Pfeil

Leben und Arbeiten

Moderne Job-Modelle –
unsere Mitglieder berichten

Sind die geltenden Neubau-
Normen noch sinnvoll?

Jüdisches Leben in
der Hansestadt

Liebe Mitglieder,

im Frühling 2024 erreicht Sie diese Ausgabe der bei uns. Auf den folgenden Seiten haben wir Tipps, Events und News für erlebnisreiche Wochen zusammengestellt – in Ihrer Genossenschaft und in ganz Hamburg. Außerdem gewährten uns einige Mitglieder wieder wertvolle Einblicke in ihren Alltag: Beim Hausbesuch baten wir um Erfahrungswerte zum Thema Berufsalltag – und erfuhren Inspirierendes! Ob zweite Ausbildung in der Lebensmitte, Stundenreduzierung im Alter, Auszeit oder mobiles Arbeiten im Einklang mit den familiären Pflichten: Neue Gedankengänge, neue Prioritäten wagen, dazu eignet sich der Frühling doch besonders gut.

Freuen Sie sich auf viele neue
Impulse, auch in Ihren Quartieren

Charlotte Knipping & Julia Eble
Redaktionsteam „bei uns“
redaktion@schiffszimmerer.de

Inhalt

Hamburger Grün

Oase in Eppendorf:
Hayns Park

Aktuelles

Glanzleistung in der Ausbildung, unsere neue Satzung, 150-Jahr-Feier

Klare Worte

Sind die Vorschriften zum Neubau noch zeitgemäß?

Stadt neu entdecken

Jüdische Kultur in Hamburg

Mit Zuversicht ins neue Jahr

Interview mit den Schiffszimmerer-Vorständen

Frühjahrsputz

Hamburg räumt auf,
Großinstandhaltungen im Jahr 2024

Hamburg grafisch

Viele bunte Fakten zum Fahrradverkehr

Quatiere im Wandel

Das Kranzhaus in Winterhude

Meldungen

Infos, Events und Termine rund ums Stadtleben

Herzlich willkommen!

Unsere Neubauprojekte

Leben und Job

Mitglieder erzählen von
ihren Arbeitsmodellen

Familienrätsel

Gemeinsam knobeln
und Preise gewinnen

Ausbildung? Bei uns!

Annika Küster berichtet
vom dualen Studium

Geschenk der Stadt an ihre Bürger
In den 1920ern wurde das Gartenjuwel zu einer öffentlichen Grünanlage.

Hayns Park

Als Sommerresidenz half er einem Senator beim Entree in die Hamburger
Gesellschaft, heute ist er ein Klassiker unter den Landschaftsgärten.

Max Theodor Hayn hatte als Kaufmann in Chile ein Vermögen gemacht. Er war Preuße, gebürtig aus Breslau, und obwohl er 1844 das hamburgische Großbürgerrecht erlangte, machte es die snobistische Gesellschaft der Hansestadt ihm und seiner Breslauer Ehefrau nicht leicht. Das änderte sich, als er 1873 einen prächtigen Sommersitz an der Eppendorfer Landstraße erstand und dort Feste veranstaltete, zu denen bald jeder eingeladen werden wollte. Schon damals war der – hier seinerzeit naturbelassene – Alsterlauf ein beliebtes Ausflugsziel. Es gab bereits einen Bootsverleih mit Gastronomie und auch Personenschifffahrt. Doch Eppendorf war noch ein Dorf, und seine „Hamburgisierung“ unter Oberbaudirektor Fritz Schumacher sollte erst nach 1900 einsetzen. Die Pläne zur Kanalisierung der oberen Alster stammen von Schumacher selbst, ab 1914 wurden trutzige Uferbauten im Stil der Zeit angelegt. An dieser Stelle ging Hamburgs Sommerfrische über ins Urbane. Viel älter ist der antik anmutende Rundtempel (bis ins 19. Jahrhundert ein beliebtes Design-Element im Gartenbau) im Park – der einzige in Hamburg erhaltene. Er zierte die Rasenfläche schon zu Zeiten haynscher Feste und wurde 2019 zuletzt restauriert. Ein weiteres Highlight: das in Teilen original erhaltene Planschbecken von einem Gartenbau-Star der damaligen Zeit, Otto Linne. Er hat unter Fritz Schumacher auch den Hamburger Stadtpark ausgestaltet. Nachdem Hayns Erben das Grundstück Anfang der 1920er-Jahre verkauft hatten, sollte hier eigentlich Wohnbau stattfinden. Doch Schumacher bestand auf einer grünen Lunge für die wachsende Stadt.

Thomas Speeth und Matthias Saß freuen sich auf den Arbeitsalltag im neuen Bürogebäude – im Herzen unseres Quartiers Rübenkamp

Jahresauftakt: Interview mit den Schiffszimmerer-Vorständen

„Für so viel
Engagement sind wir
sehr dankbar“

Im vergangenen Jahr hat sich der Markt für unsere Wohnungsbaugenossenschaft nachhaltig verändert. Warum wir trotzdem mit Zuversicht ins neue Jahr blicken? Die Schiffszimmerer-Vorstände Matthias Saß und Thomas Speeth berichten.

Redaktion: Für viele Menschen ist der Jahreswechsel magisch. Er ist der Beginn von etwas Neuem – wir planen neue Hobbys, schließen neue Freundschaften oder engagieren uns ehrenamtlich. Und das ist ganz natürlich: Denn die Sehnsucht nach Gemeinschaft ist tief in uns verankert, und wir wachsen im Austausch mit anderen. Wie viel Gemeinschaft haben Sie im letzten Jahr erlebt?

Thomas Speeth: Viele unserer Mitglieder waren wieder aktiv und haben sich ehrenamtlich für unsere Genossenschaft eingesetzt. Sie haben Veranstaltungen auf die Beine gestellt, Sportangebote organisiert oder in der Nachbarschaft geholfen. Für so viel Engagement sind wir sehr dankbar.

Matthias Saß: Das stärkt auch den Zusammenhalt in den Quartieren. Wir wissen jetzt, dass viele unserer Mitglieder ein gutes oder sehr gutes Verhältnis zu ihren Nachbarinnen und Nachbarn haben. Denn das gaben 94 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Mitgliederbefragung an. 8.815 Fragebögen haben wir an unsere wohnenden Mitglieder verschickt, 3.418 haben geantwortet. Alle Ergebnisse stellen wir ausführlich in der Sommerausgabe vor. So viel Zusammenhalt wünschen wir auch allen Mitgliedern, die im vergangenen Jahr in drei neue Doppelhäuser in Poppenbüttel sowie vier neue Mehrfamilienhäuser in Sasel eingezogen sind.

Zusammenhalt ist ein gutes Stichwort, wenn wir an die Herausforderungen denken, die uns in den nächsten Jahrzehnten erwarten. Da ist viel Engagement von uns allen gefragt – sei es auf gesellschaftlicher oder politischer Ebene. Wie sehen Sie dem Jahr 2024 entgegen?

Thomas Speeth: Wir freuen uns auf das neue Jahr und die neuen Projekte. Zum Beispiel entsteht in Lohbrügge ein neuer Raum für die Gemeinschaft. Dort bauen wir eine ehemalige Waschküche zum Nachbarschaftstreff um. Außerdem setzen wir die Zusammenarbeit mit unseren sozialen Kooperationspartnern fort und verstärken unsere Quartiersarbeit. Denn Quartiersräume und die Arbeit unserer Quartiersentwicklerinnen und Quartiersentwickler sind ein wichtiger Anker für unsere Mitglieder, aber auch für unsere Arbeit. Durch ihr Engagement erhalten wir wichtige Hinweise auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder jeden Alters und das Wohnen der Zukunft.

Und wie sieht die Zukunft der Schiffszimmerer aus?

Thomas Speeth: Aus heutiger Sicht planen wir Neubauprojekte auf unseren Grundstücken. So werden in der Fuhlsbüttler Straße 672 voraussichtlich 43 neue Wohnungen und eine Arztpraxis entstehen. Gleichzeitig modernisieren wir die Wohnanlage in der Ilandkoppel energetisch. Auch im Von-Herslo-Weg in Schnelsen beginnen wir mit dem ersten Bauabschnitt der energetischen Modernisierung. Weitere Neubauprojekte planen wir in Ohlsdorf an der Stelle unseres Gemeinschaftshauses im Böckelweg 21 mit voraussichtlich 13 neuen Wohneinheiten sowie in Langenhorn in der Annie-Kienast-Straße. Auch unsere Wohnanlage in Langenhorn am Wörenstieg und Eberhofstieg wird sich verändern. Bis 2035 wollen wir die alten Gebäude durch moderne Neubauten ersetzen.

Die wohl größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045. Gerade der Abriss von Gebäuden verbraucht viel Energie und schadet den Klimaschutzzielen. Wieso bauen Sie die vorhandenen Bestände nicht um, sondern reißen die alten Gebäude ab, um dann wieder neu zu bauen?

Matthias Saß: Wir wollen die Klimaschutzziele bis 2045 erreichen, das steht außer Frage. Aber gleichzeitig soll das Wohnen auch in Zukunft noch bezahlbar sein. Ein gutes Beispiel dafür sind die aktuellen Umbaupläne für unsere Wohnanlage in Langenhorn. Die Häuser im Wördenmoorweg, Wörenstieg, Eberhofweg und Eberhofstieg stammen aus den Jahren 1938 bis 1943 mit einer nicht weiter zu entwickelnden Bausubstanz. Wir haben alle Möglichkeiten geprüft, wie wir die Wohnanlage erhalten und durch eine energetische Modernisierung unsere Klimaziele erreichen können. Neben dem Klimaschutz müssen wir immer auch die Wirtschaftlichkeit unserer Genossenschaft und die Bausubstanz jeder einzelnen Wohnanlage im Auge behalten. Unsere umfangreichen Berechnungen haben ergeben, dass die Kosten für eine Modernisierung aller 293 Wohnungen nicht mehr in einem wirtschaftlichen Verhältnis zu denen eines Neubaus stehen.

Thomas Speeth: Außerdem könnten wir bei einer rein energetischen Modernisierung die Grundrisse der Wohnungen nicht verbessern. In Zeiten des demografischen Wandels brauchen wir aber nicht nur bezahlbaren, sondern auch barrierefreien Wohnraum.

Und es fehlt grundsätzlich an Wohnraum. Hinzu kommt, dass sich derzeit immer mehr Wohnungsbaugenossenschaften aus neuen Projekten zurückziehen. Das ohnehin nicht erreichte Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rückt damit in immer weitere Ferne. Woran liegt das?

Matthias Saß: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Hohe Energie-, Bau- und Grundstückspreise sowie gestiegene Zinsen. Hinzu kommen viele staatliche Vorgaben bei gleichzeitiger Unsicherheit der Förderpolitik. Die Rahmenbedingungen sind somit herausfordernder als je zuvor. Die Erteilung einer Baugenehmigung dauert schlichtweg zu lange. Um neue Projekte zu realisieren oder unsere Maßnahmen für die Klimawende umzusetzen, brauchen wir mehr Planungssicherheit und Unterstützung aus der Politik.

Wie könnte die Politik helfen?

Matthias Saß: Ich schätze, dass die Bau- und Sanierungskosten um zehn bis 15 Prozent gesenkt werden könnten, wenn die Stadt die seit vielen Jahren versprochene Entschlackung der Bauordnung endlich umsetzt. Auch der Prozess einer Baugenehmigung könnte beschleunigt werden. So wäre es sinnvoll, wenn es sogenannte „Genehmigungskonferenzen“ gäbe, an denen neben den Wohnungsunternehmen Vertreter aller Abteilungen der beteiligten Behörden teilnähmen und deren Ende die Genehmigung erteilt würde.

Wir müssen also wieder mehr zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Das zeigen auch die Maßnahmen zum Klimaschutz, die uns alle in die Pflicht nehmen. Wie sieht es derzeit mit Ihren Klimaschutzplänen aus?

Thomas Speeth: Bereits seit 23 Jahren reduzieren wir durch unsere energetischen Modernisierungen die CO2-Emissionen unseres Gebäudebestands. Zudem achten wir auf die Wahl des Energieträgers und stellen, wann immer möglich, von Gas auf Fernwärme um. Alleine mit den Baumaßnahmen in unseren Quartieren Langenhorn und Lokstedt ist es uns gelungen, innerhalb eines Jahres rund 2.000 MWh Energie einzusparen und unseren CO2-Fußabdruck um 880 Tonnen zu reduzieren. Das zeigte unsere CO2-Bilanz für die Jahre 2021 und 2022, die wir im vergangenen Jahr erstellt haben. Auf dieser Basis werden wir im nächsten Schritt weitere konkrete Klimaschutzmaßnahmen entwickeln.

Ein Beispiel ist der im vergangenen Jahr fertiggestellte Neubau im Petunienweg Süd in Sasel. Die vier Mehrfamilienhäuser haben Sie in Niedrigenergiebauweise errichtet und auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Außerdem entstanden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie E-Ladestationen in den zwei Tiefgaragen. Rüsten Sie diesbezüglich auch im Bestand nach?

Thomas Speeth: Gemeinsam mit Hansa Energieservice haben wir ein Konzept zum Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in den Tiefgaragen für unsere Genossenschaft entwickelt. Bis voraussichtlich Ende dieses Jahres werden wir gemeinsam mit dem Energieversorger Enercity fünf Tiefgaragen in den Wohnanlagen Ammersbek, Alsterdorf und Norderstedt mit jeweils fünf Ladepunkten ausstatten. Nach vorheriger Befragung der Mitglieder hat sich hier der größte Bedarf gezeigt.

Wenn Sie in die Zukunft blicken, haben Sie für das Jahr 2024 noch einen besonderen Wunsch?

Matthias Saß: In diesem Jahr treffen wir erste Vorbereitungen für das Jahr 2025. So wird es – analog zur Satzungsänderung – eine neue Wahlordnung für die Vertreterwahl geben. Diese wollen wir in diesem Jahr mit dem Aufsichtsrat und unserem Vertreterkreis beschließen. Außerdem feiern wir 2025 unser großes Schiffszimmerer-Jubiläum. Dafür wünsche ich mir wieder viel Beteiligung: Welche Aktionen und Veranstaltungen wollen wir rund um dieses Fest planen? Ich freue mich schon sehr darauf!

Thomas Speeth: Nach 60 Jahren haben wir gerade unsere Geschäftsstelle in der Fuhlsbüttler Straße 672 verlassen und sind in unser neues Büro im Rübenkamp 240 umgezogen. Wir wünschen uns, dass sich unsere Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Mitglieder gut am neuen Standort einleben und ihn mit Leben füllen!

Das klingt nach vielen interessanten Projekten im Jahr 2024! Vielen Dank für das Gespräch.

Kurzbericht 2023

Und was ist im Jahr 2023 passiert?

Schwelgen Sie mit uns in Erinnerungen und lesen Sie unseren Kurzbericht 2023. Lesen Sie den Bericht auf unserer Website:

Sie finden uns jetzt
im Rübenkamp 240

Es ist vollbracht! Nach mehr als fünf Jahren
intensiver Planungs-und Bauzeit
sind wir in unser neues
Geschäftsgebäude eingezogen.

Ab sofort finden Sie uns unter folgender Adresse:
Rübenkamp 240, 22337 Hamburg

Am einfachsten ist für Sie eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da unser Geschäftsgebäude nur ein paar Schritte entfernt von der 
S-Bahn-Station Rübenkamp liegt.

Auch unsere Öffnungszeiten
haben sich verändert:

Montag bis Donnerstag: 8.30 bis 16.30 Uhr
Freitag: 8.30 bis 12.30 Uhr

Wir verlosen ein Klimabuch

Ihr Beitrag zählt!

Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ist in aller Munde. Doch was verbirgt sich hinter Begriffen wie Photovoltaik, Bioenergie oder Wärmepumpe, welche Rolle spielt unser eigenes Verhalten?

Wir haben einen Lese-Tipp für Sie:
Das Buch
Machste dreckig – machste sauber: Die Klimalösung gibt Antworten auf diese und weitere Fragen. Mit anschaulichen Grafiken und kurzen Texten bringen zwei junge Menschen komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Punkt und machen deutlich: Jeder Beitrag zählt!

Wir verlosen 20 Bücher!
Schicken Sie uns bis zum 24. März 2024  eine E-Mail mit dem Stichwort „Klimabuch“ an redaktion@schiffszimmerer.de oder rufen Sie an unter 040 63800-165.

STRASSENGESCHICHTEN

Erste Adresse

Viel ist von den Wurzeln unserer Stadt heute nicht mehr zu sehen – Hamburg ist keine Fachwerkschönheit und hat streng genommen kein bestehendes historisches Stadtzentrum zu bieten. Unzähliges ging verloren, in Bränden und Kriegen, oder wurde im Sinne städtebaulicher Reformbewegungen mit großer Geste abgeräumt. Das heißt aber nicht, dass keine Ideen überdauert haben! Die ABC-Straße zum Beispiel: Ihr Name zeugt von einer Zeit, als zwischen Alster und Elbe noch ein wildes Durcheinander aus Straßenzügen und -bezeichnungen herrschte. Damals, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, waren die Häuser in der dem Gänsemarkt nahen Gasse mit Buchstaben gekennzeichnet – hanseatisch, pragmatisch, modern. Als der Senat beschloss, offizielle Straßennamen im ganzen Stadtgebiet einzuführen, wurde die Straße mit den Buchstabenhäusern flugs zur „ABC-Straße“. So bescheiden der Name auch klingt: Seine frühste überlieferte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1620. Damit ist er sogar älter als der „Jungfernstieg“ oder der „Gänsemarkt“.

KLINGT KOMPLIZIERT?

Cradle to Cradle

Übersetzt etwa „Vom Ursprung zum Ursprung“ – „Cradle“ (engl.: „Wiege“) –, bezeichnet der Begriff das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Idealerweise gehen bei einem solchen Produktionsprozess weder Energie noch Rohstoffe verloren, sondern werden fortwährend in den Kreislauf zurückgeführt oder in ihm (re)produziert. In puncto Wohnbau geschieht das zum Beispiel durch recycelbare Materialien und nachhaltige Energiegewinnung, aber auch durch modulare, flexibel verwendbare Bauteile. Ein deutsches Pilotprojekt, das Wohnhochhaus „Moringa“, soll in der HafenCity entstehen. Leider verzögert sich der für 2024 geplante Baubeginn um voraussichtlich zwei Jahre. 

Soziales

Weil Heimat ein
Menschenrecht ist

Seit über 50 Jahren engagiert sich die DESWOS in gebeutelten Weltgegenden für bessere Wohnbedingungen.

Eine Gesundheitsstation für ein nepalesisches Dorf, neue Räume für ein Kinderwohnheim in Tansania, sturm- und regenfeste Häuser für krisengeschüttelte Familien in El Salvador: Das sind nur einige Beispiele dafür, was die DESWOS nach dem genossenschaftlichen Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ in den vergangenen Jahren auf die Beine stellen konnte. Würdige und zukunftssichere Lebensumstände sowie die Förderung von nachhaltigen Einkommensquellen und Bildungschancen in strukturschwachen Regionen sind das Ziel. Seit mehr als 50 Jahren verwirklicht die Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen in Kooperation mit lokalen gemeinnützigen Organisationen der Zivil-gesellschaft Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gegründet wurde sie von den Wohnungsbaugenossenschaften und anderen gemeinnützigen Wohnungsunternehmen. Infos zu Projekten, Mitgliedschaft und Spenden unter:

Behörden

Hamburg wird schnell digitaler – Deutschland zu langsam

Hamburg gehört zu den Städten Deutschlands, die beim E-Government an der Spitze stehen. 
Dennoch liegt insgesamt noch vieles im Argen.

Nachdem Hamburg beim bundesweiten Smart City Index des Digitalverbands Bitkom jahrelang auf dem ersten Platz lag, musste die Hansestadt Ende 2023 München den Vorzug geben. Von 100 möglichen Punkten erreichte die bayerische Landeshauptstadt 84,5 Punkte. Hamburg kam auf 83,9 Punkte. Für den Smart City Index werden alljährlich jeweils fünf Themenbereiche – darunter die öffentliche Verwaltung –untersucht. Insgesamt fließen 157 Parameter in die Bewertung ein – von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote bis hin zu Digital-Fortbildungen für Verwaltungsangestellte. Zur Wahrheit gehört, dass Hamburg im Vergleich zu anderen deutschen Städten bei der Digitalisierung in der Spitzengruppe liegt. Deutschland setzt dabei auf die Strategie, dass jedes Bundesland einige Dienstleistungen digitalisiert und die Lösungen dann allen anderen zur Verfügung stellt. Das Problem besteht darin, dass Digitalisierung unterschiedlich interpretiert wird. Während Hamburg grundsätzlich Arbeitsweisen überdenkt, bedeutet für andere Bundesländer Digitalisierung, lediglich Dokumente zum Ausdrucken online zu stellen. Auch dieser „Vielstimmigkeit“ ist geschuldet, dass Hamburg eigene Wege geht. Ziel sei es, dass die Hamburgerinnen und Hamburger in einigen Jahren alle Dienstleistungen der Behörden auf einem Portal finden würden, zitiert der NDR den zuständigen Wissenschaftsstaatsrat Dr. Alexander von Vogel. Wer beispielsweise nach Hamburg zieht, soll mit einem Klick alle notwendigen Informationen und Formulare, die für eine Anmeldung nötig sind, erhalten. Zudem soll es möglich sein, die neue Wohnanschrift online mitzuteilen. Unverheiratete ohne Kinder können ihren neuen Wohnsitz schon heute online melden. Allerdings bedeut Digitalisierung auch, dass die Behörden von sich aus aktiver werden, so Staatsrat von Vogel. Bei der Anmeldung eines Neugeborenen beispielsweise sollen die Eltern künftig gleich den Antrag für das Kindergeld (mit)erhalten. Deutschland und damit auch Hamburg hinkt beim E-Government hinterher – das ist bekannt. Dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft zufolge hat bislang kein einziges Bundesland jene 575 öffentlichen Dienstleistungen digitalisiert, die laut Onlinezugangsgesetz (OZG) bereits Ende 2022 hätten angeboten werden müssen. In Hamburg waren es 229 Leistungen. Die eher zentral regierten skandinavischen Länder seien in puncto E-Government meist deutlich weiter fortgeschritten, weil dort standardisierte Digitallösungen für die kommunale Ebene entwickelt wurden, so das Institut. Österreich hingegen zeigt, dass auch föderal organisierte Staaten beim E-Government erfolgreich sein können. Dort gebe es in Wien mit dem Bundesrechenzentrum eine starke zentrale Digitalagentur, die Lösungen für die Länder- und Kommunalebene erarbeite. Österreich hingegen zeigt, dass auch föderal organisierte Staaten beim E-Government erfolgreich sein können. Dort gebe es in Wien mit dem Bundesrechenzentrum eine starke zentrale Digitalagentur, die Lösungen für die Länder- und Kommunalebene erarbeite.

SERVICE

Schlauer durch die Stadt

Digitale Verwaltungsangebote

Fahrzeugzulassung

Online möglich sind die Neuzulassung, die Abmeldung, Adressänderungen, Umschreibungen, Wiederzulassungen und Tageszulassungen. Zur Bearbeitung werden verschiedene Unterlagen benötigt.

Kita-Gutschein

In Hamburg hat jedes Kind Anspruch auf Kita- Betreuung (5 h pro Tag) samt Mittagessen. Die Bezirksämter Hamburg-Nord und Wandsbek haben mit der Sozialbehörde und dem Amt für IT und Digitalisierung Schwellen abgebaut:

Wohnsitzmeldung

Bürgerinnen und Bürger können ihrer Meldebehörde ihre neue Wohnanschrift online mitteilen. Sie erhalten eine digitale Meldebestätigung. Die erste Personengruppe, die den Dienst nutzen kann, sind Unverheiratete ohne minderjährige Kinder.

mitgestalten

Selbst ist das Mitglied!

Das Prinzip Genossenschaft lebt vom Gemeinsinn – im Stress des Alltags gerät er nur leider manchmal in Vergessenheit. Wir hätten da ein paar Fragen …
Miteinander in den Wohnungsbaugenossenschaften Foto: SolStock, AleksandarNakic – iStock.com

1

Geht’s Ihnen gut?

Fühlen Sie sich fit und gesund? Haben Sie genug sozialen Anschluss, vielleicht ein Hobby? Gibt es jemanden, der Sie bei persönlichen oder finanziellen Problemen berät? Wenn nicht: Bei den Genossenschaften finden Sie Unterstützung. Vom ehrenamtlich organisierten Seniorenkreis bis zum Joggingzirkel, vom Kultur-Event im Gemeinschaftsraum oder -garten bis zur Seelsorge-, Unfall- oder Finanzberatungs-Hotline: Wenn Sie sich regelmäßig auf den Webseiten oder Treppenhaus-Aushängen Ihrer Genossenschaft über Angebote informieren, werden Sie feststellen: Als Mitglied können Sie in vielen Lebenslagen vom genossenschaftlichen Prinzip profitieren.

2

Geht’s anderen gut?

Es liegt an Ihnen, wie sehr Sie die nachbarschaftliche Community an Ihrem Wohnort bereichern möchten. Haben Sie etwas beizutragen? Trauen Sie sich, es anzubieten! Wissensvermittlung, Hilfe beim Einkaufen, regelmäßiger Stammtisch: Die schönsten Ideen für gemeinsame Unternehmungen, Kontaktpflege und gegenseitige Unterstützung kommen in den meisten Fällen direkt von unseren Mitgliedern. Die Genossenschaften helfen nach Kräften, diese Ideen umzusetzen. Denn wer kennt Ihre Nachbarschaft und deren Bedürfnisse besser als Sie selbst?

  3

Geht’s dem Haus gut?

Rutschiges Laub im Flur? Ein umgeknickter Zweig im Beet? Vergessen Sie nicht: Bei den Genossenschaften sind Sie mehr als einfache Mieter. Wenn Ihnen etwas auffällt, das Sie mit eigener Kraft und ohne Risiko selbst erledigen können, dürfen und sollen Sie das auch gerne tun! Sonstige Gefahrenquellen oder Schäden am Bau melden Sie natürlich umgehend. So schützen und bewahren Sie das Wohlergehen und gemeinsame Eigentum aller.

Termine

Foto: SolStock, AleksandarNakic – iStock.com

Hamburg blüht auf

Frühlings-Events, die Sie in den kommenden Wochen auf dem Zettel haben sollten.

Laufen und laufen lassen

Wussten Sie schon, dass der Haspa-Marathon Deutschlands größter Frühjahrs-Marathon ist? Ob Sie nun die ganze oder die halbe Strecke mitlaufen, Ihre Lieben anfeuern oder einfach den Trubel auf der Straße genießen, ist einerlei: Am 28. April ist wieder die ganze Stadt auf den Beinen! Goldene Regel: Das Auto lassen Sie an diesem Tag besser stehen. Mehr Infos unter haspa-marathon-hamburg.de

Bunter Balkon

Mit „Gärtnern in Töpfen und Kübeln – So werden Balkon oder Terrasse zur grünen Oase“ bietet das VHS-Zentrum Harburg Carrée einen wunderbaren Workshop für alle, die noch Inspiration und Kniffe für ihre leeren Blumenkästen suchen. Kosten: 30 Euro, Termin: 6. April 2024 ab 12 Uhr. Weitere Infos und Kursbuchung unter vhs-hamburg.de

Let’s go wild

Rund um Ostern lohnt es sich besonders, dem Wildpark Schwarze Berge einen Besuch abzustatten. Nicht nur haben mit Glück die hier heimischen Wildschweine schon niedliche Frischlinge bekommen – der Park ruft auch zur Eiersuche auf! Wer am Ostersonntag oder -montag zum Ende des Rundgangs alle Eier gesichtet und die Anzahl notiert hat, kann Freikarten für den nächsten Besuch gewinnen. Infos unter wildpark-schwarze-berge.de

Nachwuchs

Liebe Annika, du hast dich für einen dualen Studiengang an der Hochschule 21 entschieden. Wie lief die Vorbereitung ab?

Ich bin in Buxtehude aufgewachsen und schnell darauf gestoßen, dass dort genau der Studiengang angeboten wird, den ich mir vorgestellt habe. Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen losgeschickt hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Partner für den praktischen Teil der Ausbildung.

Darum kümmert man sich also selbst?

Ja, in den meisten Fällen schon! Nur wenn man die Zusage eines Unternehmens hat, darf man mit dem Studium beginnen. Bis das der Fall ist, sagt die Hochschule, sofern die Unterlagen in Ordnung sind, unter Vorbehalt zu.

Wie kamst du auf die Idee, dich bei einer Genossenschaft zu bewerben?

Auf diese Idee hat mich meine Mutter gebracht, weil meine Großtante beim Eisenbahnbauverein wohnt. Vorher hatte ich überlegt, in ein Projektentwicklerbüro oder vielleicht zu einer Bank zu gehen. Es gibt ja wirklich viele Möglichkeiten im Immobilienbereich! Webseite, Erstkontakt und Einstellungsgespräch beim EBV haben mir aber so gut gefallen, dass ich hier gelandet bin.

Und wie setzt sich dein Berufs- und Studiumsalltag nun zusammen?

Ein Semester dauert sechs Monate. Ich bin immer im Wechsel 13 Wochen in der Uni und 13 Wochen in der Firma, insgesamt jeweils die Hälfte des Jahres. Jedes Semester ist in sich abgeschlossen und bietet eine Mischung aus technischen und betriebswirtschaftlichen Fächern. Am Anfang war das Studium extrem technisch: Zusammen mit Bauingenieuren haben wir die Grundlagen durchgenommen, also Baustofflehre, Bauphysik, Baukonstruktion und so weiter. Mit fortschreitenden Semestern wird es immer betriebswirtschaftlicher, und auch zum Thema Recht lernen wir viel. Im Laufe des Studiums kann man sich nach und nach spezialisieren, indem man Wahlpflichtfächer belegt und Schlüsselqualifikationen erwirbt. Mir liegt das Kaufmännische besonders. Auch beim EBV arbeite ich viel in diesem Bereich, bin aber nicht nur im Büro, sondern auch draußen an den Objekten unterwegs – zum Beispiel, um beauftragte Maßnahmen zu prüfen. Und im kommenden Jahr werde ich intensiver in ein Neubauprojekt eingebunden, das wird sicher besonders spannend!

Ausbildung? Bei uns!

Auf der Webseite des Vereins Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften finden Sie alle Genossenschaften, die Ausbildungsplätze anbieten.

Vielseitig lernen – zwischen Hörsaal, Büro und Baustelle

Gut ausgebildet bei den Genossenschaften

Annika Küster studiert in Buxtehude
Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien. Ihr Praxispartner:
die Eisenbahnbauverein Harburg eG.

Annika Küster studiert in Buxtehude Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien. Ihr Praxispartner: die Eisenbahnbauverein Harburg eG. Foto: Jochen Quast

Studieren an der H21

Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen:
Die Hochschule 21 in Buxtehude bietet duale Studiengänge für eine Zukunft in der Wohnungswirtschaft – und vermittelt auf ihrer Webseite auch Kontakte zu Praxispartnern. 

Gut ausgebildet bei den Genossenschaften

Vielseitig lernen – zwischen Hörsaal, Büro und Baustelle

Annika Küster studiert in Buxtehude Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien. Ihr Praxispartner: die Eisenbahnbauverein Harburg eG.

Annika Küster studiert in Buxtehude Wirtschaftsingenieurwesen Bau und Immobilien. Ihr Praxispartner: die Eisenbahnbauverein Harburg eG. Foto: Jochen Quast

Studieren an der H21

Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen:
Die Hochschule 21 in Buxtehude bietet duale Studiengänge für eine Zukunft in der Wohnungswirtschaft – und vermittelt auf ihrer Webseite auch Kontakte zu Praxispartnern.
Mehr Infos

Liebe Annika, du hast dich für einen dualen Studiengang an der Hochschule 21 entschieden. Wie lief die Vorbereitung ab?

Ich bin in Buxtehude aufgewachsen und schnell darauf gestoßen, dass dort genau der Studiengang angeboten wird, den ich mir vorgestellt habe. Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen losgeschickt hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Partner für den praktischen Teil der Ausbildung.

Darum kümmert man sich also selbst?

Ja, in den meisten Fällen schon! Nur wenn man die Zusage eines Unternehmens hat, darf man mit dem Studium beginnen. Bis das der Fall ist, sagt die Hochschule, sofern die Unterlagen in Ordnung sind, unter Vorbehalt zu.

Wie kamst du auf die Idee, dich bei einer Genossenschaft zu bewerben?

Auf diese Idee hat mich meine Mutter gebracht, weil meine Großtante beim Eisenbahnbauverein wohnt. Vorher hatte ich überlegt, in ein Projektentwicklerbüro oder vielleicht zu einer Bank zu gehen. Es gibt ja wirklich viele Möglichkeiten im Immobilienbereich! Webseite, Erstkontakt und Einstellungsgespräch beim EBV haben mir aber so gut gefallen, dass ich hier gelandet bin.

Und wie setzt sich dein Berufs- und Studiumsalltag nun zusammen?

Ein Semester dauert sechs Monate. Ich bin immer im Wechsel 13 Wochen in der Uni und 13 Wochen in der Firma, insgesamt jeweils die Hälfte des Jahres. Jedes Semester ist in sich abgeschlossen und bietet eine Mischung aus technischen und betriebswirtschaftlichen Fächern. Am Anfang war das Studium extrem technisch: Zusammen mit Bauingenieuren haben wir die Grundlagen durchgenommen, also Baustofflehre, Bauphysik, Baukonstruktion und so weiter. Mit fortschreitenden Semestern wird es immer betriebswirtschaftlicher, und auch zum Thema Recht lernen wir viel. Im Laufe des Studiums kann man sich nach und nach spezialisieren, indem man Wahlpflichtfächer belegt und Schlüsselqualifikationen erwirbt. Mir liegt das Kaufmännische besonders. Auch beim EBV arbeite ich viel in diesem Bereich, bin aber nicht nur im Büro, sondern auch draußen an den Objekten unterwegs – zum Beispiel, um beauftragte Maßnahmen zu prüfen. Und im kommenden Jahr werde ich intensiver in ein Neubauprojekt eingebunden, das wird sicher besonders spannend!

Ausbildung? Bei uns!

Auf der Webseite des Vereins Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften finden Sie alle Genossenschaften, die Ausbildungsplätze anbieten.

Auszeichnung

Besondere­ Auszeichnung­ für unseren Auszubildenden

Jonas Schlüter (Zweiter von rechts) nahm glücklich sein Stipendium für ein berufsbegleitendes Bachelorstudium an einer von den wohnungswirtschaftlichen Verbänden eingerichteten Hochschule entgegen.

W

ir freuen uns, dass sich unser ehemaliger Auszubildender Jonas Schlüter für eine Zukunft bei den Schiffszimmerern entschieden hat: Als bundesweit Bester seines Jahrgangs hat er seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann abgeschlossen. Auf dem Tag der Wohnungswirtschaft in Berlin hat er dafür vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen eins von drei Stipendien erhalten.

„Ich habe mich sehr über die Ehrung und die damit verbundene Förderung gefreut! Das Stipendium hat es mir ermöglicht, nahtlos an meine Ausbildung anzuknüpfen und zum Wintersemester ein Studium an der EBZ Business School in Hamburg zu beginnen“, so Jonas Schlüter.

Wenn Sie jemanden kennen oder selbst auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind: Regelmäßig zum 1. August eines Jahres startet die Ausbildung bei uns. Welche Benefits und Projekte wir bieten? Darüber informieren wir ausführlich unter www.schiffszimmerer.de

Überarbeitet: Satzung und Wahlordnung

Sie wollen wissen, welche Rechte und Pflichten Sie haben? Wie unsere Genossenschaft aufgebaut ist? Und was in der Wahlordnung steht?

A

uf unserer ordentlichen Vertreterversammlung im Juni 2023 haben die Vertreterinnen und Vertreter eine Satzungsänderung beschlossen, um moderne Arbeitsabläufe und digitale Kommunikation satzungsrechtlich zu ermöglichen.
Zum Hintergrund: Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hatte in Abstimmung mit den Justiziaren aller Regionalverbände die Mustersatzung für Wohnungsgenossenschaften aufgrund von Änderungen im Genossenschaftsgesetz sowie Erfahrungen aus der Pandemie aktualisiert.
Ende Oktober 2023 wurde die neue Satzung in das Genossenschaftsregister eingetragen und ist seitdem gültig.
Derzeit überarbeiten wir auch unsere Wahlordnung, um zukünftig die Vertreterwahlen digital durchführen zu können. Die Vertreterversammlung soll die neue Wahlordnung voraussichtlich am 13. Juni 2024 genehmigen.

Lesen Sie mehr zu Ihren Rechten online auf unserer Website: 

Die Planungen haben begonnen:

Im Jahr 2025 wird die Schiffszimmerer-Genossenschaft 150 Jahre alt. Selbstverständlich werden wir diesen besonderen Geburtstag gebührend feiern. Dabei spielen auch Sie, unsere Mitglieder, eine wichtige Rolle:

Haben Sie Vorschläge, Wünsche, Ideen für
die Feierlichkeiten im nächsten Jahr?

Möchten Sie selbst etwas anbieten oder sich im Rahmen der Vorbereitungen engagieren?

Dann melden Sie sich gerne bei
Viola L’Hommedieu unter

v.lhommedieu@schiffszimmerer.de
oder 040 63800-167.

Hamburg räumt auf Aktionslogo: Stadtreinigung Hamburg

Frühjahrsputz in der Nachbarschaft

Schon mit kleinen Dingen können wir der Umwelt und uns selbst etwas Gutes tun. Und das fängt bei uns zu Hause an – zum Beispiel, indem wir den Müll in die richtige Tonne werfen

Jedes Frühjahr ziehen wieder Zehntausende Hamburgerinnen und Hamburger durch die Stadt, um Straßen und Parks von Müll zu befreien. Vom 1. bis 10. März 2024 ist es wieder so weit: Die Stadtreinigung Hamburg lädt zum 27. Mal zur Aktion Hamburg räumt auf ein.

Mitmachen ist ganz leicht: Stellen Sie einfach ein Team zusammen und melden Sie Ihre Sammelaktion bis zum 8. März 2024 unter www.hamburg-raeumt-auf.de an!

Sie wohnen in Sasel?
Bereits zum zweiten Mal ziehen unsere Mitglieder im Rahmen der Aktion durch die Straßen des Saselbergs. Wann und wo sie unterwegs sind, erfahren Sie von unseren Quartiersentwicklerinnen Kristina Arischeh und Frauke Laufer telefonisch unter 040 227227-66 oder per E-Mail:

f.laufer@sozialkontor.de oder
k.arischeh@sozialkontor.de

Damit der Müll gar nicht erst auf der Straße landet:

Plastik, Papier oder Glas:

Diese Materialien haben etwas Besseres verdient, als im Hausmüll zu landen. Denn aus ihnen lässt sich noch etwas machen! Lesen Sie mehr zur richtigen Mülltrennung: www.stadtreinigung.hamburg

Gerade Pappkartons freuen sich besonders, wenn wir sie vor dem Wegwerfen falten. Sehen Sie es als kleine Sporteinheit und schaffen Sie Platz in den Mülltonnen. Ihre Nachbarschaft wird es Ihnen danken.

Foto: Schiffszimmerer-Genossenschaft eG

Gewusst wie: richtig heizen und lüften

Wie Sie Ihr perfektes Raumklima erreichen, Ihre Wohnung
vor Schimmel schützen und gleichzeitig Energiekosten sparen?

Wir haben ein paar Tipps für Sie! Sie finden unseren Flyer hier oder gedruckt bei Ihrem Hausverwalter.

Wo wir hämmern, Fenster
austauschen
oder den Anstrich erneuern?

Alle größeren geplanten Instandhaltungsmaßnahmen für das Jahr 2024 finden Sie in der folgenden Übersicht.
Darüber hinaus finden täglich kleinere
Maßnahmen statt. Über alle Arbeiten, die Sie persönlich
betreffen, informieren wir Sie rechtzeitig.

Unsere geplanten Großinstandhaltungsmaßnahmen
für das Jahr 2024

Wohlwillstraße

Wohlwillstraße 13-17: Erneuerung der Holzfenster und Dacherneuerung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes

Rübenkamp II

Tiefgarage Ballerstaedtweg: Betoninstandsetzung, Elektroarbeiten

Wilhelmsburg

Fährstraße 92-106, Heinrich-Groß-Straße 1-4: Umstellung von Gasheizung auf Fernwärme

Heinrich-Groß-Hof

Erneuerung des Kinderspielhauses

Winterhude

Otto-Stolten-Hof und Kranzhaus: Fensterertüchtigung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes

Kranzhaus: Erneuerung einzelner Balkonbrüstungen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes

Eulenkamp

Eulenkamp 47a-55b: Erneuerung der Erkerfensterelemente

Schnelsen I

Schiffszimmererweg 3b-7e: Erneuerung der Gasthermen in 53 Wohnungen inklusive Schornsteinsanierung

Lohbrügge

Harnackring 80: Umbau der Waschküche zum Quartierstreff

Theodor-Fahr-Straße

Theodor-Fahr-Straße 1a-7: Erneuerung von Wohnungslüftungsanlagen, zweiter Bauabschnitt

Norderstedt II

Dietrich-Bonhoeffer-Straße: Malerarbeiten an den Staffelgeschossen inklusive eines Anstrichs für den Brandschutz

St. Georg II

Kirchenweg 2: Erneuerung der Briefkästen und Klingelanlage

St. Georg IV

Lange Reihe 65b, 67: Erneuerung des Müllplatzes

Bergedorf West

Fockenweide 1-33, Friedrich-Frank-Bogen: Erneuerung der Fernwärmestationen im Rahmen der Übernahme eines neuen Betreibers des Nahwärmenetzes

Eilbeker Weg

Eilbeker Weg 198-200, Rückertstraße 37: Erneuerung von Wohnungslüftungsanlagen, erster Bauabschnitt

Bergstedt II

Bergstedter Chaussee 133-139: Erneuerung von Wohnungslüftungsanlagen, zweiter Bauabschnitt

Rahlstedt II

Jonni-Schacht-Weg 1a-3h: Instandsetzung von Dachterrassen, Erneuerung der Spielgeräte am Spielplatz

Einzug in Sasel Bild: Karl Stadlbauer

Willkommensfest und Einzug in Sasel

Zum Jahresende 2023 haben wir 38 frei finanzierte
Wohnungen im Petunienweg Süd fertiggestellt.

Die Wohnungen verteilen sich auf vier Mehrfamilienhäuser mit zwei bis vier Zimmern und Wohnflächen von 45 bis 99 m². Um einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität zu gehen, haben wir die Gebäude in Niedrigenergiebauweise errichtet und die Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Außerdem gibt es einen Keller und zwei Tiefgaragen mit insgesamt 24 Stellplätzen, von denen wir neun für Elektroladestationen vorbereitet haben.

Wie sieht das Zusammenleben in einer Genossenschaft aus? Was heißt Hilfe zur Selbsthilfe? Was ist das Besondere am genossenschaftlichen Wohnen? Alle im vergangenen Jahr neu eingezogenen Mitglieder konnten sich im Januar 2024 auf einem Willkommensfest kennenlernen und mehr über die Angebote unserer Genossenschaft erfahren.

Unser Ausflugstipp

Bild: WALLS OF VISION/Jérome Gerull

Ein urbanes Kunstwerk für die Neustadt

In Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle und der Dr. Hans Riegel-Stiftung ist im Oktober 2023 ein besonderes Wandgemälde an der Fassade unserer Wohnanlage in der Ditmar-Koel-Straße 19 entstanden: Der australische Künstler Fintan Magee fertigte eine Neuinterpretation von Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Mit der Umsetzung wurde das Urban Art Institute Hamburg beauftragt. Das Wandbild ist besonders gut von der Aussichtsplattform des Hamburger Michels zu sehen. Dort befinden sich eine Informationstafel und ein Selfie-Spot.

Unsere Neubauprojekte im Jahr 2024

Mehrfamilienhaus im Böckelweg

Anstelle des heutigen Gemeinschaftshauses:
ein Mehrfamilienhaus mit Hobbyraum und Werkstatt.

In unserem neuen Bürogebäude befindet sich ein großer, teilbarer Veranstaltungssaal. Diesen nutzen zukünftig auch unsere Mitglieder im Quartier für ihre Aktivitäten. Unser Gemeinschaftshaus im Böckelweg werden wir dann durch ein Mehrfamilienhaus ersetzen. Den Bauantrag haben wir bereits eingereicht. Mitte dieses Jahres brechen wir das alte Gemeinschaftshaus ab. Anschließend sollen an derselben Stelle 13 frei finanzierte Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Es gibt auch eine Besonderheit: Zum Haus gehören ein Hobbyraum und eine von außen betretbare Fahrradwerkstatt.

Neue Wohnungen an der Fuhle

Im Frühjahr werden wir den Bauantrag für unseren Neubau an der Fuhlsbüttler Straße einreichen. Dort, wo sich seit dem Jahr 1961 unsere Geschäftsstelle befunden hat, werden wir ungefähr 43 neue Wohnungen sowie eine Arztpraxis errichten. Lediglich die bestehende Tiefgarage bleibt. Diese haben wir bereits um weitere Elektroladesäulen ergänzt. Ein Großteil der neuen Wohnungen soll öffentlich gefördert werden. Die Chancen stehen gut, dass wir an der Ecke Fuhlsbüttler Straße/Ilandkoppel auf das fünfstöckige Gebäude ein Staffelgeschoss mit frei finanzierten Wohnungen aufstocken können. Außerdem sind zahlreiche Fahrradstellplätze vorgesehen, auch mit Ladestationen für E-Bikes und speziellen Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder.

Den Gebäuderiegel in der Ilandkoppel hinter unserem Neubau an der Fuhlsbüttler Straße werden wir energetisch modernisieren.

Visualisierungen: tchoban voss Architekten

Dies könnte der Blick aus der Ilandkoppel auf die Hauseingänge des Neubaus sein.

I

m Frühjahr werden wir den Bauantrag für unseren Neubau an der Fuhlsbüttler Straße einreichen. Dort, wo sich seit dem Jahr 1961 unsere Geschäftsstelle befunden hat, werden wir ungefähr 43 neue Wohnungen sowie eine Arztpraxis errichten. Lediglich die bestehende Tiefgarage bleibt. Diese haben wir bereits um weitere Elektroladesäulen ergänzt. Ein Großteil der neuen Wohnungen soll öffentlich gefördert werden. Die Chancen stehen gut, dass wir an der Ecke Fuhlsbüttler Straße/Ilandkoppel auf das fünfstöckige Gebäude ein Staffelgeschoss mit frei finanzierten Wohnungen aufstocken können. Außerdem sind zahlreiche Fahrradstellplätze vorgesehen, auch mit Ladestationen für E-Bikes und speziellen Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder.

Den Gebäuderiegel in der Ilandkoppel hinter unserem Neubau an der Fuhlsbüttler Straße werden wir energetisch modernisieren.

KLARE WORTE

„Über das richtige Maß kann man sich trefflich streiten“

Das deutsche Normenwerk umfasst rund 3.800 baurelevante Normen. Die Politik verspricht, die Bauordnungen zu entschlacken. Doch das Gegenteil geschieht. Die „bei uns“ sprach mit Genossenschaftsvorstand Holger Westphal.

Welche Norm nervt Sie am meisten?

Die bestehenden Normungen zum Mindestwärmeschutz, zum Schall- und Brandschutz sind sehr weitreichend und erzeugen hohe zusätzliche Kosten. Nehmen Sie den Schallschutz. Nach der letzten Verschärfung sind der Aufwand und die damit verbundenen Kosten noch einmal spürbar gestiegen. Dabei war der Standard auch vorher schon ausgesprochen hoch und könnte meines Erachtens gesenkt werden.

Niemand will hören, worüber die Nachbarn beim Abendessen diskutieren.

Über das richtige Maß kann man sich trefflich streiten. Niemand will zu dem fast nicht vorhandenen Schallschutz bei älteren Gebäuden mit Holzbalkendecken und ohne schwimmenden Estrich zurück. Aber diese Wohnungen sind trotz der Mängel im Schallschutz ausgesprochen beliebt, und die Bewohner kommen damit offenbar gut zurecht.

Sie nennen auch den Brandschutz.

Alle Wohnungen in Deutschland müssen inzwischen mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. Die Bewohner werden also bei einem Brand sehr schnell informiert und können sich so in Sicherheit bringen. Zu einem Abbau von Brandschutzvorschriften ist es im Gegenzug jedoch nicht gekommen. Warum eigentlich nicht?

Holger Westphal ist Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft von 1904 e.G.

Holger Westphal
ist Vorstandsmitglied der
Wohnungsgenossenschaft von 1904 e.G.

Die Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase spielt inzwischen eine große Rolle. Worin besteht hier das Problem?

Es sind die Anforderungen für die Gewährung von Förderungen, die über das bereits Geschuldete hinausgehen. Schon die gültigen Anforderungen an die Förderung von energetischen Modernisierungen führen zu deutlichen Preissteigerungen, ohne eine zusätzliche Energieeinsparung in angemessenem Umfang realisieren zu können. Mit anderen Worten: Die Kosten für jede über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus eingesparte Kilowattstunde steigen überproportional und damit auch die Mieten. Die staatlichen Fördergeber sollten die Anforderungen nicht zu hoch schrauben, um bezahlbares Wohnen in sanierten Beständen zu ermöglichen.

Hamburg setzt auf soziale Erhaltungsverordnungen, um „Altbauquartiere aufzuwerten, ohne zu verdrängen“. So die Theorie. Wie sieht die Praxis aus?

Die zahlreichen Erhaltungsverordnungen behindern die Umsetzung der Energiewende massiv. Wir haben bisher zwei Mal schlechte Erfahrungen gemacht. Am Ende konnten wir zwar für beide Modernisierungen eine Genehmigung erlangen. Es war aber mit jeweils viel Aufwand und großem Zeitverlust verbunden. Angesicht der gestiegenen Baukosten haben diese Verzögerungen zu unnötigen Baukostensteigerungen beigetragen. Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, warum in Hamburg für jedes Flurstück ein gesonderter Bauantrag in vielfacher Ausfertigung eingereicht werden muss, obwohl es sich um einen zusammenhängenden Gebäudebestand handelt.

Hamburgs Bausenatorin arbeitet gerade an einer Änderung des Baugenehmigungsverfahrens.

Das unterstützen wir. Baumaßnahmen müssen verlässlich schneller genehmigt werden. Auch die Praxis ständiger Nachforderungen von Kleinigkeiten durch die Bauprüfbehörde muss ein Ende finden. Zwingend ist, dass schlankere Genehmigungsverfahren auch für die Gebiete mit Erhaltungsverordnungen gelten. Dort haben die am Gemeinwohl orientierten Vermieter sehr große Bestände.

Wie hoch schätzen Sie die Kosten pro Quadratmeter durch zu viele Normen?

Ich halte eine Einsparung von bis zu 15 Prozent der Baukosten für möglich, dann allerdings mit Einschränkungen beim Komfort wie zum Beispiel beim Schallschutz.

Welche halten Sie für unverzichtbar?

Viele Normen sind sicherheitsrelevant und grundsätzlich richtig. Es ist nur eine Frage der Abwägung und regelmäßigen Überprüfung. Mehr Sicherheit ist immer gut, aber wann ist die Grenze erreicht? Daher finde ich die Idee einer von vornherein festgelegten Laufzeit für Normen und Verordnungen gut. Dann gibt es einen Zwang, dass sich alle Betroffenen an einen Tisch setzen und sich damit beschäftigen. So steigt die Chance, nicht mehr zeitgemäße Regelungen anzupassen.

zuhause-geschichten

Neues Arbeiten

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Hybride Arbeitsmodelle liegen im Trend.
Fast ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland nutzt das Homeoffice. Was ist das Schöne daran?
Was fehlt (manchmal) am heimischen Schreibtisch?
Vier Menschen berichten von ihren Erfahrungen.

Struktur hilft
Zu Hause hat Michèle Battmer einen festen Arbeitsplatz – im Büro findet sie Desksharing sinnvoller.

VIEL POTENZIAL

„Mobiles Arbeiten bietet Unternehmen
die Möglichkeit, schnell mit
der Digitalisierung voranzukommen“

Die Immobilienökonomin Michèle Battmer ist seit 2010 für die mgf Gartenstadt Farmsen tätig – seit der Pandemie an zwei Tagen pro Woche aus dem Homeoffice.

Die 275 Dauernutzungsverträge für den Neubau Luisenhof hat Michèle Battmer komplett im Homeoffice bearbeitet. „Solche Aufgaben kann ich nirgendwo besser erledigen. Nach vier Jahren im Homeoffice kann ich sagen: Ich leiste hier bessere Arbeit in kürzerer Zeit. Die Produktivität ist höher“, so ihr Fazit. Dafür tut die Mutter von zwei Kitakindern (2 und 4 Jahre) auch einiges. Sie geht die beiden Arbeitstage zu Hause genau geplant an: präzise To-do-Liste, Handy aus, pünktlicher Arbeitsbeginn um 8 Uhr 30 und kein „Laptop-Hopping“ durch die Wohnung: „Im Jogginganzug am Rechner zu sitzen, das wäre auch gar nichts für mich. Ich mache mich zu Hause genauso zurecht wie an den beiden Tagen, an denen ich ins Büro gehe. Das hilft mir zusätzlich, meinen Fokus auch zu Hause ganz auf die Arbeit zu richten.“
Den Schnack mit den Kollegen und Kolleginnen im Büro vermisst sie manchmal: „Es arbeiten allerdings inzwischen so viele von uns im Homeoffice, dass die Flure sowieso deutlich leerer als früher sind und wir uns an Präsenztagen mithilfe von Desksharing organisieren. Dass jeder und jede einen eigenen Platz hat, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Dank ihrer langjährigen Betriebszugehörigkeit gelingt es Michèle Battmer gut, den Kontakt zum Team auch ohne tägliche Treffen hauptsächlich über Telefonate zu pflegen. „Aus dem Homeoffice heraus neu in einem Unternehmen zu starten, ist sicherlich eine größere Herausforderung“, sagt sie. Im mobilen Arbeiten sieht die Immobilienökonomin nicht nur einen großen Gewinn für sich und ihre Familie.
„Homeoffice ist genauso eine super Chance für Unternehmen, mit der Digitalisierung schnell voranzukommen“, sagt sie. „Dass Mitarbeiter inzwischen von außen auf die Daten zugreifen können müssen, hat die Entwicklung gepusht. Verträge, Mieterakten – das liegt jetzt bei uns alles digital vor. Wir führen Bewerbergespräche für Wohnungen per Zoom und interne Besprechungen im hybriden Format durch. Von dieser Flexibilität profitieren alle.“

Gut eingerichtet
Flexibles Arbeiten hat viele Dimensionen – für Felix Buth gehört auch ein höhenverstellbarer Tisch dazu.

MEHR FLEXIBILITÄT

„Der Mix aus Präsenz und Homeoffice ist ideal“

Felix Buth arbeitet als Projektentwickler bei der fluwog. Auf Baustellen fährt er manchmal direkt aus dem Homeoffice.

„Mit der Geburt unserer Kinder kam auch der Wunsch nach mehr Flexibilität, um den Spagat zwischen Arbeit und Familienleben besser zu meistern. Ein bis zwei Tage Homeoffice in der Woche machen zu können, ist für die Familie ein riesiger Gewinn, da ich im Bedarfsfall auch spontan unterstützen kann.“ Inzwischen ist der Vater zweier Töchter (6 Monate und 2,5 Jahre) aber auch aus anderen Gründen vom mobilen Arbeiten sehr überzeugt. „Durch den Mix aus Präsenz und Homeoffice habe ich das Beste aus beiden Welten – im Büro den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Kollegen und zu Hause die Möglichkeit, vertieft an einer Sache zu arbeiten. Heute würde ich mich deshalb auch ohne Kinder um Homeoffice bemühen. Das ist einfach ein gutes Arbeiten“, sagt der gelernte Kaufmann. Bei der fluwog ist er an der Schnittstelle zwischen Genossenschaft und Bauleitung tätig, vertritt den Bauherren auf der Baustelle – dazu gehört, dass er gelegentlich auch aus dem Homeoffice auf eine Baustelle fährt: „Ich versuche, meine Aufgaben inhaltlich sinnvoll auf die Präsenztage und die Zeit im heimischen Arbeitszimmer zu verteilen. Aber ich bin flexibel, damit es gut funktioniert.“ Von zwei Arbeitsplätzen aus zu arbeiten, erfordere etwas mehr Disziplin und Planung, fördere dafür aber das strukturierte Arbeiten, so Felix Buths Beobachtung. Und es schule ganz nebenbei die Fähigkeit, Arbeitsschritte bewusst abzuschließen. „Homeoffice funktioniert besser, wenn man sich darin übt“, sagt er und bringt ein kleines Beispiel dafür: „Wenn man in den eigenen vier Wänden arbeitet, fällt einem unweigerlich ins Auge, was im Haushalt gemacht werden müsste, etwa Wäsche aufhängen oder die Spülmaschine ausräumen. Ich habe mir angewöhnt, so etwas nicht mehr schnell zwischendurch halb zu erledigen, sondern dafür bewusst eine Pause zu nehmen und die Aufgabe ganz zu Ende zu bringen. Haken hinter, fertig.“ Genauso umgekehrt, vor einer Arbeitspause wird der jeweilige Vorgang erst abgeschlossen. „Sonst fängt es an, stressig zu werden. Und das ist ja nicht Sinn der Sache.“

Gut eingerichtet
Flexibles Arbeiten hat viele Dimensionen – für Felix Buth gehört auch ein höhenverstellbarer Tisch dazu.

GUTE ERFAHRUNGEN

Kind und Karriere
Vereinbarkeit gelingt für Sebastian Neumann-Böhme und seine Partnerin im Homeoffice.

„Eine vernünftige technische Ausstattung
und gute Selbstorganisation sind entscheidend“

Konzentriertes Arbeiten und entspannte Kinderbetreuung –
Sebastian Neumann-Böhme und seine Partnerin schätzen das Homeoffice.

Zoom-Meeting am späten Nachmittag. Hinter Sebastian Neumann-Böhme erscheint als Fotohintergrund der prächtige Ernst-Cassirer-Hörsaal im Hauptgebäude der Universität Hamburg. „Augenblick, warten Sie kurz“, sagt er. Ein paar Klicks, dann ist der Hörsaal weg. Stattdessen wird nun ein weißes Bücherregal hinter ihm sichtbar. Der Gesundheitsökonom zoomt von zu Hause – aus dem Homeoffice. Gemeinsam mit seiner Partnerin und seinem neun Monate alten Sohn lebt er im Quartier Rübenkamp der Schiffszimmerer. Wenn er nicht gerade in Elternzeit ist, arbeitet der Wissenschaftler drei Tage im Homeoffice und zwei Tage in Präsenz an der Universität Hamburg. Seine Frau ist Arbeitspsychologin und nutzt einen Telearbeitsplatz.
„Wir sind beide große Fans vom Homeoffice. Es ist einfach sehr praktisch fürs konzentrierte Arbeiten, etwa um länger zu lesen oder einen Text zu schreiben. Die Kinderbetreuung funktioniert natürlich auch viel einfacher“, sagt der junge Vater. „Und der Kaffee schmeckt zu Hause einfach besser. Auch ein klares Plus fürs Homeoffice“, schiebt er lachend hinterher. Der Paketbote weiß längst, dass er gute Chancen hat, dass er bei Neumann-Böhme etwas abgeben kann – fast immer ist jemand da. „Man lernt durch das mobile Arbeiten sein Wohn-umfeld noch einmal anders kennen. Mit zwei anderen jungen Vätern aus dem Quartier mache ich manchmal gemeinsam Mittagspause. Das hätte sich ohne Homeoffice wahrscheinlich nicht ergeben“, vermutet Neumann-Böhme.
Vertraut ist ihm das mobile Arbeiten bereits länger – durch seine Tätigkeit an der Universität Rotterdam einige Jahre zuvor. „In den Niederlanden ist Homeoffice schon vor der Pandemie normal gewesen. Dort zahlt der Arbeitgeber zum Beispiel Mitarbeitern im Homeoffice eine steuerfreie Pauschale von 25 Euro für eine gute Internetverbindung.“ Damit das Arbeiten zu Hause gut gelingt, sind aus seiner Sicht vor allem drei Dinge wichtig: eine vernünftige technische Ausstattung, gute Selbstorganisation und, vielleicht etwas überraschend, die Fähigkeit, aktiv Kontakt zu anderen Menschen zu suchen. „Wer im Homeoffice arbeitet, gewinnt Ruhe und Konzentration. Es braucht dafür aber etwas mehr Engagement, um mit anderen im Austausch zu bleiben.“

Gesundes Arbeiten im Homeoffice

Der Arbeitsplatz
Das A und O ist ein gut eingerichteter Arbeitsplatz, am besten mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch, (aufgestellt im 90°-Winkel zum Fenster für optimales Licht von der Seite), einem ergonomischen Stuhl und guter Schreibtischleuchte.

Lüften
Mehrmals am Tag stoß- oder querlüften; das sorgt für eine gute Sauerstoffversorgung.

Bewegung
Der Arbeitsweg im Homeoffice ist nur einige Meter weit. Deshalb ist es doppelt wichtig, auf ausreichende Bewegung zu achten. Dehnübungen zwischendurch und regelmäßiges Aufstehen helfen, im Homeoffice nicht zu verspannen. Ein Spaziergang in der Mittagspause erfrischt.

Buchtipp: rfolgreich und gesund im Homeoffice arbeiten: Impulse für Mitarbeitende und Teams für eine gelungene Zusammenarbeit „Erfolgreich und gesund im Homeoffice arbeiten: Impulse für Mitarbeitende und Teams für eine gelungene Zusammenarbeit“

Wertvolle Praxistipps, um effizient und selbstbestimmt zu Hause zu arbeiten und dabei die Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Springer Gabler Verlag

2000 SCHRITTE WENIGER

„Vor zehn Jahren noch erschien ­ mir das Arbeiten in den eigenen ­ vier Wänden wie eine Utopie“

Anja Prahle, Immobilienkauffrau bei der
Schiffszimmerer-Genossenschaft, klappt an zwei
Tagen pro Woche den Laptop zu Hause auf.

Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Tag im Homeoffice?

Auf jeden Fall. Das war im Frühjahr 2020 zu Beginn der Pandemie, als die ersten Fälle in Südtirol nachgewiesen wurden. Ich war genau zu dieser Zeit für ein Wochenende in Wien. Als ich zurückkam, hieß es: „Du bleibst besser zu Hause.“ Die Kollegen stellten mir die Akten vor die Haustür und die Bildschirme auf die Terrasse. Und dann ging es los. Ich war die allererste Mitarbeiterin im Unternehmen, die ins Homeoffice ging.

Wie fühlte sich das an?

Am Anfang etwas einsam, wie strafversetzt. Aber bald war ich stolz, dass ich es so gut hinbekommen habe. Und es dauerte ja auch nur ein paar Wochen, bis nahezu alle Kollegen und Kolleginnen von zu  Hause arbeiteten.

Wie ist es heute?

Wir können zwei Tage in der Woche mobil arbeiten. Ich nutze diese Möglichkeit nahezu immer – wie die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen. Ich mag die Ruhe, das konzentrierte Arbeiten. Und ich schätze es sehr, dass ich durch den Wegfall des Arbeitsweges mehr Freizeit habe. Aber: Das hat auch Nachteile.

Welche?

Ich fahre gern mit dem Rad zur Arbeit. Das fehlt, wenn ich zu Hause arbeite. Und mein Schrittzähler zeigt an den Homeoffice-Tagen bestimmt 2000 Schritte weniger als sonst an. Im Büro nutze ich jede Gelegenheit, um kurz aufzustehen und mich zu bewegen. Statt zu telefonieren oder zu mailen, gehe ich lieber zu den Kollegen rüber. Das gibt es im Homeoffice natürlich nicht, auch nicht den kurzen Plausch auf dem Flur.

Hätten Sie zu Beginn Ihres Arbeitslebens erwartet, dass Homeoffice einmal so selbstverständlich werden würde?

Nein. Als ich in der Ausbildung war, da kannte ich das Wort Homeoffice nicht einmal, behaupte ich jetzt mal. Irgendwann habe ich gelesen, dass es in größeren Unternehmen angeboten wird. Ich habe damals sogar mit meiner Kollegin überlegt, welche Tätigkeiten besonders gut fürs Homeoffice geeignet sein könnten. Dass ich selbst mal im Homeoffice arbeiten könnte, das erschien mir zu dem Zeitpunkt allerdings noch völlig utopisch. Heute möchte ich es nicht mehr missen.

4 Antworten
zum Thema Homeoffice

1
Ist Homeoffice
der (Arbeits-)Trend
der Zukunft?

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen dafür. Die Pandemie ist vorbei, dennoch arbeitet weiterhin ein Viertel aller Erwerbstätigen von zu Hause aus, zumindest an einigen Tagen in der Woche. In den Branchen IT, Forschung und Verwaltung sitzen sogar bis zu 70 Prozent der Beschäftigten am heimischen Schreibtisch. Zum Vergleich: 2019 waren insgesamt nur 12,8 Prozent der Erwerbstätigen im Homeoffice. In den Niederlanden liegt der Anteil mit 53 Prozent derzeit EU-weit am höchsten. Dort gibt es seit 2015 einen Rechtsanspruch auf Homeoffice

2
Homeoffice, Telearbeit oder mobile Arbeit: Was ist der Unterschied?

Den umgangssprachlichen Begriff Homeoffice gibt es aus arbeitsrechtlicher Perspektive gar nicht. Stattdessen unterscheidet man zwischen Telearbeitsplätzen und mobilem Arbeiten. Beim mobilen Arbeiten können Sie den Arbeitsort frei wählen, zum Beispiel im Café, im Zug oder im Co-Working-Space tätig werden. Oder Sie nehmen Ihren Laptop gelegentlich aus dem Büro mit nach Hause. Beim mobilen Arbeiten gilt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), nicht aber die Arbeitsstättenverordnung (Arb-StättV). Anders sieht es bei einem Telearbeitsplatz aus. Hier wird Ihr Arbeitsplatz vom Arbeitgeber zu Hause eingerichtet, meist ist die Arbeitszeit fest vereinbart – und es gilt zum Arbeitsschutzgesetz auch die Arbeitsstättenverordnung.

3
Ist mein Arbeitgeber
verpflichtet, Homeoffice zu genehmigen?

Nein, derzeit gibt es in Deutschland keinen gesetzlich verankerten Anspruch. Genauso wenig kann der Arbeitgeber Homeoffice einseitig anordnen.

4
Kann ich das
Homeoffice von der
Steuer absetzen?

Seit 2023 können Steuerpflichtige pro Tag im Homeoffice sechs Euro in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen, insgesamt bis zu 1.260 Euro, also 210 Tage. Ob man am Esstisch, im Schlafzimmer oder auf dem Balkon arbeitet, ist dabei egal. Ein Extra-Arbeitszimmer ist keine Voraussetzung für einen Steuerabzug.

Hamburg NEU entdecken

8 ×
Hamburg neu entdecken

Orte jüdischer Kultur in unserer Stadt

Besucher sind in der Synagoge nach Anmeldung willkommen.

Für Männer ist eine Kopfbedeckung Pflicht; im Foyer kann man sich Kippot (siehe Foto) ausleihen.

Die Synagoge Hohe Weide in Eimsbüttel

Ihr Grundstein wurde am 9. November 1958 gelegt, genau zwanzig Jahre nach der Zerstörung der Synagoge am Bornplatz im Grindelviertel. Der moderne Bau ist fünfeckig ausgelegt und erhält seinen sakralen Charakter durch hohe, im Stil der Bauzeit gestaltete Fenster. Die Gemeinde bietet für Schulklassen und Kleingruppen Führungen an, die einen Einblick in den künstlerischen und kulturellen Reichtum des von außen so schlichten Gemeindemittelpunkts ermöglichen. Auch die Teilnahme an einem Gottesdienst ist nach Anmeldung möglich.
Details zu Besuchsmöglichkeiten und Ansprechpartner unter jghh.org

Die Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule im Karoviertel

In dem denkmalgeschützten Schulgebäude werden heute Veranstaltungen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart angeboten, die man auf den Internetseiten der Hamburger Volkshochschule buchen kann. Auch Sprachkurse in Hebräisch und Jiddisch finden hier statt! Nicht versäumen: Im oberen Stockwerk befindet sich die Dauerausstellung „Das ehemalige jüdische Schulleben am Grindel“, ihr Herzstück: ein historisches Naturkundeklassenzimmer aus dem Jahr 1930. Dr.-Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstraße 35, 20357 Hamburg, Veranstaltungen unter vhs-hamburg.de

Der Joseph- Carlebach-Platz in Rotherbaum

Ende 2023 gruben hier Archäologen nach Resten einer der größten historischen Synagogen Deutschlands, die 1938 während der Reichspogromnacht von Nazis verwüstet wurde. Die Funde sollen auch in den Architekturwettbewerb zum geplanten Wiederaufbau einfließen. Seit 1988 ist der Platz durch eine maßstabsgetreue Mosaik-Nachbildung des Deckengewölbes im gepflasterten Boden als Mahnmal gestaltet.

Das „Mirou“ in Winterhude

Koschere Restaurants gibt es in Hamburg zwar nicht, aber einige israelische. Unter ihnen ist das „Mirou“ besonders zu empfehlen. Bei jeder bestellten Hauptspeise gehen 50 Cent an ein Klimaschutzprojekt!  
Infos unter mirou-hamburg.de

Das Heine-Haus in Ottensen

Salomon Heine ( 1767–1844) war ein großer Hamburger Wohltäter im Angesicht von Ausgrenzung und Diskriminierung: Der Bankier (und Onkel von Heinrich Heine) spendete unter anderem Unsummen für Wiederaufbauten nach dem großen Brand. Das ehemalige Gartenhaus seines nicht erhaltenen Anwesens dient nun als Kulturforum, insbesondere zur Bewahrung jüdischer Geistesgeschichte.

Themen und Termine unter heine-haus-hamburg.de

Der Jüdische Salon
am Grindel e. V.

Ursprünglich 2008 zeitgleich mit dem Café Leonar (und an der gleichen Adresse) am Grindelhof als Inspirations- und Begegnungsstätte gegründet, existiert der Salon heute als ortsübergreifende Initiative mit dem Ziel, jüdische Kunst und Kultur zu fördern und zu vermitteln. Liebevoll kuratierte Lesungen, Podiumsdiskussionen, Vorträge und Konzerte tragen zum lebendigen Austausch in der und rund um die Community bei.

Termine und Veranstaltungsinfos unter
salonamgrindel.de

The Kosher Market in Rotherbaum

Im vergangenen Frühling war es endlich so weit: Nachdem sich Rabbiner Shlomo Bistritzky seit Jahren um die Umsetzung bemüht hatte, findet man im Untergeschoss des Jüdischen Bildungszentrums Chabad Lubawitsch nun Hamburgs einzigen koscheren Supermarkt. Allen Kulinarik-Fans sei empfohlen, hier auf Entdeckungstour zu gehen, aber besonders für koscher lebende Hamburger ist das Geschäft mit angeschlossenem Catering-Service ein lange überfälliger Gewinn. Infos und Sortiment-News unter facebook.com/KosherMarketHH

Der Jüdische Friedhof
in Altona-Altstadt

Der historische Jüdische Friedhof Altona ist der heute älteste jüdische Friedhof in Hamburg und der älteste portugiesisch-jüdische in Nordeuropa. Er wurde 1611 angelegt; seine Größe sowie die hohe Zahl erhaltener Grabsteine machen ihn zu einer der bedeutendsten jüdischen Ruhestätten der Welt. Ein Besuch, bestenfalls mit Führung, lohnt sich also unbedingt! Mit dem Eduard-Duckesz-Haus gibt es ein Besucherzentrum, das Sonntags um 12 auch Begehungen für Einzelpersonen anbietet. 

Infos unter denkmalstiftung.de

Quartiere im Wandel

Unser Kranzhaus in der Jarrestadt

Dunkelrote Backsteinbauten und großzügige Frei- und Grünflächen,
die durch imposante Torbögen erschlossen werden, prägen das Quartier im Stadtteil Winterhude.
Das Wohngebiet in der Jarrestadt entstand in den 1920er-Jahren im Stil der Sachlichkeit. Heute steht es unter Denkmalschutz.

Fotos: Schiffszimmerer-Genossenschaft eG, Markus Tollhopf

Das Kranzhaus in der Großheidestraße in Winterhude, erbaut im Jahr 1930.

Fotos: Schiffszimmerer-Genossenschaft eG, Markus Tollhopf

Blick auf den Martin-Haller-Ring der 50er-Jahre.

Das Kranzhaus ist nach dem ehemaligen Amtshaus der Schiffbauer benannt, in dem unsere Genossenschaft 1875 gegründet wurde. Das ursprüngliche Kranzhaus stand bis in die 1880er-Jahre am Brook – bis es abgerissen werden musste, um Platz für die Neubauten der Speicherstadt zu schaffen. Wussten Sie schon? Noch heute ziert die Silhouette des ursprünglichen Kranzhauses das Logo unserer Genossenschaft.

Fritz Schumacher und die Jarrestadt

Unsere beiden Gebäudeensembles Otto–Stolten-Hof und Kranzhaus liegen inmitten der traditionsreichen Jarrestadt in Winterhude. Diese entstand, als in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre der populäre Oberbaudirektor Fritz Schumacher einen Architekturwettbewerb initiierte, um auf staatlichem Gelände den Bau von etwa 1.750 Kleinwohnungen zu verwirklichen. Nach einem gleichförmigen Gestaltungskonzept, das die Lage der Straßen sowie ein einheitliches Fassadenbild vorgab und den Bau der Gebäude und Wohnungen reglementierte, sollten zunächst zehn Einzelblocks entstehen. Insgesamt gingen 214 Entwürfe ein, die nach den Kriterien Grundrisseigenschaften, städtebauliche Gruppierung, architektonische Gestaltung und Wirtschaftlichkeit des Bauens beurteilt wurden. Die zehn Erstplatzierten, die mehrheitlich dem Stil des Neuen Bauens nahestanden, erhielten die Chance, jeweils einen der vorgesehenen Wohnblocks in der Jarrestadt zu realisieren. Im Falle des Otto-Stolten-Hofs war es der Stadtplaner und Architekt Friedrich Richard Ostermeyer, der in unserem Auftrag die Erstellung des Gebäudekomplexes übernahm. Anfang 1929 schlossen wir die Bauarbeiten ab.
Nur wenige Monate später entstand in unmittelbarer Nachbarschaft – zwischen Martin-Haller-Ring und Großheidestraße – das neue Kranzhaus. 1930 stellten wir es in rotem Vor- und Hintermauerstein fertig. Der Entwurf ging auf die Architekten Alfredo Puls und Emil Richter zurück: Das Gebäudeensemble enthielt zunächst 144 Wohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von rund 60 Quadratmetern sowie Bäder und eine zentrale Heizung und Warmwasserversorgung. Außerdem entstand hier Raum für mehrere Gewerbeeinheiten, die wir in späteren Jahren teilweise in Wohnungen umgewandelt haben. Wegen der wegweisenden Bauweise und der modernen Ausstattung zählte das Kranzhaus zu unseren begehrtesten, aber auch teuersten Wohnanlagen.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Im Sommer 1943 wurde der Bau schwer beschädigt, er brannte vollständig aus. In den beiden folgenden Kriegsjahren unternahmen wir mehrere Versuche, den Komplex wieder aufzubauen. Städtische Stellen unterstützten das Vorhaben mit Material und der Zuteilung von Kriegsgefangenen, die als Zwangsarbeiter vorrangig für die gefährliche Beseitigung von Schutt eingesetzt wurden. Allerdings scheiterten unsere Pläne. Zum Ende des Kriegs galt das gesamte Kranzhaus nach wie vor als unbewohnbar. Aufgrund der akuten Wohnungsnot hatten sich jedoch einige Bewohnerinnen und Bewohner provisorische Unterkünfte in den Kellerräumen eingerichtet.
Trotz der beschädigten Wohnungen galt der Komplex in seiner Gesamtheit als außerordentlich gut erhalten. Zudem sah die britische Militärregierung das Gebiet der Jarrestadt als besonders aufbauwürdig an. Selbstverständlich hatten auch wir großes Interesse daran, eine unserer wertvollsten Besitzungen vor weiterem Verfall zu schützen. Ein zügiger Wiederaufbau scheiterte jedoch an der Frage der Baufinanzierung. Obwohl auch unsere Mitglieder im Rahmen der kollektiven Selbsthilfe tatkräftig mitwirkten, kamen die Aufbauarbeiten nur zögerlich voran. Erst 1949 konnten wir die letzten Wohnungen wiederherstellen.
Während wir beim Otto-Stolten-Hof weitreichende Veränderungen vorgenommen hatten, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, hielten wir beim Wiederaufbau des Kranzhauses aus technischen Gründen an den alten Grundrissen fest. Hier richteten wir außerdem unsere neue Geschäftsstelle ein, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon im September 1948 bezogen. Als wir 1961 mit unserer Geschäftsstelle in die neu errichtete Fuhlsbüttler Straße 672 umzogen, entstanden in den alten Räumlichkeiten zusätzliche Wohnungen und ein Laden.
In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre begannen wir damit, das inzwischen denkmalgeschützte Kranzhaus zu modernisieren. Wir verstärkten elektrische Steigleitungen, verbauten Türsprech- und Öffnungsanlagen und integrierten isolierverglaste Fenster. Den ursprünglichen Charakter der Fassade erhielten wir. Überdies sorgten wir für Verbesserungen im Sanitärbereich. Weitere Maßnahmen folgten in den 2000er-Jahren: Durch die Optimierung unserer Heizungs- und Warmwasseranlagen und energetische Modernisierungen konnten wir den CO2-Verbrauch zwischen 1997 und 2014 halbieren. Zuletzt haben wir uns der Instandsetzung der Fassaden zugewandt und auch hier hervorragende Ergebnisse erzielt.

Die Legende vom Kranzhaus

Wie kam das ursprüngliche Kranzhaus zu seinem Namen?

„In alten Zeiten stand auf dem Brook das Kranzhaus, allen Schiffszimmererleuten bekannt. Es war das Vermächtnis einer Kaufmannstochter an die deutschen Schiffszimmerer. Sie hatte sich einem jungen Schiffszimmerer versprochen. Ihr Vater wollte die Ehe nicht eher zulassen, als der Bräutigam sich auf See bewährt hatte. Auf seiner ersten Fahrt fand er den Seemannstod.

Seine Frau blieb ihm treu und starb als Jungfrau. Ihr zu Ehren brachten die Schiffszimmerer ihr Standbild an dem Hause an. Sie schmückten es mit einem Kranze, wenn sie in jedem dritten Jahre bei der Kranzfeier der Jungfrau und des ihr verlobten Schiffszimmerers mit festlichen Reden und Sprüchen gedachten.

Das Kranzhaus wurde 1684 durch Feuer zerstört. 1685 errichtete es das Schiffsbauamt neu. 1888 musste es Hamburgs Zollanschluss an das Deutsche Reich weichen. 1930 baute die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft dieses Haus und gab ihm den alten Namen. Ein Denkmal der Treue soll den Sinn unserer Genossenschaft überliefern.“

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Miträtseln und gewinnen

Zur kommenden Grill-Saison verlosen wir einen faltbaren Gasgrill von meateor im Wert von 149,-. Der Grill funktioniert mit Gaskartuschen und -flaschen. Perfekt für unterwegs, Stadtpark und Elbstrand.

So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.

Faltbarer-Grill-15