uns im Jahr
2026 erwartet
Liebe Mitglieder,
wir begrüßen Sie herzlich zur Frühlings-Ausgabe der „bei uns“. Ein Unfall, Extremwetter oder Sabotage können die Leitungen für Strom, Wasser, Gas oder Mobilfunk beschädigen und die gewohnte Versorgung unterbrechen. In solchen Krisen entlastet Prävention. Was dafür zu tun ist, darüber berichten wir in unserer Titelgeschichte.
Sie lesen zudem, welche Projekte in diesem Jahr für unsere Genossenschaft anstehen. Und wir haben Service für Sie zusammengestellt: über den zentralen Notdienst der Genossenschaften, sinnvolle Legionellen-Prävention und die höchsten Aussichtspunkte der Stadt.
Bleiben Sie gesund und genießen Sie die ersten Frühlingsstrahlen!
Anna Lietz, Charlotte Knipping & Julia Eble
Redaktionsteam „bei uns“
redaktion@schiffszimmerer.de
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Ab sofort verschicken wir eine Printausgabe der „bei uns“ nur noch auf Wunsch. Sie möchten wieder blättern? Schicken Sie uns eine Nachricht an
redaktion@schiffszimmerer.de oder rufen Sie an unter 040 63800-165.
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Inhalte dieser Ausgabe
Hamburger grün
Tierschutz: Die fünf Damhirsche ziehen im Frühjahr 2026 in den Klövensteen um
Ein Park mit Aussicht
Das Damwild gab dem Nienstedtener Hirschpark einst seinen Namen. Nun ziehen die Tiere um in den Klövensteen. Die Schönheit des Gartendenkmals bleibt
Es ist ein Park mit Geschichte. 1786 erwarb der Hamburger Reeder und Kaufmann Johan C. Godeffroy den Landsitz aus einem Nachlass. Der dänische Architekt Christian Frederik Hansen, Landesbaumeister für Holstein und Altona, errichtete dort für ihn ein klassizistisches Landhaus mit zwei Sandsteinsäulen und Freitreppe, das stilprägend für die Elbchaussee wurde. 1902 malte Max Liebermann das Gebäude. Die damals noch rund 33 Hektar Land wurden nach dem Vorbild englischer Gärten gestaltet, mit malerischen Baum- und Gehölzgruppen, offenen Wiesen, Teichen und einem kurvenreichen Wegenetz. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das knapp 3 Hektar große Wildgehege angelegt, das dem Park später seinen Namen gab. Die Besitzer wechselten mehrfach – und als Altona den Park 1927 übernahm, verkaufte die Stadt einen Teil davon. Heute gehört der 25 Hektar große Hirschpark der Stadt Hamburg und ist mit seiner Lindenallee, den alten Bäumen und den beiden Schaugärten im französischen Stil ein beliebtes Ausflugsziel – auch ohne das namensgebende Damwild. Auf den geschwungenen Wegen gelangt man zum Geesthang, herrlich ist die weite Sicht über die Elbe. Vis-à-vis dem Landhaus steht ein reetgedecktes Bauernhaus, in dem sich heute ein Restaurant befindet. Seit Jahrzehnten eine Spezialität im „Witthüs“: „Qualle auf Sand“, ein Berg aus Napfkuchen mit Obstsalat und Sahne.
Hinkommen: Mit der S-Bahn-Linie S1 bis zur Haltestelle Blankenese, weiter mit der Buslinie 1 oder 22 bis zur Haltestelle Mühlenberg. Oder man spaziert die 900 Meter von der S-Bahn bis zum Park zu Fuß.
Wir bauen an der Zukunft für die nächsten Mitglieder-Generationen
Was die Schiffszimmerer im Jahr 2026 erwartet? Unser Redaktionsteam hat mit den Vorständen Thomas Speeth und Matthias Saß gesprochen
Redaktion: Herr Speeth, den Jahreswechsel nutzen wir gerne, um über Vergangenes nachzudenken, Dinge einzuordnen und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Wenn Sie an das vergangene Jahr zurückdenken, wie blicken Sie in die Zukunft?
Thomas Speeth: Mit Optimismus und Zuversicht. Ich bin mir sicher, dass wir die herausfordernden Zeiten als Gemeinschaft meistern können. Es sind die Menschen und Quartiere, die unsere Genossenschaft prägen. Das führte uns das Jubiläumsjahr noch mal vor Augen. Nachbarschaftsprojekte entstanden, und die Nächsten stehen schon in den Startlöchern. Fünf Frauen aus unterschiedlichen Quartieren verfolgen zum Beispiel ein gemeinsames Projekt: Sie möchten neue Ideen in ihre Quartiere tragen, Menschen ermutigen, Neues auszuprobieren, und das Miteinander stärken. Der Vorteil: Sie arbeiten quartiersübergreifend zusammen, lernen voneinander und inspirieren sich gegenseitig. Eine tolle Idee!
Bisher haben Sie die Durchführung von Gemeinschaftsveranstaltungen finanziell unterstützt – ist das auch im neuen Jahr möglich?
Thomas Speeth: Ja. Und wir haben uns dazu entschieden, die Zuschüsse ab 2026 sogar zu verdoppeln: Das heißt, die erste Veranstaltung unterstützen wir mit zehn Euro und jede weitere mit zwei Euro, sodass der Gesamtzuschuss bei sechs Veranstaltungen 20 Euro pro Wohnung beträgt.
„Ich bin mir sicher, dass wir die herausfordernden Zeiten als Gemeinschaft meistern können. Es sind die Menschen und Quartiere, die unsere Genossenschaft prägen.“
„Ich bin mir sicher, dass wir die herausfordernden Zeiten als Gemeinschaft meistern können. Es sind die Menschen und Quartiere, die unsere Genossenschaft prägen.“
Thomas Speeth
Im Jahr 2024 verkündeten Sie für die Genossenschaft Ihre Vision für die Zukunft: Verlässlich. Grün. Sozial. Wie kommen Sie voran?
Matthias Saß: Gut. In diesem Jahr gehen wir den nächsten Schritt in unserer Digitalisierungsstrategie. Wir führen ein neues System für die Mitglieder-Kommunikation vom Software-Anbieter casavi ein – ein zentrales Ziel aus unserer Mitgliederbefragung. Hiermit ermöglichen wir einen kürzeren Draht zwischen den Mitgliedern und Mitarbeitenden. Per Handy, Laptop oder Tablet können sie sich zukünftig über das Portal direkt bei uns melden. Ihr Anliegen wird anschließend automatisch an die richtige Ansprechperson weitergeleitet und bearbeitet. Das beschleunigt unsere internen Arbeitsprozesse, und wir können unsere Mitglieder jederzeit über den aktuellen Stand ihres Anliegens informieren.
Wann geht es los?
Matthias Saß: Bis Ende Februar schulen wir alle Mitarbeitenden. Voraussichtlich ab März möchten wir eine erste Wohnanlage zum neuen Mitglieder-Portal einladen. Wenn alles reibungslos funktioniert, folgen voraussichtlich ein bis zwei Monate später alle weiteren Mitglieder.
Und wie läuft es auf den Baustellen? Zuletzt haben Sie mit dem Aufsichtsrat beschlossen, in diesem beziehungsweise dem kommenden Jahr mit dem Bau von insgesamt 235 neuen Wohnungen zu beginnen. Dafür möchten Sie 77 Millionen Euro investieren.
Thomas Speeth: Das ist richtig. Neue Wohnungen entstehen zum Beispiel in den Quartieren Ohlsdorf/Rübenkamp: In der Fuhlsbüttler Straße bauen wir 43 Wohnungen sowie eine Arztpraxis. Im Böckelweg entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 13 frei finanzierten Wohnungen unterschiedlicher Größe. In der Steenkoppel planen wir 93 neue Wohnungen. Fast alle sind öffentlich gefördert. Vorgesehen ist außerdem eine Wohngemeinschaft für junge Menschen, die nach der Schule mit ihrer Ausbildung bei uns starten. Diese Wohnungen entstehen in serieller und modularer Bauweise.
„Wir arbeiten nach wiederkehrenden Planungsschritten und nutzen vorgefertigte Bauteile. So können wir schneller, günstiger und ressourcenschonender bauen – und trotzdem die gewohnte Qualität sichern.“
„Wir arbeiten nach wiederkehrenden Planungsschritten und nutzen vorgefertigte Bauteile. So können wir schneller, günstiger und ressourcenschonender bauen – und trotzdem die gewohnte Qualität sichern.“
Matthias Saß
Was bedeutet das?
Matthias Saß: Das bedeutet: Wir arbeiten nach wiederkehrenden Planungsschritten und nutzen vorgefertigte Bauteile. So können wir schneller, günstiger und ressourcenschonender bauen – und trotzdem die gewohnte Qualität sichern. Diese Bauweise machen wir uns auch in Langenhorn zunutze: Auch hier wollen wir in diesem Jahr an Stelle des alten Laubengang-Gebäudes in der Annie-Kienast-Straße 1 mit der Firma Goldbeck einen Neubau in serieller Bauweise erstellen.
Mehr Wohnraum ist ein gutes Zeichen. Gleichzeitig verursacht die Baubranche viele Treibhausgase. Welche Maßnahmen planen Sie, um die Emissionen weiter zu senken?
Thomas Speeth: Unserer Verantwortung im Sinne eines klimagerechten Wirtschaftens sind wir uns seit jeher bewusst. Gleichzeitig ist es dringend notwendig, neuen Wohnraum für unsere Mitglieder zu schaffen. Schon in der Planung achten wir darauf, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dabei betrachten wir nicht nur die Bauphase, sondern den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von 80 bis 100 Jahren. Damit unsere Mitglieder auch in älteren Gebäuden langfristig sicher und bezahlbar wohnen können, modernisieren wir unsere Wohnanlagen bereits seit 26 Jahren energetisch.
In den kommenden drei Jahren planen wir aus heutiger Sicht, weitere rund 37 Millionen Euro zu investieren: Im Frühjahr 2026 beenden wir die Maßnahmen an unserer Wohnanlage in der Ilandkoppel. Seit Dezember 2024 arbeiten wir an der Wohnanlage im Von-Herslo-Weg in Schnelsen, und bis voraussichtlich September 2026 modernisieren wir fünf Wohngebäude der Wohnanlage Rübenkamp II energetisch. Teilweise bringen wir Photovoltaikanlagen auf die Dächer, um unsere Mitglieder künftig mit günstigem Strom zu versorgen. Weitere Wohnanlagen befinden sich derzeit in der Planung.
Matthias Saß: Zudem investieren wir in die Haustechnik unserer Wohnanlagen. In diesem Jahr testen wir den Einsatz digitaler Sensoren. Sie überwachen die Heizungsanlagen in den Wohnanlagen Moorkamp, St. Georg IV, Böckelweg, Kranzhaus, Eilbek IV, Alsterredder, Marmorweg, Bergstedt II und Schnelsen II rund um die Uhr. Das hilft uns, schneller zu reagieren, wenn etwas nicht stimmt oder wenn die Anlage mehr Energie verbraucht, als benötigt wird. Wenn das Projekt erfolgreich ist, stellen wir die restlichen Wohnanlagen um.
Mehrfamilienhaus mit Extras: So könnten unsere Mitglieder zukünftig im Böckelweg wohnen
Aus Büroraum wird Wohnraum: Blick in die Zukunft – auf das geplante Gebäude in der Fuhle
Aus Büroraum wird Wohnraum: Blick in die Zukunft – auf das geplante Gebäude in der Fuhle
Von Nachkriegsbauten zu modernem Wohnraum in der Steenkoppel: So könnte die Wohnanlage aussehen
Neben diesen Projekten im energetischen und ökologischen Bereich übernehmen die Schiffszimmerer auch soziale Verantwortung in ärmeren Ländern. Was können Sie uns hierzu erzählen?
Matthias Saß: Im Jubiläumsjahr sammelten wir Spenden für den Bau eines Bildungszentrums in Kilolo in Tansania. Wir freuen uns sehr über eine Spendensumme in Höhe von 17.259 Euro. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken! Denn mit diesem Geld kann die DESWOS einen Teil ihrer nächsten Projektphase finanzieren und 240 Kindern eine Chance auf Bildung ermöglichen. Wie das aussieht, erfahren Sie hier:
Den Kindern und Enkelkindern Ihrer Mitglieder haben Sie vor dem Hintergrund des Jubiläums auch eine einmalige Möglichkeit geboten. Sie konnten selbst Mitglied der Genossenschaft werden. Wie wurde dieses Angebot angenommen?
Matthias Saß: Sehr gut. Wir haben rund 2.800 Anträge erhalten. Wir freuen uns sehr über diese positive Resonanz. An dieser Stelle möchten wir uns als Vorstand auch bei den Mitarbeitenden bedanken, die dies zusätzlich zu ihren täglichen Aufgaben bewältigt haben. Eine tolle Team-Leistung!
Gibt es für die junge Generation besondere Angebote in diesem Jahr?
Thomas Speeth: Im Sommer fahren 30 Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren während der Hamburger Sommerferien in das Zeltlager nach Plön. Am 27. November 2026 laden wir zu unserem beliebten Weihnachtsmärchen ins Ernst Deutsch Theater ein. Über die Details zum Stück und zur Anmeldung informieren wir in der Herbstausgabe unseres Mitgliedermagazins ab Ende August. Mit beiden Angeboten wollen wir die junge Generation früh an die genossenschaftliche Idee heranführen.
Die lange Tradition der Schiffszimmerer in Barmbek
Gotische Architektur, sehenswerte U-Bahn-Haltestellen mit verbindenden Viadukten, viel Grün und Wasser, vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten: Barmbek-Süd hat sich vom Arbeiterviertel zum Wohnquartier entwickelt, das durch Lebendigkeit genauso punktet wie durch die Nähe zur Alster und zum Stadtpark
Einige unserer ältesten Wohnanlagen liegen in diesem Stadtteil, der zum Bezirk Hamburg-Nord gehört. Dazu zählt unsere Wohnanlage in der Bachstraße aus dem Jahr 1920. Die Häuser wurden während des Zweiten Weltkriegs nahezu vollständig zerstört, konnten jedoch im Jahr 1952 wiederaufgebaut werden. Der denkmalgeschützte Heinrich-Grosz-Hof aus dem Jahr 1927 ist nach dem Gründer und langjährigen Vorsitzenden unserer Genossenschaft benannt. Auch dieses Gebäudeensemble wurde äußerlich in seiner ursprünglichen Form wiederaufgebaut. Im Inneren gestalteten wir die Grundrisse um. Weitere Wohnungen finden sich in der Dehnhaide, inmitten zahlreicher Geschäfte und in unmittelbarer Nähe der Hochbahnlinie U3.
Straßenansicht der Wohnanlage Dehnhaide mit den Hausnummern 5–25; das Foto stammt aus den 50er-Jahren
Erste Wohnanlagen fernab des Hamburger Hafens
Die Geschichte unserer Genossenschaft in Barmbek reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück: In der Barmbeker Dehnhaide bauten wir ab 1902 eine größere Wohnanlage mit sieben Etagenhäusern, die wir in U-Form um einen begrünten Platz anlegten. Es entstanden insgesamt 127 Wohnungen sowie Ladengeschäfte und eine Gastwirtschaft in den Hausnummern 5 bis 17.
In einem Rundschreiben an unsere Mitglieder bewarben wir den Neubau seinerzeit als „bleibenden Markstein“ der Genossenschaft. Wir schwärmten von der „günstige[n] Lage“ der „förmliche[n] Gartenwohnungen“, die „so viel Luft und Licht“ erhielten, „wie man es sich besser gar nicht wünschen“ könne. Dass unsere Genossenschaft an einem Standort fernab des Hafens im Hamburger Norden neuen Wohnraum für die Mitglieder errichtete, mag heute für Verwunderung sorgen. Es war eine pragmatische Entscheidung: Nachdem wir im Jahr 1900 ein erstes eigenes Bauprojekt im Sanierungsgebiet in der Hamburger Neustadt fertiggestellt hatten, änderte sich die Vergabepraxis für die dortigen Grundstücke. Die Preise stiegen, und der Bau von günstigen Genossenschaftswohnungen ließ sich nicht mehr finanzieren. Wir waren gezwungen, uns an Orten fernab des Hafens umzusehen. In der Dehnhaide wurden wir schließlich fündig. Der Bauplatz erwies sich als geeignet, da sich unmittelbar angrenzend die Haltestelle der elektrischen Bahn befand. Noch heute befindet sich in unmittelbarer Nähe die Hamburger Hochbahn U3, die erste Hamburger U-Bahn-Strecke. Dennoch war die Wohnlage für Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter aufgrund der Entfernung zu den Arbeitsplätzen nicht geeignet. Umso beliebter waren die schönen und günstigen Wohnungen bei Menschen, die nicht darauf angewiesen waren, zum Hafen zu pendeln.
Vorderansicht der Wohnanlage Dehnhaide 7–9 in den 50er-Jahren
Blick auf die Wohnanlage in der Dehnhaide mit der Hausnummer 7 aus heutiger Sicht
Zerstörung und Wiederaufbau
Um die Häuser in einwandfreiem Zustand zu halten, erhielten die Türen und Fenster wenige Jahre nach der Fertigstellung einen frischen Anstrich. Während des Ersten Weltkriegs installierten wir eine Anlage für Koch- und Leuchtgas. Umfassende Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen führten wir auch im Jahr 1927 durch. Am 6. Oktober 1928 feierten die Bewohnerinnen und Bewohner das 25-jährige Blockjubiläum mit Fahnen und Girlanden: Die Straßenbahnerkapelle spielte, eine sogenannte „Liedertafel“ (ein Chor) trat auf, und am Abend wurde in einem angrenzenden Lokal das Tanzbein geschwungen.
Weitere Maßnahmen setzten wir in den 1930er- Jahren um: 1932 erneuerten wir die Öfen; 1937 überholten wir die Fenster, Balkontüren, Dächer und das Mauerwerk, außerdem gestalteten wir die Gartenanlage neu. Allerdings hatten diese Arbeiten nur wenige Jahre Bestand: 1943 wurde die Wohnanlage infolge der Kriegsereignisse vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau der alten Substanz war nicht möglich. Im Jahr 1950 begannen wir damit, die Wohnanlage in völlig neuer Gestalt aufzubauen. In diesem Zuge entstanden 97 Wohnungen mit mehreren gewerblichen Räumen und Garagen.
In den folgenden Jahrzehnten erneuerten und modernisierten wir die Wohnanlage: 1957 erstellten wir eine zentrale Waschküche, und 1973 statteten wir die Wohnungen mit Zentralheizungen aus. 1979 erfolgte die Umstellung von Heizöl auf Fernwärme. 1998 gestalteten wir die Gartenanlage neu. Maßnahmen zur Wärmedämmung folgten im Jahr 2002.
Und auch in den vergangenen Jahren haben wir aktiv an der Verbesserung der Wohnqualität gearbeitet. Wir setzten Fassaden instand und strichen die Treppenhäuser.
Ein neuer Gemeinschaftsraum
Für den nachbarschaftlichen Zusammenhalt ist hier inzwischen ein neuer Gemeinschaftsraum entstanden: Im Jahr 2023 bauten wir einen ehemaligen Schreibwarenladen zum Quartierstreff um. Seitdem finden dort regelmäßige Nachbarschaftstreffs statt, außerdem gibt es feste Termine für Gymnastik und Theaterproben. Spontan nutzen unsere Mitglieder den Raum außerdem zum Beispiel für Spielabende, Kochrunden und Geburtstage.
Ihre Betriebs- und Heizkostenabrechnung
Ihre häufigsten Fragen und unsere Antworten
Einmal im Jahr erhalten Sie Ihre Betriebs- und Heizkostenabrechnung. Darin finden Sie alle Kosten, die im vergangenen Jahr rund um Ihre Wohnung oder Wohnanlage angefallen sind – zum Beispiel für die Treppenhausreinigung oder die Gartenpflege.
Wann erhalte ich meine Abrechnung?
Gesetzlich sind wir verpflichtet, Ihnen die Abrechnung für das Vorjahr bis spätestens Ende des Folgejahres zuzustellen – auch dann, wenn Sie im Laufe des Jahres ausgezogen sind. In diesem Fall rechnen wir nur bis zum Vertragsende ab. Einen festen Termin können wir leider nicht nennen. Für die Abrechnung benötigen wir zunächst die Rechnungen von Energieversorgern und Dienstleistern, die uns oft erst Mitte des Folgejahres vorliegen. In der Regel erstellen wir die Abrechnungen zwischen Mai und Dezember.
Was gehört zu den Heizkosten?
Die Heizkosten bestehen aus den Verbrauchskosten für Heizung und Warmwasser und den Grundkosten, die unabhängig vom individuellen Verbrauch anfallen, zum Beispiel für den Betrieb der Heizungsanlage.
Warum unterscheiden sich die Abrechnungsergebnisse der Heizkosten bei vergleichbaren Wohnungen?
Gründe dafür sind unter anderem das individuelle Heizverhalten, die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, die Lage der Wohnung im Gebäude oder die Anzahl der Heizkörper.
Wichtig: Für eine korrekte Abrechnung Ihrer Warmwasserkosten bitten wir Sie, die Ablesekarte der Firma BRUNATA ausgefüllt zurückzusenden. Melden Sie sich nicht, müssen wir Ihren Verbrauch schätzen – das kann höhere Kosten verursachen.
Vorauszahlungen, Nachzahlung oder Guthaben
Zusätzlich zu Ihrer monatlichen Grundnutzungsgebühr leisten Sie monatliche Vorauszahlungen für Heiz- und Betriebskosten. Am Ende des Abrechnungsjahres verrechnen wir diese mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch.
- Haben die Vorauszahlungen nicht ausgereicht, entsteht eine Nachzahlung.
- Haben Sie mehr gezahlt als verbraucht, erhalten Sie ein Guthaben. Den Auszahlungszeitpunkt finden Sie in Ihrer Abrechnung.
Warum wird meine monatliche Vorauszahlung angepasst?
Mit der Erstellung Ihrer Abrechnung überprüfen wir, ob Ihre bisherigen Vorauszahlungen für das neue Abrechnungsjahr noch ausreichen. Falls uns bereits Preiserhöhungen von Dienstleistern oder Energieversorgern bekannt sind, kann eine Anpassung notwendig sein. Deshalb kann es auch vorkommen, dass wir Ihre bisherigen Vorauszahlungen trotz Guthaben erhöhen müssen.
Unser Ziel ist es, hohe Nachzahlungen zu vermeiden. Ihre monatlichen Vorauszahlungen können wir daher jederzeit anpassen. Ihre zuständige Sachbearbeitung unterstützt Sie dabei gerne. Die Kontaktdaten finden Sie auf Ihrer Abrechnung.
Unsere Großinstandhaltungsmaßnahmen
im Jahr 2026
In dieser Übersicht informieren wir Sie, in welchen Wohnanlagen wir die größten Baumaßnahmen durchführen. Täglich findet darüber hinaus eine Vielzahl an kleineren Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten statt. Über alle Sie persönlich betreffenden Arbeiten informieren wir Sie rechtzeitig
| Bergedorf | Wilhelm-Bergner-Straße: Erneuerung der Aufzüge |
| Billstedt | Mümmelmannsberg I: Erweiterung der Hausmüllplätze Mümmelmannsberg II, Rahewinkel: Installation Flutschutz |
| Eimsbüttel | Sillemstraße: Umstellung von Gasheizung auf Fernwärme |
| Lokstedt | Rimbertweg 2–14c, 7–15: Druck- und Dichtigkeitsprüfungen sämtlicher Erdleitungen |
| Neustadt | Gerstäckerstraße: Modernisierung der Gartenanlage Ditmar-Koel-Straße 16/18: Balkoninstandsetzung unter Berücksichtigung der Denkmalschutzanforderung Venusberg 36: Nachverankerung der vorhandenen Verblendschale am Nordgiebel; Überarbeitung der Feuerlöschleitung |
| Ohlsdorf/ Quartier Rübenkamp | Tiefgarage Ballerstaedtweg: Tiefgaragen-Abdichtung, Betonsanierung und Malerarbeiten im Innenbereich der Tiefgarage |
| Stellingen | Spannskamp: Druck- und Dichtigkeitsprüfungen sämtlicher Erdleitungen |
| St. Georg | Rostocker Straße 16: Betonsanierung Balkone |
| St. Pauli | Wohlwillstraße 13+17: Erneuerung des Dachstuhls unter Berücksichtigung der Denkmalschutzanforderungen |
| Winterhude | Otto-Stolten-Hof: Partielle Mauerwerk-Fugensanierung unter Berücksichtigung der Denkmalschutzanforderung |
Vermischtes
Ihre Schiffszimmerer –
bald auch per App erreichbar
Sie möchten einen Schaden melden, Ihre Bankverbindung ändern oder haben eine Frage zu Ihrer Mitgliedschaft, zum Ehrenamt oder Vertreteramt?
Künftig erreichen Sie uns dafür einfach und direkt über unser neues Schiffszimmerer Mitglieder-Portal – auch als App auf Ihrem Smartphone.
Im Laufe dieses Jahres erhalten Sie Zugang zu diesem neuen digitalen Service. Ob per App, PC oder Tablet: Sie können jederzeit wichtige Dokumente einsehen – zum Beispiel Ihren Dauernutzungsvertrag oder Ihre Betriebs- und Heizkostenabrechnung. Über das Portal können Sie Ihre Anliegen bequem digital übermitteln. Außerdem informieren wir Sie dort schneller und gezielter über geplante Baumaßnahmen in Ihren Wohnanlagen.
Sobald es losgeht, erhalten Sie ein persönliches Anschreiben von uns mit allen Informationen und Ihrem individuellen Zugangscode zu Ihrem Mitglieder-Portal.
Empfängerüberprüfung bei Überweisungen
Empfängerüberprüfung bei Überweisungen
Was Sie jetzt beachten sollten
Seit Anfang Oktober 2025 gilt bei Banküberweisungen die neue Empfängerüberprüfung. Sie soll dafür sorgen, dass Überweisungen tatsächlich beim richtigen Empfänger ankommen und nicht versehentlich auf einem fremden Konto landen – ein grundsätzlich sinnvolles Sicherheitsinstrument.
Für unsere Genossenschaft bringt diese Neuerung jedoch eine kleine Herausforderung mit sich: Unser vollständiger Firmenname „Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft eG – Genossenschaftliches Wohnungsunternehmen“ ist so lang, dass er in Überweisungsformularen nicht vollständig dargestellt werden kann. Die Folge sind automatische Fehlermeldungen im Onlinebanking, obwohl die Überweisungsdaten korrekt eingegeben wurden.
Wir möchten Sie daher bitten, besonders sorgfältig die IBAN zu prüfen. Wenn diese stimmt, können Sie die angezeigte Fehlermeldung getrost ignorieren. Die Überweisung wird dennoch ordnungsgemäß ausgeführt.
Gute Nachrichten
Bindungsverlängerung für 107 Wohnungen in Bramfeld
In Absprache mit der Hamburgischen Investitions- und Förderbank ist es uns gelungen, die öffentliche Förderung von 107 Wohnungen um zehn Jahre zu verlängern – bis zum 31. Dezember 2035. Ursprünglich sollte die Förderung zum 31. Dezember 2025 enden.
Mit der Vereinbarung geht eine moderate Steigerung der Nutzungsgebühren alle zwei Jahre um 0,30 Euro pro Quadratmeter einher, welche in den Förderbedingungen der IFB festgelegt ist. Wir freuen uns, dass wir damit einen weiteren Beitrag zur Sicherung von bezahlbarem Wohnraum in Hamburg leisten konnten.
Hinweis: Die Bindungsverlängerung gilt nur für die öffentlich geförderten Wohnungen.
Gute Nachrichten für unsere öffentlich geförderten Wohnungen der Wohnanlage Barmwisch in Bramfeld
Meldungen
Zahlen erzählen
3,25 Mio.
Mehr Grün: Bäume erhöhen unsere Lebensqualität und fördern die Biodiversität. „Zugleich kühlen die rund 230.000 Straßenbäume unsere Stadt in immer heißeren Sommern ab, filtern Schadstoffe aus der Luft und binden CO2“, so Umweltsenatorin Katharina Fegebank. Der Hamburger Senat stellt deshalb in der aktuellen Pflanzsaison 3,25 Millionen Euro für die Pflanzung von Straßenbäumen zur Verfügung – regelhaft stehen dafür jährlich 500.000 Euro bereit. Durch die zusätzlichen Mittel können rund 900 Straßenbäume mehr gepflanzt werden, vor allem sogenannte Zukunftsbaumarten, die gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen. 2025 wurde Hamburg vom Europäischen Baumpflegerat (EAC) mit dem Titel „Europas Stadt der Bäume“ ausgezeichnet. Mehr Wissenswertes über Hamburgs Grün: im Online-Baumkataster auf hamburg.de oder über die Straßenbaum-App hallobaum vom NaBu
Neu im Team
„Miteinander füreinander“
Wechsel beim Verein der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V.
Sandra Koth von der Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG übernimmt von Dennis Voss (KAIFU) das Ehrenamt im Vorstand des Vereins der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V. „Das ist eine schöne Ergänzung meiner Arbeit in der Genossenschaft. Im Verein kann ich als Markenbotschafterin wirken und genossenschaftliche Bedürfnisse gegenüber der Politik deutlich machen“, sagt sie. Sandra Koth hat ihre immobilienwirtschaftliche Ausbildung in Berlin absolviert. Nach zehn Jahren beruflicher Genossenschaftserfahrung ist sie für ein Stadtplanungsstudium nach Hamburg gekommen. Seit 2014 ist sie für die Hamburger Wohnen tätig, seit 2023 im Vorstandsteam. „Genossenschaften sind ein stabiler Anker im Leben ihrer Mitglieder und schaffen lebenswerte Quartiere. Dies gilt es aufrechtzuerhalten – trotz aller Herausforderungen. Gemeinsame Werte entfalten ihre Kraft erst im Miteinander. Genau dafür steht der Verein: Er macht unsere genossenschaftlichen Stärken sichtbar und gibt ihnen Gewicht.“
Prävention
Einfach laufen lassen
Mit einer einfachen Maßnahme können Sie sich vor Legionellen schützen
Legionellen sind weitverbreitete Bakterien, die beim Menschen Lungenentzündungen verursachen können. Die Erreger werden durch fein zerstäubtes, vernebeltes Wasser (Aerosole) übertragen, das eingeatmet wird. Menschen, die rauchen oder eine geschwächte Immunabwehr haben, sind eher gefährdet. Beim Trinken von erregerhaltigem Wasser besteht in der Regel keine Infektionsgefahr, da die Legionellen von der Magensäure abgetötet werden. Mögliche Ansteckungsquellen sind Duschen oder Wasserhähne.
Die Umweltkeime vermehren sich am besten zwischen 22 und 50 Grad Celsius. In Wasserleitungen finden sie bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. Die Wohnungsbaugenossenschaften nehmen in ihren Anlagen alle drei Jahre Proben. Gibt es einen Befund, werden Armaturen ausgetauscht und die Anlage wird engmaschiger beprobt. Was können Sie selbst tun, um einer massenhaften Vermehrung von Legionellen vorzubeugen? Wenn Sie länger als vier Stunden kein Wasser verbraucht haben, lassen Sie zunächst circa 2 bis 7 Liter Wasser ablaufen, bis richtig kühles oder heißes Wasser aus der Leitung kommt. Die Wassermenge hängt von der Größe der Wohnung bzw. vom Abstand von Wasserzähler und Verbrauchsstelle ab.
Aktiv sein
Erinnern, erzählen, aufschreiben
Das ist meine Geschichte
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„Das Leben wird vorwärts gelebt und im Rückblick verstanden“, erkannte der dänische Philosoph Søren Kierkegaard. Wir stellen drei Angebote vor, in denen es darum geht, die eigene Biografie zu erkunden.
Erzählen von damals
Sie haben erlebt, was Jüngere nicht mehr kennen, ein Leben ohne Fernseher und Internet zum Beispiel. Ältere Menschen können noch berichten, wie die Wäsche auf dem Herd gewaschen wurde. Die Aktiven der Zeitzeugenbörse geben persönliche Erfahrungen weiter und stellen sich dabei den kritischen Fragen der jüngeren Generation. Mehr Infos: Seniorenbüro Hamburg e. V., Tel. 040 30 39 95-07 (Mo. bis Do. von 9 bis 13 Uhr) oder per Mail: zeitzeugen@seniorenbuero-hamburg.de
Biografisches Schreiben
Die Fachstelle „Lebe im Alter“ des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost lädt in Workshops dazu ein, das eigene Schreiben zu entdecken – und dabei immer wieder auch Rückschau zu halten. Mehr Infos: lebe-im-alter.de
Glücksgeschichten
Ehrenamtliche besuchen ältere Menschen, um deren Lebenserinnerungen zu bewahren. Mit gezielten Fragen und Impulsen helfen sie den Erzählenden, sich an glückliche Momente und besondere Lebensfügungen zu erinnern. Diese wertvollen Erinnerungen werden in einem liebevoll gestalteten Manuskript festgehalten. Mehr Infos: asb-hamburg.de, Stichwort „Glücksgeschichten“, oder telefonisch: 040 58 91 58 00.
Wir von den Genossenschaften
WIR VON DEN GENOSSENSCHAFTEN
Gut vorbereitet in schwierigen Zeiten
Extremwetter, Störfälle oder Konflikte können unerwartet unseren Alltag unterbrechen und die Versorgung einschränken. Hier lesen Sie, wie Sie sich wappnen können
Was für ein Start ins Jahr! Am 3. Januar ging in 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen im Berliner Südwesten nichts mehr – und es dauerte Tage, bis Haushalte, Pflegeheime und Supermärkte wieder mit Strom versorgt werden konnten. Die S-Bahnen standen zeitweise still. In 18 Schulen fiel der Unterricht aus. Die Ursache für den Blackout war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, er sorgte nach Angaben von Stromnetz Berlin für den längsten Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Zu solchen Vorfällen kann es leider immer wieder kommen – es gibt keine vollkommene Absicherung dagegen. Oder ein Unfall oder Extremwetter beschädigen Leitungen. Cyberangriffe können die IT-Systeme von Krankenhäusern und Versorgungswerken lahmlegen. In solchen Situationen kann es dauern, bis alles wieder funktioniert. Vorbereitet können Sie besser mit solchen Krisen umgehen.
1
Genügend Vorräte
Die Empfehlung lautet, sich im Ernstfall zehn Tage lang selbst versorgen zu können. Aber auch Essen und Trinken für drei Tage hilft schon sehr. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bietet Tabellen für Beispielvorräte sowie einen Vorratskalkulator an, mit dem Sie ermitteln können, wie viele Vorräte für Ihren Haushalt sinnvoll sind. Mehr Infos: ernaehrungsvorsorge.de
2
Haltbares Essen
Ein guter Vorrat ist so individuell wie Ihre persönlichen Ernährungsgewohnheiten. Ein Blick auf den alltäglichen Lebensmittelverbrauch kann helfen, die richtige Auswahl zu treffen. Was schmeckt Ihnen? Gibt es Allergien, die bedacht werden müssen? Denken Sie an Futter für Ihr Haustier und an ausreichend Babynahrung. Faustregel: Ihr Vorrat sollte eine lange Haltbarkeit haben, ohne Kühlung lagerbar und im Notfall ohne Kochen (Stromausfall) zuzubereiten sein. Gut geeignet sind Konserven aller Art, Nüsse, Trockenfrüchte oder Müsliriegel.
Die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ bündelt praxisnahe Empfehlungen. Zum Runterladen beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: bbk.bund.de. Oder Sie bestellen den kostenlosen Ratgeber unter 0800 664 71 15 oder per Mail: bestellservice@bbk.bund.de
3
Ausreichend Wasser
Menschen können Wochen hungern, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit auskommen. Ein angemessener Getränkevorrat ist daher besonders wichtig, auch für den Fall, dass das Leitungswasser ausfällt. Beispielrechnung: Ein Elternpaar mit einem Kind im Teenageralter braucht für zehn Tage 60 Liter Wasser zum Trinken (1,5 l pro Person und Tag) und Kochen (0,5 l pro Person und Tag). Glasflaschen und Flaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) lassen sich unterschiedlich gut lagern. Bei Mineralwasser in PET-Flaschen läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum meist nach einem Jahr ab. Glasflaschen garantieren eine Haltbarkeit über mehrere Jahre mit einem unveränderten Geschmack.
4
Warn-Apps
Laden Sie eine Warn-App herunter, zum Beispiel die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA; gibt es für Android- und iOS-Betriebssysteme). So erhalten Sie im Krisenfall auf direktem Weg wichtige Informationen. Fragen zur Warn-App NINA können Sie an den NINA HelpDesk unter 0800 664 71 19 richten (kostenfrei, nur aus Deutschland erreichbar) oder per Mail an nina@bbk.bund.de. Mehr Infos: bbk.bund.de
5
Radio im Haushalt
Kurz aufs Smartphone schauen? Wenn der Strom ausfällt, helfen Ihnen keine Warn-Apps. Sie können dann Ihre Geräte nicht nutzen, nicht telefonieren und nicht im Internet surfen. Genau für solche Situationen benötigen Sie ein stromnetzunabhängiges Radio. Geben Sie in unübersichtlichen Situationen die amtlichen Warnungen weiter – in der Nachbarschaft, im Freundeskreis und der Familie. Vielleicht haben nicht alle die Information erhalten. Wichtig: Bevor Sie Informationen – ob aus dem Radio oder dem Internet – teilen, überlegen und prüfen Sie: Ist die Quelle vertrauenswürdig? Basieren die Informationen auf Fakten? Gerade im Krisenfall besteht die Gefahr von Desinformation.

Matthias Saß ist im Vorstand des Vereins der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V. sowie Vorstand der Schiffszimmerer-Genossenschaft
„In Krisenzeiten ist sozialer Zusammenhalt eine unserer stärksten Kräfte. Das genossenschaftliche Leitmotiv ‚Gemeinsam erreichen, was alleine nicht möglich ist‘ ist heute genauso aktuell wie im 19. Jahrhundert. Als Genossenschaften unterscheiden wir uns grundlegend von klassischen Wohnungsbau- und Immobiliengesellschaften. Fairness, Verantwortung und Solidarität prägen unser Handeln. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, mit dieser Haltung herausfordernde Zeiten zu meistern und einen nachhaltigen Beitrag zu einer sozialen Gesellschaft zu leisten.“
6
Geordnete Dokumentenmappe
Es ist sinnvoll, in einer ruhigen Minute einmal die wichtigsten Papiere zusammenzustellen und Kopien anzufertigen. Wichtig sind Dokumente, die Ihre Identität bezeugen (etwa Geburtsurkunde und Perso), die Besitz oder finanzielle Ansprüche nachweisen (Kaufverträge, Versicherungen), mit denen Sie Qualifikationen belegen können (Schul- und Arbeitszeugnisse), die Ihre Rechte dokumentieren (Vollmachten oder Gerichtsurteile) oder die wichtige persönliche Informationen enthalten (Testamente, medizinische Befunde, Impfausweis oder Passwortlisten). Selbstverständlich ist es eine gute Idee, all diese Unterlagen zusätzlich digital zu sichern.
7
Notgepäck
Was brauchen Sie, wenn Sie plötzlich Ihre Wohnung verlassen müssen? Zum Beispiel warme Kleidung, Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Powerbank und Trinkflasche. In dem Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ finden Sie eine Checkliste, was alles ins Notgepäck gehört.
8
Bundesweiter Warntag
Seit 2020 findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September der Bundesweite Warntag statt. Der Aktionstag soll über die Bedeutung von Warnung und das Verhalten im Notfall aufklären sowie die Bevölkerung für individuelle Vorsorge sensibilisieren. Gleichzeitig werden die verschiedenen Warnsysteme in Deutschland getestet. Der Stadt Hamburg steht für die Warnung der Bevölkerung zurzeit ein Sirenenwarnnetz mit 200 Sirenen zur Verfügung. Beim jährlichen Sirenenprobebetrieb wird überprüft, ob alle Sirenenanlagen funktionieren. Der Test dient auch dazu, der Bevölkerung das Sirenensignal für Gefahr – ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton – in Erinnerung zu rufen. Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung. Der nächste Bundesweite Warntag findet am 10. September 2026 statt.
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Gemeinsam geht es besser
Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld (Nachbarschaft, Familie, Freunde) darüber, wie Sie sich gegenseitig in einer Notsituation unterstützen könnten. Und haben Sie alle wichtigen Telefonnummern und Adressen auf Papier? Denn im Ernstfall zählt das soziale Netzwerk. Das Miteinander und die Unterstützung innerhalb der Familie, im Freundeskreis und der Nachbarschaft helfen, mit herausfordernden Situationen zurechtzukommen. Der Austausch trägt dazu bei, einen Überblick über die Situation zu bekommen und sie realistisch einzuschätzen.
10
Werden Sie aktiv
Denn: Wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein. Dann wissen Sie besser, was zu tun ist, und können dadurch ruhiger bleiben. Sie können sich selbst versorgen, bis Hilfe eintrifft, und können andere Menschen in Ihrer Umgebung unterstützen, die sich nicht selbst helfen können. Sprechen Sie das Thema Katastrophenvorsorge bei passender Gelegenheit im Freundeskreis und in der Nachbarschaft an – vielen Menschen ist die Notwendigkeit von individueller Vorsorge nicht bewusst: Eine aktuelle repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des ARD-Fernsehmagazins „Report Mainz“ ergab: 59 Prozent der Befragten haben weder Trinkwasser noch haltbare Lebensmittel für zehn Tage im Haus. 58 Prozent besitzen kein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio.
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Bundesweiter Warntag
Seit 2020 findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September der Bundesweite Warntag statt. Der Aktionstag soll über die Bedeutung von Warnung und das Verhalten im Notfall aufklären sowie die Bevölkerung für individuelle Vorsorge sensibilisieren. Gleichzeitig werden die verschiedenen Warnsysteme in Deutschland getestet. Der Stadt Hamburg steht für die Warnung der Bevölkerung zurzeit ein Sirenenwarnnetz mit 200 Sirenen zur Verfügung. Beim jährlichen Sirenenprobebetrieb wird überprüft, ob alle Sirenenanlagen funktionieren. Der Test dient auch dazu, der Bevölkerung das Sirenensignal für Gefahr – ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton – in Erinnerung zu rufen. Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung. Der nächste Bundesweite Warntag findet am 10. September 2026 statt.
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Gemeinsam geht es besser
Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld (Nachbarschaft, Familie, Freunde) darüber, wie Sie sich gegenseitig in einer Notsituation unterstützen könnten. Und haben Sie alle wichtigen Telefonnummern und Adres-sen auf Papier? Denn im Ernstfall zählt das soziale Netzwerk. Das Miteinander und die Unterstützung innerhalb der Familie, im Freundeskreis und der Nachbarschaft helfen, mit herausfordernden Situationen zurechtzukommen. Der Austausch trägt dazu bei, einen Überblick über die Situation zu bekommen und sie realistisch einzuschätzen.
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Werden Sie aktiv
Denn: Wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein. Dann wissen Sie besser, was zu tun ist, und können dadurch ruhiger bleiben. Sie können sich selbst versorgen, bis Hilfe eintrifft, und können andere Menschen in Ihrer Umgebung unterstützen, die sich nicht selbst helfen können. Sprechen Sie das Thema Katastrophenvorsorge bei passender Gelegenheit im Freundeskreis und in der Nachbarschaft an – vielen Menschen ist die Notwendigkeit von individueller Vorsorge nicht bewusst: Eine aktuelle repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des ARD-Fernsehmagazins „Report Mainz“ ergab: 59 Prozent der Befragten haben weder Trinkwasser noch haltbare Lebensmittel für zehn Tage im Haus. 58 Prozent besitzen kein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio.
Matthias Saß ist im Vorstand des Vereins der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e. V. sowie Vorstand der Schiffszimmerer-Genossenschaft
„In Krisenzeiten ist sozialer Zusammenhalt eine unserer stärksten Kräfte. Das genossenschaftliche Leitmotiv ‚Gemeinsam erreichen, was alleine nicht möglich ist‘ ist heute genauso aktuell wie im 19. Jahrhundert. Als Genossenschaften unterscheiden wir uns grundlegend von klassischen Wohnungsbau- und Immobiliengesellschaften. Fairness, Verantwortung und Solidarität prägen unser Handeln. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, mit dieser Haltung herausfordernde Zeiten zu meistern und einen nachhaltigen Beitrag zu einer sozialen Gesellschaft zu leisten.“
Die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ bündelt praxisnahe Empfehlungen. Zum Runterladen beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: bbk.bund.de. Oder Sie bestellen den kostenlosen Ratgeber unter 0800 664 71 15 oder per Mail: bestellservice@bbk.bund.de
RESILIENTE QUARTIERE
„Das Gemeinschaftliche nach vorne bringen“
Die OPTIS – das sind (v. l.) Karin Rogalski-Beeck, Jutta Naujokat-Gravert, Marion Leiteritz, Heike Schoof und Christel Lachnit (nicht im Bild). Sie wohnen in Schiffszimmerer-Quartieren in Lohbrügge, Sasel, Ammersbek, Barmbek und der Neustadt. Seit April 2025 trifft sich die Gruppe regelmäßig in der Schiffszimmerer-Geschäftsstelle am Rübenkamp, um sich neu zu formieren. Bis dahin hatten die in ihren Quartieren gut vernetzten Frauen ihr Genossenschafts-Know-how als Lotsinnen für neue Mitglieder eingesetzt. „Das Angebot hat sich dank Smartphone und Internet überholt“, sagt Marion Leiteritz. Jetzt also die OPTIS! Der Name ist voller Bedeutung: Er steht für das kleine Boot, mit dem Menschen segeln lernen und damit Neues üben und Unsicherheiten überwinden. Er steht für lösungsorientierten Optimismus und für Optik, also für das genaue Hinschauen, welche Bedürfnisse es vor Ort gibt. „Es soll darum gehen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, der Vereinsamung entgegenzuwirken und das Gemeinschaftliche nach vorne zu bringen“, sagt Karin Rogalski-Beeck. Bei ihren Treffen diskutieren die OPTIS mit der Freiwilligenmanagerin Viola L’Hommedieu und ihrem Kollegen Lasse Mügge über neue Ideen und Projekte, die sie in ihre Quartiere tragen können. „Der quartiersübergreifende Austausch inspiriert und ermöglicht gemeinsames Lernen“, lobt Heike Schoof. „Dazu gehört auch, Bewährtes lebendig zu halten. Das Willkommensfest für neue Mitglieder – das bleibt“, ergänzt Jutta Naujokat-Gravert.
INTERVIEW
„Funktionierende Nachbarschaft ist in unsicheren Zeiten besonders wichtig“
Torsten Sevecke, Experte für Risikovorsorge, gibt eine Einschätzung der politischen Lage und sagt, welche Bedeutung gut vernetzte Quartiere in Krisen haben
Klare Worte In Vorträgen sensibilisiert der Oberst der Reserve für mögliche Gefahren
Der promovierte Jurist Torsten Sevecke (SPD) leitete früher das Bezirksamt Eimsbüttel, war Staatsrat in der Wirtschaftsbehörde und zuständig für Hafen und Luftfahrt. Seit 2023 unterrichtet der Oberst der Reserve an der Fakultät für Gesamtstaatliche Risikovorsorge an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Nienstedten.
Herr Dr. Sevecke, von Bundeskanzler Friedrich Merz stammt die Aussage: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden.“ Hat er recht?
Der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betont immer wieder, dass die Streitkräfte in Deutschland kriegstüchtig werden müssen. Der Grund für diese Vorgabe liegt in der veränderten Bedrohungsanalyse der NATO im Hinblick auf einen möglichen Konflikt mit Russland. Deswegen hat der Verteidigungsminister unter anderem entschieden, die deutsche Panzerbrigade 45 dauerhaft in Litauen zu stationieren. Die Aufstellung erfolgte im April dieses Jahres. Dies ist ein einmaliger Vorgang in der deutschen Nachkriegsgeschichte und zeigt die Ernsthaftigkeit der Bedrohung an der NATO-Ostflanke.
Tatsächlich gab es in Norddeutschland bereits Drohnen- und U-Boot-Sichtungen, sabotierte Tiefseekabel und mehr. Auch Cyberangriffe und Desinformationskampagnen beschäftigen Politik und Unternehmen. Wie real ist die Bedrohung Deutschlands, und durch wen besteht sie?
Hybride Angriffe auf die europäische und deutsche Infrastruktur sind ebenso Realität wie umfangreiche Desinformationskampagnen. Dabei steht Deutschland als größte europäische Wirtschaftsmacht und als Drehscheibe für die Verteidigung des NATO-Territoriums im Fokus unterschiedlicher staatlicher und nicht staatlicher Akteure. Eine wesentliche Rolle kommt der Russischen Föderation zu. Die Verletzungen des NATO-Luftraums durch russische Kampfflugzeuge und Drohnenschwärme nehmen erheblich zu. Die NATO nimmt die Bedrohungen ernst und reagiert entschlossen.
„Wenn jeder einen Grundvorrat bereithält und man auf hilfsbedürftige Nachbarn achtet, ist viel getan.“
Was bedeutet der Operationsplan Deutschland praktisch, und wurde er entsprechend aktualisiert?
Ein Bestandteil der Reaktionen der NATO auf die zunehmend aggressive Haltung Russlands ist der Aufbau neuer Strukturen und von Plänen wie dem Operationsplan Deutschland. Der Operationsplan Deutschland ist ein militärisches Planungsinstrument zur Vorbereitung auf die Rolle Deutschlands als Drehscheibe der NATO-Verteidigung in Europa. Der Plan wird in kurzen Abständen aktualisiert und angepasst. Verantwortlich ist das Operative Führungskommando der Bundeswehr.
Sind wir denn gut vorbereitet? Brauchen wir bald wieder Schutzräume und Bunker?
Die Bundeswehr hat sofort nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine damit begonnen, den Operationsplan Deutschland vertieft auszuarbeiten. Dazu wurden im Rahmen der Gesamtverteidigung neben der NATO auch zahlreiche zivile Organisationen und Ministerien in ganz Deutschland beteiligt. Mittlerweile sehen wir einen umfassenden Plan, der zunehmend auch von der Zivilgesellschaft zum Anlass genommen wird, die eigene Rolle in der Gesamtverteidigung zu bestimmen. Es geht darum, zu gewährleisten, dass wir auch in schweren Krisen ein Höchstmaß an Normalität bewahren können, damit unsere Gesellschaft weiter funktioniert. Schutzraumkonzepte erarbeitet gegenwärtig das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Ich rechne nicht damit, dass wir ähnliche Bunkerbauprogramme wie im Kalten Krieg brauchen werden, aber die Bereitstellung von Schutzräumen wird eine gesellschaftliche Aufgabe werden.
In einem Vortrag sagten Sie unlängst, dass die Bundeswehr im Krisenfall mit der Verteidigung beschäftigt wäre. Somit müssten wir Zivilist*innen hier dann ohne sie klarkommen. Halten Sie die Zivilgesellschaft – also uns alle – für ausreichend sensibilisiert?
Im Fall der Bündnisverteidigung an der NATO-Ostflanke wird die Bundeswehr sich komplett auf ihre militärischen Kernfunktionen konzentrieren, auch unter Einbeziehung erheblicher Anteile von Reservisten, gegebenenfalls sogar von Wehrpflichtigen. Die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Normalität, also das Funktionieren von Kitas, Schulen, Lebensmittelversorgung und die Produktivität der Wirtschaft, sind die zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Bestehen von Krisen. Die Diskussion über den Wehrdienst, über Sonderprogramme für die Ausrüstung der Bundeswehr, der Aufbau von Heimatschutzkompanien und die Verständigung über den Wert einer freiheitlichen Verfassung haben nach meiner Erfahrung für eine stärkere Sensibilisierung in Deutschland gesorgt. Die verstörenden Bilder aus dem Ukrainekrieg und aus Israel sowie die täglichen Drohungen aus Moskau tragen viel dazu bei, dass wir uns fragen, was noch kommen kann.
Sie haben es schon angedeutet: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät zur Krisenvorsorge, unter anderem soll sich jeder Haushalt einen Lebensmittelvorrat und ein Notgepäck anlegen. Was können Vermieter*innen wie die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften tun, und wie kann jeder Einzelne helfen?
Die Wohnungsbaugenossenschaften sorgen für sicheres und faires Wohnen in Hamburg. Sie tragen Verantwortung für Quartiere und Nachbarschaften. Eine funktionierende gute Nachbarschaft ist die wichtigste Voraussetzung, um in unsicheren Zeiten oder in Krisen den nötigen Zusammenhalt zu sichern. Wenn jeder Einzelne für sich einen Grundvorrat an Lebensmitteln für eine Woche bereithält, wenn man auf hilfsbedürftige Nachbarn achtet und ihnen Hilfe anbietet, ist schon viel getan. Nachbarschaftstreffs sind eine gute Gelegenheit, miteinander diese Fragen anzusprechen, auch wenn sie Ängste auslösen können. Wir haben in der Coronakrise erlebt, wie wichtig Nachbarschaften und Gespräche sind. Daraus können wir lernen.
Klare Worte
„Die Quartiersarbeit braucht die finanzielle Unterstützung der Stadt“
Thomas Speeth ist Vorstand der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Genossenschaft eG
Herr Speeth, was ist eigentlich unter dem Begriff „Quartiersansatz“ zu verstehen? Mit diesem Begriff möchten die Genossenschaften zum Ausdruck bringen, dass man innerhalb von Quartieren ansetzen sollte, um kleine Dinge und größere Veränderungen zu bewirken. Ein Beispiel: Eine freiwillig engagierte Nachbarin bietet im Quartierstreff einen regelmäßigen Kaffeeklatsch an. Was als kleine Initiative mit wenigen Teilnehmenden begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen wöchentlichen Ereignis entwickelt. Insbesondere alte und allein lebende Menschen, auch außerhalb unserer Genossenschaft, kommen regelmäßig. Der Kaffeeklatsch bietet für sie die Gelegenheit, unter Menschen zu kommen. Sie müssen dafür weder weit gehen noch belastet es ihren schmalen Geldbeutel (z. B. 50 Cent für den Kaffee, 70 Cent für den Kuchen). Dieses Beispiel steht stellvertretend für viele andere Angebote von ehrenamtlich Engagierten, die zum Beispiel Sommerfeste, Senioren-Yoga oder Tischtennis organisieren.
Was bewirkt das in den Quartieren? Die Gemeinschaft wird gestärkt. Die Menschen leben in ihren Wohnungen nicht nebeneinanderher, sondern kümmern sich umeinander, haben einander im Blick. Die Menschen können direkt vor Ort aktiv werden und benötigen wenig Geld dafür. Die Möglichkeit, sich zu beteiligen, Wirkung zu entfalten und etwas für andere zu tun, ist das beste Mittel gegen Einsamkeit.
Welche Akteure kooperieren dafür? Die Initiative kommt ursprünglich von den Genossenschaften. Wir sind vor mehr als zehn Jahren mit Partnern wie dem Diakonischen Werk Hamburg, der Martha Stiftung, dem Sozialkontor und der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll Kooperationen eingegangen. Wir haben Pilotquartiere in Langenhorn, Sasel, Stellingen oder Ohlsdorf gebildet, um den Ansatz zu testen. Gemeinsam war diesen Quartieren: Viele der dort wohnenden Menschen sind betagt und allein lebend. Die Quartiere sind groß, und durch Nachverdichtung, Abriss und Neubau oder energetische Modernisierung stehen strukturelle Veränderungen an. Mitarbeitende aus unserem Quartiers- und Freiwilligenmanagement und ausgebildete Quartiersentwickler*innen der Kooperationspartner haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass das nachbarschaftliche Miteinander in diesen Quartieren gestärkt wird. Die Kooperationspartner haben außerdem in den Quartieren regelmäßige Sprechstunden zu verschiedenen Themen angeboten. Die Genossenschaft hat im Gegenzug Wohnraum zur Verfügung gestellt, der speziell für die Zielgruppen der Sozialträger geeignet ist. Das sind zum Beispiel zwei Wohn-Pflege-Gemeinschaften für Menschen mit demenzieller Erkrankung in Stellingen und Ohlsdorf.
Wie wird das finanziert? Die Kosten für das gemeinsame Projekt haben sich die Genossenschaft, die Stadt Hamburg und die Kooperationspartner bislang aufgeteilt, zu jeweils einem Drittel. Die Genossenschaft finanziert zudem die Festangestellten im Freiwilligenmanagement und in der Quartiersentwicklung sowie die ehrenamtlichen Angebote in den Wohnanlagen.
Vor welchen Herausforderungen steht die genossenschaftliche Quartiersarbeit heute? Die Stadt Hamburg betrachtet ihre finanzielle Unterstützung als Anlauffinanzierung, die nach zwei bis maximal drei Jahren beendet wird. Das bedeutet, dass die Genossenschaften und andere Träger (Stadtteilvereine, Soziokulturelle Zentren, SAGA) Aufwendungen für die Quartiersarbeit zu hundert Prozent selbst tragen müssen. In der Konsequenz können wir keine neuen Quartiere in unserem Bestand gemeinsam mit Kooperationspartnern entwickeln.
Was muss sich ändern, damit die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann? Die Stadt Hamburg hat schon vor vielen Jahren erkannt, wie wichtig die Quartiersarbeit und das ehrenamtliche Engagement der Menschen vor Ort sind. Unser Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher hat sich im Jahr 2023 bei einem Besuch im Quartier Stellingen selbst ein Bild davon gemacht. Er zeigte sich begeistert von unserer Quartiersarbeit und der Arbeit der Kooperationspartner. Die Anlauffinanzierung der Stadt müsste verstetigt werden. Bedauerlich ist, dass die Kooperationspartner durch das Ende der finanziellen Unterstützung in der Quartiersentwicklung nun kein Geschäftsmodell mehr für sich sehen und dieses Angebot aus ihrem Katalog streichen. Das ist sehr schade, da die Quartiersarbeit sehr viel Gutes bewirkt, indem sie die Menschen in körperlicher und geistiger Bewegung hält.
Service
ADRESSEN, DIE WEITERHELFEN
Ob kostenlose Kultur oder
praktische Hilfe: Diese Kontakte bieten Unterstützung
KISS. Hamburg
Wo treffe ich Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich? In der Kontakt- und Informationsstelle finden Sie alles Wissenswerte über die mehr als 1.000 Hamburger Selbsthilfegruppen, kiss-hh.de
Bei Anruf Kultur
Erleben Sie Ausstellungen – live und kostenlos von zu Hause aus. „Bei Anruf Kultur“ bietet telefonische Kulturführungen aus über 125 Museen und Kulturorten an, beianrufkultur.de oder Tel. 040 20 94 04 69
Verbraucherzentrale
Seit über 60 Jahren unterstützt diese Institution Verbraucher und Verbraucherinnen mit kompetenter Beratung zu Themen wie Versicherungen, Finanzen, Patientensicherheit und Ernährung, vzhh.de
Kassenärztlicher Notdienst
Bei lebensbedrohlichen Notfällen rufen Sie bitte immer die 112! Die Nummer 116117 wählen Sie, wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen und Ihre Hausarzt- bzw. Facharztpraxis nicht erreichbar ist, arztruf-hamburg.de
Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine
Wer bei der Steuererklärung und Bescheidprüfung Unterstützung benötigt, kann sich vertrauensvoll an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Eine Beratungsstelle finden Sie über den Bundesverband, bvl-verband.de
Die Notdienstzentrale

Holger Janetzko koordiniert bei der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG die gemeinsame Notdienstzentrale der Wohnungsbaugenossenschaften.
Seit wann gibt es die Notdienstzentrale? Angefangen hat es 1975 mit einem Notdienst am Wochenende. Heute können die Mitglieder der 27 Wohnungsbaugenossenschaften, die sich für den gemeinsamen Notdienst zusammengetan haben, die ganze Woche außerhalb der Geschäftszeiten anrufen. Ein Team aus sechs versierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen betreut 132.000 Wohnungen in ganz Hamburg.
Wie läuft so ein Anruf ab? Der diensthabende Mitarbeiter erfragt, was genau das Problem ist, und versucht die Situation zu analysieren. Wenn es nötig ist, kontaktiert er den technischen Notdienst, den die jeweilige Genossenschaft bei uns hinterlegt hat. Wenn der Notdienst endet, informiert der Mitarbeiter die Genossenschaften per Mail über die Notfälle der Nacht oder des Wochenendes.
Wie viele Anrufe gehen pro Jahr ein? Im Herbst und im Winter während der Heizperiode sind es in der Regel mehr als im Sommer. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 20.900 Anrufe.
Waren das alles Notfälle? Nein. Es rufen viele Menschen an, die in der Nacht einfach mal mit jemandem sprechen möchten. Dafür sind wir aber nicht da. Nur bei etwa der Hälfte der Anrufe ging es überhaupt um Schäden – und davon waren viele keine Notfälle.
Was zählt als Notfall? Zum Beispiel ein Rohrbruch oder ein Heizungsausfall bei Minusgraden. Wenn der Herd nicht funktioniert oder der Wasserhahn tropft, handelt es sich nicht um einen Notfall.
Wenn der Notdienst einen Wunsch äußern dürfte, welcher wäre das? Ein netterer Ton. Manchmal werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelrecht angepöbelt. Das ist nicht schön.
Hamburgs Höhen
8x
Schöne Aussichten auf die Stadt
Schöne Aussichten auf die Stadt
Genießen Sie den Weitblick
Hanseatische Gipfel
Hamburg, platt wie eine Flunder? Irrtum! Da wären zum Beispiel die Harburger Berge oder die Fischbeker Glatze. Dieser Bergführer würdigt zudem Berge der besonderen Art, wie etwa den Energieberg oder den Pinnasberg. „Bergführer Hamburg. 80 Touren und 89 Gipfel“ von Frank Wippermann (Junius)
Blick von St. Petri
Wow! Die Hauptkirche an der Mönckebergstraße besitzt auf 123 Metern die höchste Panoramaplattform der Stadt. Beim Aufstieg bis in die Spitze des Petriturms sind allerdings 544 Stufen zu bewältigen. Der Weg führt vorbei an einem Feuerwehrmuseum (!) und an den beeindruckenden Glocken. Die Belohnung für die sportliche Leistung ist ein spektakulärer Ausblick auf die Stadt und ihre Wahrzeichen. Mehr Infos: sankt-petri.de
Schöne Aussichten
Legendär seit den Anfangstagen – hier traten einst Annie Lennox oder Lenny Kravitz auf – ist das Kult-Café (kurz CSA) mit Blick auf Planten un Blomen bis heute ein besonderer Ort. In dem Buch „Schöne Aussichten“ (Junius) erzählen Alf Burchardt und Uriz von Oertzen seine Geschichte.
ViewPoint HafenCity
Ist es ein U-Boot? Oder doch ein Dino? Architektin Karin Renner ließ sich bei der Gestaltung einerseits von den „tierhaften Krananlagen im Hafen“ inspirieren und anderseits von „einem Periskop, das aus dem Nichts auftaucht und rundum schaut“. Seit Juli 2004 ermöglicht der 13 Meter hohe Turm an wechselnden Orten Aussichten auf die wachsende HafenCity. Derzeit steht er neben der Baakenbrücke.
Turm mit Geschichte
Blitzeinschlägen und Bränden zum Trotz: Der „Michel“ ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Hamburgs – der Ausblick vom Turm der Barockkirche wunderbar. Die glänzende „Elphi“ scheint zum Greifen nah. Sie erklimmen die 452 Stufen bis zur Plattform in 106 Meter Höhe zu Fuß – oder schweben im Fahrstuhl in 40 Sekunden hinauf. Mehr Infos: st-michaelis.de/turmerlebnis
Altonaer Balkon
Vis-à-vis dem Altonaer Rathaus, etwa 27 Meter über der Elbe gelegen, befindet sich der kleine Park mit großartiger Aussicht: Vom Altonaer Balkon blicken Sie auf die Hafenkräne, auf ein- und auslaufende Schiffe und die Köhlbrandbrücke (solange sie noch steht). Picknicken ist erlaubt – dabei können Sie auch die vielen Brautpaare beobachten, die sich hier fotografieren lassen.
Den Sternen so nah
Die Stockwerke hoch zur Aussichtsplattform im Planetarium sind nach den Wandelsternen im Sonnensystem benannt. Vom Erdgeschoss, der Ebene „Erde“, geht es zum „Mond“ im 1. Stock bis hinauf zur neunten Ebene – dem fernen Planeten „Neptun“. Oder Sie werfen von zu Hause aus via Webcam einen Blick vom Dach des Planetariums auf den Stadtpark und die Stadt. Mehr Infos: planetarium-hamburg.de
Dockland
Ist es wirklich ein Haus? Oder doch ein Schiff? Das sechsgeschossige Bürogebäude aus Stahl und Glas am Elbufer in Altona ist vor allem eines: eine begehbare Sehenswürdigkeit. Über eine Freitreppe mit 136 Stufen gelangt man auf die rund 500 Quadratmeter große Dachterrasse des Docklands – und blickt, wie vom Deck eines Luxusliners, auf Hafen und Elbe und genießt wunderbare Sonnenuntergänge.
Hamburg grafisch
Auf dem Flughafen
Zahlen rund um Starts und Landungen
Digitales Kreuzworträtsel
Jetzt darf gerätselt werden! Wer die Lösung findet, hat die Chance auf einen 100-Euro-Gutschein für den nachhaltigen Avocadostore – mit Produkten, die fair, umweltfreundlich und sozial verantwortlich hergestellt sind.
Viel Vergnügen beim Miträtseln!
So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.
Einsendeschluss ist der 22.05.2026